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Kettner Edelmetalle
23.02.2026
07:17 Uhr

Totenglocken für die Tageszeitung: Verleger prophezeien das Ende einer Ära

Was viele Bürger längst ahnten, wird nun von den Verlegern selbst bestätigt: Die gedruckte Tageszeitung steht vor dem Aus. Innerhalb der nächsten 15 Jahre, so die nüchterne Prognose einer Mehrheit der Branchenverantwortlichen, wird es in Deutschland keine Printausgaben mehr geben. Eine Zeitenwende, die weit über das Medienwesen hinaus Fragen aufwirft – vor allem zur Zukunft der Meinungsvielfalt in diesem Land.

Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache

Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hat in seiner aktuellen Trendumfrage 94 Geschäftsführer von Zeitungshäusern befragt. Das Ergebnis ist ernüchternd: 60 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die gedruckte Zeitung mittelfristig vollständig durch digitale Angebote ersetzt wird. Die Hamburger Unternehmensberatung Highberg, die den Report im Auftrag des BDZV erstellt hat, identifiziert dabei mehrere Treiber dieses Niedergangs.

Es sind nicht allein die veränderten Lesegewohnheiten einer Gesellschaft, die zunehmend am Smartphone hängt. Nein, es ist vor allem der massive Kostendruck, der den Verlagen die Luft abschnürt. Papier- und Druckkosten steigen unaufhörlich. Und dann wäre da noch die Mindestlohnerhöhung – auf mittlerweile 12,82 Euro pro Stunde –, die die ohnehin teure Zustellung weiter verteuert. Wer morgens um fünf Uhr bei Wind und Wetter Zeitungen austrägt, muss schließlich auch bezahlt werden. Dass dies die Kalkulation vieler Verlage sprengt, überrascht kaum.

Konzentration der Medienmacht – ein demokratisches Alarmsignal

Besonders besorgniserregend ist die prognostizierte Konsolidierung der Branche. Die Verleger selbst gehen davon aus, dass vor allem kleine und mittlere Zeitungshäuser die digitale Transformation nicht überleben werden. Was bleibt, sind wenige große Medienkonzerne, die dann die Kontrolle über die verbliebene Presselandschaft ausüben. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um darin eine Gefahr für die Meinungsvielfalt zu erkennen.

Schon heute gleichen sich die politischen Teile vieler Lokalzeitungen bis aufs Komma. Wer in Flensburg die Zeitung aufschlägt, liest denselben Berliner Einheitsbrei wie der Leser in Passau – garniert mit ein paar lokalen Meldungen über Straßensperrungen und Vereinsfeste. Die eigentliche journalistische Substanz, die kritische Einordnung vor Ort, die unbequeme Recherche gegen lokale Machtstrukturen – all das droht auf der Strecke zu bleiben.

Und hier wird es politisch brisant: Wenige große Verlagshäuser lassen sich naturgemäß leichter beeinflussen als eine vielfältige Presselandschaft aus hunderten unabhängigen Redaktionen. Wer kontrolliert die Narrative, wenn nur noch eine Handvoll Konzerne bestimmt, was gedruckt – oder eben digital veröffentlicht – wird? Die Erfahrungen der vergangenen Jahre, in denen sich weite Teile der etablierten Medien als willfährige Verlautbarungsorgane der jeweiligen Regierung gerierten, stimmen nicht gerade optimistisch.

Gegen den Strom: Ein Verleger wagt das Experiment

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Entscheidung des Berliner-Zeitung-Verlegers Holger Friedrich, der mit der „Ostdeutschen Allgemeinen" eine neue gedruckte Zeitung auf den Markt gebracht hat. Ein mutiger Schritt gegen den Zeitgeist – oder ein letztes Aufbäumen einer sterbenden Gattung? Die Zeit wird es zeigen. Fest steht: Es braucht solche Gegenbewegungen, wenn die Presselandschaft nicht vollends in die Hände weniger Großkonzerne fallen soll.

Digitale Erlöse als Rettungsanker?

Trotz aller düsteren Prognosen blicken erstaunlicherweise 62 Prozent der befragten Verleger optimistisch in die Zukunft. Der Grund: steigende Umsätze im Digitalgeschäft. Die meisten erwarten zweistellige Zuwächse sowohl im Vertrieb als auch in der Vermarktung. 68 Prozent rechnen damit, innerhalb der nächsten fünf Jahre die laufenden Kosten allein durch digitale Erlöse decken zu können.

Doch dieser Optimismus hat einen bitteren Beigeschmack. Denn die Digitalisierung der Medien bedeutet auch: Wer sich kein Abo leisten kann oder will, bleibt außen vor. Die Tageszeitung am Frühstückstisch, die auch der Nachbar oder die Großmutter lesen konnte, wird es nicht mehr geben. Stattdessen Paywalls, Algorithmen und personalisierte Nachrichtenströme, die den Leser in seiner eigenen Blase einschließen. Ob das ein Fortschritt ist, darf bezweifelt werden.

Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet

Was die Branchenumfrage nicht beantwortet – und vielleicht auch nicht beantworten will –, ist die Frage nach der journalistischen Qualität. Denn das Problem der deutschen Medienlandschaft ist nicht primär das Trägermaterial. Ob auf Papier oder Bildschirm: Wenn Journalismus zur reinen Haltungspresse verkommt, wenn kritische Stimmen marginalisiert und alternative Perspektiven als „rechts" diffamiert werden, dann ist das Medium zweitrangig. Die Krise des Vertrauens in die etablierten Medien hat weniger mit Papierpreisen zu tun als mit der Frage, ob Journalisten ihrem eigentlichen Auftrag noch gerecht werden – nämlich der Wahrheit verpflichtet zu sein und nicht dem politischen Zeitgeist.

Das Ende der gedruckten Tageszeitung mag unvermeidlich sein. Das Ende des unabhängigen, kritischen Journalismus muss es nicht sein. Vorausgesetzt, die Branche besinnt sich auf ihre eigentliche Aufgabe – und die Politik hört auf, die Medienlandschaft durch Regulierungswut und selektive Förderung nach ihrem Bilde zu formen.

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