
SPD in NRW im Realitätsverlust: Spitzenkandidat träumt von 35 Prozent – Umfragen sagen das Gegenteil

Es gibt politische Ambitionen, und es gibt Wunschvorstellungen, die jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren haben. Was der designierte SPD-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen, Jochen Ott, dieser Tage von sich gibt, fällt zweifellos in die zweite Kategorie. Während die einst stolze Volkspartei in den jüngsten Umfragen bei mageren 18 Prozent dahindümpelt und der AfD bedrohlich nahekommt, fabuliert der 52-Jährige öffentlich von Ergebnissen jenseits der 30-Prozent-Marke. Bis zu 35 Prozent seien bei der Landtagswahl 2027 angeblich möglich.
Vom Hoffen, Bangen und totalen Realitätsverlust
Man muss sich diese Zahlen auf der Zunge zergehen lassen. Die nordrhein-westfälische SPD liegt nach der jüngsten INSA-Erhebung bei 18 Prozent – satte 16 Prozentpunkte hinter der CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst. Die AfD wiederum schnauft den Sozialdemokraten mit 17 Prozent bereits im Nacken. Und eine Forsa-Umfrage vom April zeichnete ein noch düstereres Bild: Demnach käme die SPD auf gerade einmal 14 Prozent und wäre damit nur viertstärkste Kraft, hinter CDU, AfD und sogar den Grünen.
Doch das Pikanteste kommt erst noch: Lediglich acht Prozent der Wahlberechtigten wussten überhaupt, dass Ott als Herausforderer von Wüst antreten soll. Selbst unter den eigenen SPD-Anhängern kannten nur klägliche 21 Prozent ihren eigenen Spitzenkandidaten. Ein Mann, den nicht einmal seine eigenen Wähler kennen, träumt von einem Wahlergebnis, das die Partei seit Jahren nicht mehr erreicht hat. Wenn das kein Lehrstück über die Selbstwahrnehmung der deutschen Sozialdemokratie ist, was dann?
„Ob das am Ende 25, 30 oder 35 Prozent sind, wird man sehen“, ließ Ott im Interview verlauten – als spräche er von einer naturgegebenen Bandbreite und nicht von einer astronomischen Verdopplung seiner aktuellen Werte.
Späte Einsicht oder kalkuliertes Manöver?
Immerhin: Ein wenig Selbstkritik gestattete sich der Genosse dann doch. Die SPD habe ihren Vertrauensverlust selbst zu verantworten, räumte er ein. Man sei „an manchen Stellen sprachlos, an anderen feige“ gewesen und habe sich nicht getraut, bei bestimmten Themen Klartext zu reden. Eine bemerkenswerte Erkenntnis – nur kommt sie reichlich spät. Jahrelang hat genau diese Partei jeden, der unbequeme Wahrheiten aussprach, in die rechte Ecke gestellt. Und nun, da die Wähler in Scharen davonlaufen, entdeckt man plötzlich die Tugend der Ehrlichkeit?
Der öffentliche Raum als „Angstraum“ – endlich wird es benannt
Besonders aufschlussreich sind Otts Ausführungen zur inneren Sicherheit. Wenn Frauen mit Kinderwagen oder ältere Menschen öffentliche Plätze nicht mehr unbeschwert nutzen könnten, weil sie angepöbelt würden oder dort offen Drogen konsumiert werde, müsse man darüber sprechen. „Der öffentliche Raum darf nicht zum Angstraum werden“, mahnte er – egal ob im Ruhrgebiet oder in Teilen von Köln.
Bemerkenswert ist hierbei vor allem eines: Genau diese Zustände sind das direkte Ergebnis einer jahrelangen Migrations- und Sicherheitspolitik, die auch die SPD maßgeblich mitverantwortet hat. Dass nun ausgerechnet ein Sozialdemokrat die verwahrlosten Innenstädte beklagt, die seine eigene Partei mit herbeiregiert hat, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Die zunehmende Verrohung des öffentlichen Lebens, die explodierende Kriminalität und die immer häufigeren Übergriffe sind kein Zufall, sondern die Quittung einer Politik, die jahrelang an den Sorgen der eigenen Bürger vorbeiregiert hat. Dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung diese Entwicklung längst satthat, dürfte sich auch in den Umfragewerten der etablierten Parteien widerspiegeln.
Migrationspolitik: Neue Worte, altes Lied?
Auch beim Reizthema Zuwanderung versuchte sich Ott an einem rhetorischen Spagat. Deutschland sei auf Zuwanderung angewiesen, etwa für Pflegekräfte, doch zugleich müsse der Staat Regelverstöße konsequent ahnden. „Wer sich nicht an die Regeln hält, eben nicht. Diese Haltung ist die Haltung der SPD. Punkt!“, polterte er fast schon trotzig.
Schöne Worte. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wo war diese angeblich so klare Haltung in den vergangenen Jahren? Die Bürger haben ein gutes Gedächtnis. Sie erinnern sich, welche Partei beim Thema konsequente Abschiebungen jahrelang auf der Bremse stand. Ein paar markige Sätze im Wahlkampf werden dieses Misstrauen kaum auflösen können.
Ministerpräsident werden? „Ja, auf jeden Fall“
Auf die Frage, ob er Ministerpräsident werden wolle, antwortete Ott ohne Umschweife: „Ja, auf jeden Fall. Ich will Ministerpräsident werden.“ Der Mann ist seit 2010 Landtagsmitglied und seit 2023 Fraktionsvorsitzender. Am Samstag soll ihn eine Landesdelegiertenkonferenz offiziell küren. Ob ihn das seinem Traum vom Regierungssitz näherbringt, darf bezweifelt werden – die Umfragen sprechen jedenfalls eine erbarmungslose Sprache.
Fazit: Ein Spitzenkandidat im Wolkenkuckucksheim
Die SPD in Nordrhein-Westfalen befindet sich in einem politischen Sinkflug, und ihr designierter Anführer scheint dies nur bedingt zur Kenntnis zu nehmen. Während die Partei realistisch um den Anschluss an die zweite Position kämpft, beschwört man öffentlich Traumwerte von 35 Prozent herauf. Es ist genau diese Mischung aus Selbstüberschätzung und mangelnder Bodenhaftung, die viele Wähler längst zu anderen politischen Kräften getrieben hat.
In Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit, in denen die Inflation an den Ersparnissen der Bürger nagt und das Vertrauen in die etablierten Parteien schwindet, sollten Anleger ohnehin nicht auf die Versprechungen der Politik bauen. Wer sein Vermögen langfristig sichern will, setzt seit jeher auf bewährte Werte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie unabhängig von politischen Wahlversprechen und Umfragehoffnungen Bestand haben – eine sinnvolle Beimischung für jedes breit gestreute und krisenfeste Portefeuille.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser ist angehalten, vor einer Anlageentscheidung eigenständig zu recherchieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen ist jeder Anleger selbst verantwortlich.

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