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Kettner Edelmetalle
09.03.2026
22:47 Uhr

Straße von Hormus blockiert – und die Containerschifffahrt zuckt kaum mit der Wimper

Straße von Hormus blockiert – und die Containerschifffahrt zuckt kaum mit der Wimper

Während die geopolitische Lage im Nahen Osten eskaliert und die Straße von Hormus faktisch geschlossen ist, zeigen die internationalen Container-Frachtraten eine erstaunliche Gelassenheit. Ein Befund, der auf den ersten Blick beruhigend wirkt – bei genauerem Hinsehen jedoch tiefere Verwerfungen offenbart, die Europa und insbesondere Deutschland noch teuer zu stehen kommen könnten.

Technische Erholung statt Kriegspanik

Die großen Frachtindizes – der Drewry World Container Index (WCI), der Shanghai Containerized Freight Index (SCFI) und der Drewry Inter Asia Container Index (IACI) – verzeichneten in der vergangenen Woche zwar Anstiege. Doch wer darin bereits die Vorboten einer kriegsbedingten Preisexplosion sieht, irrt gewaltig. Der WCI legte um 3,1 Prozent zu, der SCFI um 11,7 Prozent und der IACI sogar um beachtliche 17,9 Prozent. Diese Bewegungen seien jedoch vorwiegend auf die Wiedereröffnung asiatischer Fabriken nach den Neujahrsfeiertagen in China, Vietnam und Korea zurückzuführen. Hinzu komme eine Korrektur nach zuvor ungewöhnlich stark gefallenen Raten – eine Folge des zeitweise boomenden Frachtaufkommens nach dem Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping Ende Oktober im südkoreanischen Busan.

Einzig beim IACI lassen sich direkte Auswirkungen des Iran-Konflikts ablesen: Während die Frachtraten innerhalb des Fernen Ostens weiter sinken, verteuern sich Routen in Richtung Mittlerer Osten und Südasien spürbar. Auch der SCFI-Subindex für Südostasien zeigt einen Kostenanstieg von fast sieben Prozent.

Amerika wird teurer, Europa bleibt billig – ein vergiftetes Geschenk

Besonders aufschlussreich ist die Entwicklung der Frachtraten von Asien in die westlichen Industrienationen. Hier offenbart sich eine bemerkenswerte Spaltung: Während die Kosten für Überfahrten in die USA kräftig steigen – an die Westküste um bis zu zehn Prozent laut Drewry, an die Ostküste um sieben Prozent –, gehen die Raten nach Europa sogar leicht zurück. Auf der Schlüsselroute Shanghai-Rotterdam wurden zuletzt zwei Prozent weniger fällig.

Was auf den ersten Blick wie eine gute Nachricht für europäische Importeure klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Symptom einer problematischen Entwicklung. Die Reedereien setzen offenbar verstärkt Schiffe auf den Asien-Europa-Routen ein, weil chinesische Exporteure den durch Trumps Zollpolitik verursachten Einbruch im Amerika-Geschäft durch verstärkte Lieferungen nach Europa kompensieren. Europa wird also zum Auffangbecken für chinesische Überproduktion – ein Szenario, das die ohnehin angeschlagene europäische Industrie weiter unter Druck setzen dürfte.

Trumps Zollchaos als Treiber der Handelsströme

Die jüngste Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, die auf Basis des IEEPA verhängten Zölle für unzulässig zu erklären, hat die Lage zusätzlich verkompliziert. Trump reagierte prompt mit neuen Zöllen, doch die effektiven Abgaben für chinesische Waren sinken derzeit offenbar dennoch – was zu einer breiteren Erholung im chinesisch-amerikanischen Handel führe. Für Ende des Monats sei zudem ein Staatsbesuch Trumps in China geplant, was zumindest kurzfristig eine weitere Eskalation im Handelskrieg unwahrscheinlich mache.

Doch man sollte sich keinen Illusionen hingeben. Sollte der militärische Konflikt mit dem Iran einen für Washington ungünstigen Verlauf nehmen, dürfte Trump – ganz nach bewährtem Muster – mit neuen Zolldrohungen von diesem Krisenherd ablenken. Die Unberechenbarkeit amerikanischer Außen- und Handelspolitik bleibt das größte Risiko für die globalen Lieferketten.

Warum die Containerbranche (noch) verschont bleibt

Dass die faktische Schließung der Straße von Hormus den Containerverkehr bislang kaum tangiert, hat einen simplen Grund: Lediglich rund 160 Containerschiffe – etwa 2,1 Prozent der weltweiten Kapazität – befahren diese Region regelmäßig. Der Löwenanteil des globalen Containerverkehrs entfällt auf die großen Ost-West-Routen zwischen Asien, Europa und Nordamerika, die von der Hormus-Blockade nicht unmittelbar betroffen sind.

Auch der Suez-Kanal, der seit den Houthi-Attacken der vergangenen Jahre von den großen Reedereien weitgehend gemieden wird, spielt in der aktuellen Krise eine untergeordnete Rolle. Allerdings hatten CMA CGM und Maersk seit Jahresbeginn begonnen, den Linienverkehr durch den Kanal schrittweise wieder aufzunehmen – eine Entwicklung, die der Iran-Krieg nun erneut verzögern dürfte.

Die tickende Zeitbombe: Energiepreise und Bunkerkosten

Wer glaubt, die Containerbranche könne den Konflikt dauerhaft ignorieren, unterschätzt die indirekten Folgewirkungen. Rund ein Fünftel des globalen Öltransports auf dem Seeweg passiert die Straße von Hormus. Steigende Energiepreise schlagen über höhere Bunkerkosten – also die Treibstoffkosten der Schiffe – relativ schnell auf die Kalkulation der Reedereien durch. Bereits jetzt erheben einzelne Linien Konfliktzuschläge von mehreren tausend Dollar pro Container für Transporte in den Golf.

Sollte der Krieg länger andauern, werden diese Kosten unweigerlich auf die Frachtraten durchschlagen – und damit letztlich auf die Verbraucherpreise. Für Deutschland, das als exportorientierte Volkswirtschaft in besonderem Maße von funktionierenden globalen Lieferketten abhängt, wäre dies ein weiterer Inflationstreiber in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage. Das gerade erst beschlossene 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der Großen Koalition, das die Inflation weiter anheizen wird, macht die Situation nicht besser – im Gegenteil.

Gold als Fels in der Brandung

In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, eskalierender Handelskriege und einer zunehmend unberechenbaren Weltordnung zeigt sich einmal mehr, wie wichtig eine solide Vermögenssicherung ist. Während Aktienmärkte und Frachtraten den Launen der Weltpolitik ausgeliefert sind, bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit Jahrtausenden einen bewährten Schutz gegen Inflation, Währungsverfall und geopolitische Krisen. Wer sein Portfolio klug diversifiziert und Edelmetalle als stabilisierendes Element beimischt, ist für die kommenden Turbulenzen deutlich besser gerüstet als jene, die blind auf die Stabilität der Papiermärkte vertrauen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Konsultation eines qualifizierten Finanzberaters getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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