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05.06.2026
09:34 Uhr

Späte Einsicht: Strack-Zimmermann brandmarkt Merkels Linksruck als „Todsünde“ – und ignoriert die eigene Mitschuld

Späte Einsicht: Strack-Zimmermann brandmarkt Merkels Linksruck als „Todsünde“ – und ignoriert die eigene Mitschuld

Es gibt politische Bekenntnisse, die kommen so spät, dass sie nur noch ein müdes Schulterzucken provozieren. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, ihres Zeichens FDP-Politikerin und EU-Abgeordnete, hat nun die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel für den Aufstieg der AfD verantwortlich gemacht. Ihre Wortwahl ist dabei alles andere als zurückhaltend: Von einer „Todsünde“ sprach sie im Focus-Podcast „Machtmenschen“. Eine bemerkenswerte Diagnose – nur leider von einer Ärztin gestellt, die selbst jahrelang am Krankenbett der deutschen Demokratie mitoperiert hat.

Das Vakuum, das Merkel hinterließ

In der Sache hat Strack-Zimmermann durchaus recht. Rechts von der Union, so argumentiert sie, dürfe es eigentlich keinen politischen Raum geben. Dass Merkel die CDU während ihrer langen Kanzlerschaft konsequent nach links verschoben habe, sei „geradezu eine Todsünde“ gewesen. Durch diesen Kurs sei ein Vakuum entstanden – ein politisches Niemandsland, das von einer neuen Kraft besetzt wurde.

Wer die Merkel-Jahre nüchtern betrachtet, wird dieser Analyse kaum widersprechen können. Die Altkanzlerin hat eine einst bürgerlich-konservative Volkspartei systematisch ihres Profils beraubt. Atomausstieg, Aussetzung der Wehrpflicht, die Grenzöffnung 2015 – Schritt für Schritt wurde aus der Union eine Partei, die sich von ihren eigenen Wurzeln entfremdete. Der berühmte Satz von Franz Josef Strauß, rechts von der CSU dürfe nur noch die Wand sein, wurde unter Merkel ins Gegenteil verkehrt.

Staatsversagen als wahre Gefahr

Strack-Zimmermann benennt einen weiteren wunden Punkt: das „Staatsversagen“. Wenn Bürger das Gefühl bekämen, dass der Staat seine ureigensten Aufgaben nicht mehr erfülle, dann entstehe genau jener Frust, der politische Ränder anschwellen lasse. Besonders der ländliche Raum, so die Politikerin, sei zugunsten der Großstädte sträflich vernachlässigt worden – etwa bei der Infrastruktur.

Das Gefährlichste sei das Staatsversagen – wenn Menschen das Gefühl bekämen, dass die originären Aufgaben, für die es einen Staat gibt, nicht mehr funktionierten.

Auch der Befund, dass jeder fünfte Deutsche kein Vertrauen mehr in die Parteien habe, wird von ihr als alarmierend eingestuft. Schuld daran seien die Parteien selbst, da sie sich inhaltlich kaum noch voneinander unterschieden. Ein Eingeständnis, das in seiner Ehrlichkeit fast schon entwaffnend wirkt.

Wer im Glashaus sitzt

Doch hier offenbart sich die ganze Tragikomik des Auftritts. Denn ausgerechnet die FDP, die nun mit dem Finger auf Merkel zeigt, war jahrelang williger Steigbügelhalter eben jener Politik, die das Land so tief gespalten hat. Die Ampel-Koalition mit Grünen und SPD – ein Bündnis, in dem die Freien Demokraten als Mehrheitsbeschaffer fungierten – darf getrost als die eigentliche „Todsünde“ der Liberalen gelten. Wer das deutsche Volk frustriert hat, der trägt selbst eine gehörige Portion Mitverantwortung.

Man könnte fast schmunzeln über die Selbstgewissheit, mit der hier Geschichte umgedeutet wird. Die FDP hat bei vielem mitgemacht, was die Bürger heute auf die Barrikaden treibt. Und nun, da die eigene Partei bei Wahlen regelmäßig um den Einzug in die Parlamente bangen muss, sucht man die Schuld bequemerweise bei anderen.

Eine Erkenntnis, die zu spät kommt

Das Grundproblem bleibt: Die etablierten Parteien haben über Jahre hinweg die Sorgen weiter Teile der Bevölkerung ignoriert, belächelt oder gar diffamiert. Es war diese Arroganz der Macht, dieses Abheben von der Lebenswirklichkeit der Menschen, das den Boden bereitet hat, auf dem heute der Unmut gedeiht. Wer Bürger als Wutbürger abkanzelt, statt ihre Anliegen ernst zu nehmen, der darf sich über das Ergebnis nicht wundern.

Es ist die feste Überzeugung unserer Redaktion – und wohl auch eines großen Teils des deutschen Volkes –, dass Deutschland endlich wieder Politiker braucht, die für dieses Land regieren und nicht gegen es. Politiker, die traditionelle Werte achten, eine starke Wirtschaft fördern und die Sicherheit der Bürger über ideologische Experimente stellen. Spät zu erkennen, was schiefgelaufen ist, mag ehrenwert sein. Doch wer jahrelang mitregiert hat, sollte zunächst vor der eigenen Haustür kehren.

Was bleibt für den Bürger?

Während sich die politische Klasse in gegenseitigen Schuldzuweisungen ergeht, bleibt der deutsche Bürger zurück – mit einer schwächelnden Wirtschaft, einer ausufernden Staatsverschuldung und einer Inflation, die das hart erarbeitete Ersparte langsam aber sicher entwertet. In solchen Zeiten gewinnt eine alte Wahrheit wieder an Bedeutung: Wer sein Vermögen schützen möchte, sollte nicht allein auf die Versprechen der Politik vertrauen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten sind – unabhängig davon, welche Partei gerade die nächste „Todsünde“ begeht.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor jeder Investition eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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