
Teherans Würgegriff: Iran drosselt den Welt-Ölhahn und pumpt selbst munter weiter

Was sich derzeit in der Straße von Hormus abspielt, ist nichts weniger als eine geopolitische Machtdemonstration von historischem Ausmaß. Während das iranische Regime den Ölfluss durch die wichtigste Seehandelsroute der Welt für andere Exporteure nahezu zum Erliegen gebracht hat, laufen die eigenen Tanker erstaunlich unbehelligt durch die Meerenge. Ein Lehrstück in strategischer Erpressung – und ein Offenbarungseid westlicher Sicherheitspolitik.
98 Prozent weniger Öl – eine Blockade ohnegleichen
Die Zahlen sind erschütternd. Laut Analysen von Goldman Sachs seien die gesamten Öltransporte durch die Straße von Hormus um unfassbare 98 Prozent gegenüber dem Vorkriegsniveau eingebrochen. Von ehemals rund 20 Millionen Barrel täglich fließen nur noch etwa 500.000 Barrel pro Tag durch die Meerenge. Das ist kein Engpass mehr – das ist ein Totalausfall.
Und mittendrin? Der Iran. Daten des Analyseunternehmens Kpler belegen, dass iranische Rohölexporte seit Anfang März rund drei Viertel der insgesamt 27,2 Millionen Barrel ausmachten, die den Persischen Golf überhaupt verlassen hätten. Teheran exportiere demnach etwa 1,2 Millionen Barrel pro Tag – nicht weit entfernt von den 1,5 Millionen Barrel, die vor Kriegsbeginn üblich gewesen seien. Die anderen Golfstaaten hingegen kämen zusammen nur noch auf klägliche 400.000 Barrel täglich, verglichen mit 14 Millionen Barrel in Friedenszeiten.
Die Illusion der westlichen Kontrolle
Vor dem Krieg hatten zahlreiche Experten noch beruhigend erklärt, Iran werde eine vollständige Sperrung der Straße von Hormus niemals riskieren, da dies auch die eigenen Exporte gefährden würde. Wie naiv diese Einschätzung war, zeigt sich nun in aller Deutlichkeit. Teheran hat offenbar einen Weg gefunden, die eigenen Lieferungen zu schützen und gleichzeitig den Export konkurrierender Staaten massiv zu drosseln. Sporadische Angriffe auf fremde Schiffe und die Bedrohung durch Seeminen haben den internationalen Schiffsverkehr auf ein Minimum reduziert.
US-Präsident Donald Trump dränge zwar darauf, die Meerenge wieder zu öffnen, um die sich verschärfende globale Energiekrise einzudämmen. Doch ohne eine Waffenruhe im Konflikt mit dem Iran dürfte ihm das kaum gelingen. Das Pentagon habe bereits begonnen, Raketenstellungen in der Nähe der Straße von Hormus anzugreifen, und Trump fordere Verbündete auf, sich an der Sicherung der Region zu beteiligen. Bislang – ohne durchschlagenden Erfolg.
Satellitenbilder zeigen ungestörte iranische Verladungen
Besonders brisant: Selbst die Verladungen auf der iranischen Insel Kharg scheinen trotz amerikanischer Militärschläge weitgehend ungestört weiterzulaufen. Satellitenaufnahmen zeigten mehrere angedockte Tanker, wenngleich unklar bleibe, ob die Verladung in den Tagen ohne verfügbares Bildmaterial kontinuierlich fortgesetzt worden sei. In der ersten Kriegswoche hätten mit Iran verbundene Tanker bereits 35 Prozent der 20 Rohöltanker gestellt, die die Region verließen. Eine Woche später sei dieser Anteil auf fünf von insgesamt acht Schiffen gestiegen – ein unmissverständliches Signal wachsender iranischer Dominanz.
Golfstaaten suchen verzweifelt nach Ausweichrouten
Die anderen Förderländer am Persischen Golf reagieren derweil mit Notmaßnahmen. Der Irak habe sich mit der kurdischen Regionalregierung darauf verständigt, Exporte wieder über die Türkei abzuwickeln. Saudi-Arabien leite einen Teil seiner Lieferungen zum Rotmeerhafen Yanbu um, während die Vereinigten Arabischen Emirate verstärkt den Hafen Fujairah am Golf von Oman nutzten. Diese Ausweichrouten hätten den Rückgang der Ölflüsse zwar etwas abgefedert – laut Goldman Sachs habe sich das Defizit von 17 Millionen auf 14,9 Millionen Barrel pro Tag verringert –, doch von einer Normalisierung könne keine Rede sein.
Der leitende Rohölanalyst von Kpler bezeichnete die Blockade als die „schwerste Störung der Ölflüsse aller Zeiten". Tatsächliche Mengen verschwänden vom Weltmarkt, was in den kommenden Wochen zu dramatischen Verwerfungen führen könnte.
Was bedeutet das für Deutschland und Europa?
Für Deutschland und Europa könnte diese Entwicklung kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen. Die ohnehin fragile wirtschaftliche Lage – geprägt von hohen Energiekosten, einer schwächelnden Industrie und einer Bundesregierung, die gerade erst ein 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket geschnürt hat – wird durch explodierende Ölpreise weiter belastet. Wer geglaubt hat, die Energiekrise sei mit dem Ende der russischen Gasabhängigkeit überstanden, wird nun eines Besseren belehrt. Die strategische Verwundbarkeit Europas bei der Energieversorgung ist nach wie vor erschreckend groß.
Und während sich die Aktienmärkte weltweit im Sinkflug befinden und die Unsicherheit an den Finanzmärkten wächst, zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber in Krisenzeiten ihren unschätzbaren Wert beweisen. Wenn geopolitische Konflikte eskalieren, Lieferketten zusammenbrechen und Rohstoffpreise durch die Decke gehen, bieten Edelmetalle jenen Schutz, den weder Papiergeld noch volatile Aktienportfolios gewährleisten können. Wer sein Vermögen langfristig sichern will, kommt an einer soliden Beimischung physischer Edelmetalle kaum vorbei.
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