
Straße von Hormus: Droht Europa der Eintritt in einen Krieg, den andere angezettelt haben?

Ein geopolitisches Pulverfass ersten Ranges hat sich am Persischen Golf entzündet – und die Druckwelle erreicht nun mit voller Wucht den europäischen Kontinent. Die Straße von Hormus, jenes schmale maritime Nadelöhr, durch das rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und 30 Prozent des globalen Flüssiggases fließen, ist zum Schauplatz eines Nervenspiels geworden, das die Weltwirtschaft in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Und mittendrin: ein Europa, das einmal mehr zwischen amerikanischen Forderungen und eigener Handlungsunfähigkeit zerrieben zu werden droht.
Trumps Kalkül: Die Last auf andere Schultern verlagern
US-Präsident Donald Trump hat die NATO, China und eine Reihe weiterer Staaten aufgefordert, Kriegsschiffe in die Region zu entsenden, um Handelsschiffe zu schützen. Was auf den ersten Blick nach internationaler Solidarität klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein meisterhaft eingefädeltes Manöver der Risikoverlagerung. Denn die Ursache der Krise liegt nicht in einem Mangel an Marinekapazitäten – sie liegt in einem Krieg, den die USA und Israel gegen den Iran führen, ohne UN-Mandat und unter Bruch laufender Verhandlungen.
Peking hat dies mit bemerkenswerter Klarheit auf den Punkt gebracht. Die staatliche chinesische Global Times formulierte es so: „Jemand hat das Feuer gelegt. Nun bittet er die Welt um Hilfe beim Löschen – und fordert eine Kostenbeteiligung." Eine Analyse, der man schwerlich widersprechen kann. China lehnt eine Beteiligung kategorisch ab, und das aus nachvollziehbaren Gründen: Die Auffüllung einer ohnehin instabilen Wasserstraße mit Kriegsschiffen verschiedener Nationen schaffe keine Sicherheit, sondern Ziele. Ein einziger Treffer könnte eine unkontrollierbare Eskalation auslösen.
Der Iran macht Ernst – und Europa steht mit leeren Händen da
Die iranischen Revolutionsgarden haben unmissverständlich klargemacht, dass die Straße von Hormus für Feinde des Iran geschlossen sei. Lediglich ausgewählte Partner – bislang Pakistan und Indien – erhielten Passiergenehmigungen. Die Türkei wartete mit 15 Schiffen auf Durchfahrt, selbst chinesische Frachter kamen nicht reibungslos durch. Frankreich und Italien haben den Iran bereits um Gespräche gebeten – ein diplomatisches Eingeständnis der eigenen Machtlosigkeit.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi kündigte derweil an, den Krieg „so weit wie nötig" fortzuführen. Sein Land sei bereit, „den Krieg, wohin er auch führen mag, fortzusetzen". Dass dies keine leeren Worte sind, zeigen die jüngsten Ereignisse: Raketenangriffe auf Tel Aviv und den Flughafen Ben Gurion, Drohnenattacken auf US-Militärstützpunkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain, ein Toter in Abu Dhabi, ein Großbrand im Ölindustriegebiet Fudschaira, die vorübergehende Schließung des Flughafens Dubai. Saudi-Arabien fing allein seit Montagnacht mehr als 60 Drohnen ab. Selbst in Doha, der Hauptstadt Katars, waren Explosionen zu hören.
Ein „beispielloser Energieschock" droht
Der Ökonom und UN-Diplomat Jeffrey Sachs warnte eindringlich: Eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus würde einen „beispiellosen Energieschock" auslösen. Der Konflikt drohe außer Kontrolle zu geraten, da die USA und Israel entschlossen nach Hegemonie in der arabischen Welt und Westasien strebten. Man muss kein Wirtschaftsexperte sein, um zu verstehen, was das für Deutschland und Europa bedeutet: explodierende Energiepreise, Versorgungsengpässe, eine weitere Belastung der ohnehin angeschlagenen deutschen Industrie. Und das in einer Zeit, in der die Bundesrepublik bereits unter den Folgen einer jahrelangen energiepolitischen Geisterfahrt leidet.
Die „Koalition der Willigen" 2.0 – ein gefährliches Déjà-vu
Was sich derzeit abzeichnet, erinnert auf beunruhigende Weise an die „Koalition der Willigen" des Jahres 2003, als die USA unter George W. Bush eine Allianz für den Irakkrieg zusammenstellten. Damals hatte Deutschland unter Gerhard Schröder den Mut, sich zu verweigern. Ob die neue Große Koalition unter Friedrich Merz diese Standfestigkeit aufbringen wird, darf bezweifelt werden.
Immerhin: Regierungssprecher Stefan Kornelius stellte in Berlin klar, dies sei „nicht der Krieg der NATO". Die NATO sei ein Bündnis zur Verteidigung des Bündnisgebietes. Auch der britische Premier Keir Starmer betonte, es werde „keine NATO-Mission" geben und eine Kriegsbeteiligung komme nicht infrage. Stattdessen sei eine Art Projektgruppe aus europäischen Staaten, Golfanrainern und den USA im Gespräch – zum Schutz der Schifffahrt.
Doch genau hier liegt die Falle. Denn Trump hat ein offensichtliches Interesse daran, dass sich Einzelstaaten zu einer solchen Projektgruppe zusammenschließen. Der Grund ist simpel: Bei einer NATO-Mission müssten die Amerikaner den Löwenanteil der Kosten tragen. Bei einer „Koalition der Willigen" hingegen zahlt jeder für sich selbst. Europa würde also nicht nur das militärische Risiko übernehmen, sondern auch die finanziellen Lasten – für einen Konflikt, den es weder verursacht hat noch beeinflussen kann.
Japan und Australien zeigen, wie es geht
Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet Japan und Australien – zwei enge Verbündete der USA – eine Beteiligung ablehnten. Die japanische Regierungschefin Sanae Takaichi erklärte, ein solcher Einsatz wäre „rechtlich außerordentlich schwierig". Auch Australien winkte ab. Wenn selbst Washingtons treueste Partner in der Indo-Pazifik-Region die Finger von diesem Abenteuer lassen, sollte das Europa zu denken geben.
Stattdessen berieten die EU-Außenminister am Montag in Brüssel bereits über eine mögliche Ausweitung der EU-Marinemission „Aspides" im Roten Meer auf die Straße von Hormus. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Europa einmal mehr in eine Rolle gedrängt wird, die seinen eigenen Interessen diametral zuwiderläuft. Die Europäer suchen offenbar nach einer „gesichtswahrenden Variante", um in einen Krieg einzutreten, der auf dem Kontinent extrem unpopulär ist.
Was bedeutet das für Deutschland?
Für die Bundesrepublik steht viel auf dem Spiel. Eine Eskalation am Persischen Golf würde die Energiepreise in die Höhe treiben und die ohnehin fragile wirtschaftliche Erholung zunichtemachen. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das die neue Bundesregierung für Infrastruktur eingeplant hat, würde durch steigende Energiekosten noch schneller aufgezehrt. Die Inflation, die den deutschen Bürger bereits jetzt belastet, könnte neue Höhen erreichen.
Es wäre an der Zeit, dass die deutsche Politik endlich eine eigenständige außenpolitische Linie entwickelt, statt reflexhaft transatlantischen Forderungen nachzugeben. Deutschland braucht keine weiteren Militärabenteuer in fernen Weltregionen – es braucht eine stabile Energieversorgung, eine funktionierende Wirtschaft und Politiker, die den Mut haben, auch einmal „Nein" zu sagen. Dass dies möglich ist, haben Japan und Australien gerade vorgemacht.
In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und drohender Energieschocks zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen breit aufzustellen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als Krisenwährung bewährt und bieten gerade in Phasen eskalierender Konflikte und steigender Inflation einen bewährten Schutz vor Kaufkraftverlust. Als Beimischung in einem diversifizierten Portfolio können sie einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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