
Speicher-Pleite am Bodensee: RCT Power stürzt in die Insolvenz!

Der nächste Schlag für die deutsche Solarbranche: Der Konstanzer Hersteller von Batteriespeichern und Wechselrichtern RCT Power hat im September 2026 Insolvenz beantragt. Am 14. September setzte das Insolvenzgericht einen vorläufigen Verwalter ein. Für Tausende Hausbesitzer mit Speicher im Keller stellt sich jetzt eine unangenehme Frage: Was wird aus Service und Garantie?
Vom Gewinn zum Verlust in nur zwölf Monaten
Die Zahlen lesen sich wie ein Absturz ohne Fallschirm. 2023 setzte RCT Power noch rund 95 Millionen Euro um. Ein Jahr später waren es nur noch etwa 24,5 Millionen Euro. Das ist ein Minus von mehr als 74 Prozent.
Auch unter dem Strich kippte die Bilanz. Aus einem Gewinn von rund 6,2 Millionen Euro im Jahr 2023 wurde 2024 ein Fehlbetrag von etwa 3,3 Millionen Euro. Fachmedien zufolge war es der erste Verlust seit der Gründung im Jahr 2015. Einen Jahresabschluss für 2025 gibt es bislang nicht.
Den Antrag stellte die Geschäftsführerin, die laut Branchenberichten erst wenige Monate zuvor an die Spitze gerückt war. Als Gründe würden dort Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung genannt. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Sanierungsexperte Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner.
Expansion nach Asien – und dann der Knall
Besonders bitter: Noch Ende Juni gab sich das Unternehmen betont selbstbewusst. Mit HyperStrong vereinbarte RCT Power ein Joint Venture, das Batteriespeicher in Malaysia fertigen und den asiatischen Markt erschließen sollte. Keine drei Monate später folgte der Gang zum Insolvenzgericht.
Dabei stimmte die Technik. Bei der Stromspeicher-Inspektion 2026 der HTW Berlin kam ein RCT-System auf einen System Performance Index von 96,4 Prozent, der Hersteller gehörte erneut zu den effizientesten Anbietern. Gute Ingenieursarbeit schützt eben nicht vor roten Zahlen. Dazu passt ein Detail: Gefertigt wurden die Speicher Berichten zufolge in China, Patente und Know-how sollen dagegen in Deutschland liegen.
26 Jobs auf der Kippe, Investor gesucht
Nach Angaben der Verwalterkanzlei sind 26 Beschäftigte betroffen. Ihre Löhne sichert das Insolvenzgeld von September bis November 2026. Ein Partner der Kanzlei sagte dazu:
„Das gibt uns etwas Luft, um eine Anschlusslösung zu finden.“
Jetzt läuft die Suche nach einem Investor. Die Lager seien zwar gut gefüllt, heißt es, doch fehlten teilweise Komponenten, um die Speicher fertigzubauen. Geprüft werde, welche Auslieferungen noch möglich sind.
Was Speicher-Besitzer jetzt wissen müssen
Laut Gerichtsbeschluss darf RCT Power nicht mehr frei über sein Vermögen verfügen, entsprechende Schritte brauchen die Zustimmung des Verwalters. Technischen Service bietet das Unternehmen auf seiner Website weiter an. Ob Reparaturen, Ersatzteile und Garantiefälle aber auch langfristig abgewickelt werden, hängt vom weiteren Verfahren ab. Eine Garantie ist eben nur so viel wert wie das Unternehmen, das dafür geradesteht.
Eine Pleite, die ins Bild passt
RCT Power ist kein Einzelfall. Erst im Juli stellte der Batteriehersteller Varta Insolvenzantrag, betroffen ist auch die Speichertochter Varta Storage. Dazu kommen die Pleiten beim Solarparkbetreiber Enerparc und bei Solarmax. Und die heimischen Wechselrichter-Hersteller geraten zunehmend unter Druck durch billige Konkurrenz aus China.
Am Markt allein kann es nicht liegen. In Deutschland sind inzwischen mehrere Millionen Batteriespeicher installiert, vor allem kleine Heimspeicher. Entscheidend sind am Ende Kosten, Finanzierung und Geschäftsmodell jedes einzelnen Anbieters.
Trotzdem wirft die Pleitewelle unbequeme Fragen auf. Die Politik hat die Energiewende über Jahre mit Förderprogrammen, Quoten und großen Versprechen vorangetrieben. Wo aber bleibt eine wettbewerbsfähige deutsche Industrie, wenn ein Hersteller nach dem anderen aufgibt? Für Beschäftigte und Kunden am Bodensee ist das keine Theorie. Sie hoffen jetzt auf einen Käufer.
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