
Spaniens Regierungschef warnt: US-Aggression gegen Grönland wäre Geschenk für Putin

Die geopolitischen Spannungen um die Arktis erreichen einen neuen Höhepunkt. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat in einem bemerkenswerten Interview mit der Tageszeitung La Vanguardia deutliche Worte gefunden und vor den katastrophalen Folgen eines möglichen US-Angriffs auf Grönland gewarnt. Seine Analyse ist so simpel wie erschreckend: Ein solcher Schritt würde den russischen Präsidenten Wladimir Putin "zum glücklichsten Mann der Welt machen".
Die doppelte Freude des Kreml-Herrschers
Sánchez argumentiert mit bestechender Logik. Sollten die Vereinigten Staaten tatsächlich militärisch gegen das weitgehend autonome dänische Territorium vorgehen, würde Putin seinen völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine nachträglich legitimiert sehen. Wie könnte der Westen noch glaubwürdig Russlands Aggression verurteilen, wenn Washington selbst zum Aggressor wird? Der spanische Regierungschef geht noch weiter: Ein solcher Angriff wäre der "Todesstoß für die Nato". Putin wäre demnach "doppelt erfreut" – eine Einschätzung, der man schwerlich widersprechen kann.
Auf die Frage, ob er eine US-Invasion für realistisch halte, antwortete Sánchez mit bemerkenswerter Nüchternheit: "Wenn man bestimmte Aussagen hört oder liest, muss man sie ernst nehmen." Diese diplomatische Formulierung verbirgt kaum die tiefe Besorgnis, die in europäischen Hauptstädten herrscht.
Trumps Grönland-Obsession spaltet den Westen
US-Präsident Donald Trump hat bekanntlich mehrfach gefordert, dass die USA die Kontrolle über Grönland übernehmen sollen. Dabei schloss er auch ein militärisches Vorgehen nicht aus und drohte widerspenstigen Ländern mit Zöllen. Was einst als bizarre Marotte abgetan wurde, entwickelt sich zu einer ernsthaften Belastungsprobe für das transatlantische Bündnis.
Spanien hat noch keine Entscheidung getroffen, ob es Soldaten nach Grönland entsenden wird. Man führe Gespräche mit den beteiligten Ländern, insbesondere mit Dänemark, so Sánchez. Die Zurückhaltung ist verständlich – wer möchte schon zwischen dem mächtigsten Nato-Partner und einem europäischen Verbündeten zerrieben werden?
Europäische Integration als Antwort
Der spanische Ministerpräsident fordert als Konsequenz eine schnellere europäische Integration, insbesondere im Bereich der gemeinsamen Verteidigung. Bemerkenswert ist sein Vorschlag, dass dafür nicht die einstimmige Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten erforderlich sein sollte. Ein pragmatischer Ansatz, der freilich an den Souveränitätsvorbehalten vieler Mitgliedsländer scheitern dürfte.
Interessant ist auch Sánchez' Haltung zu den Verteidigungsausgaben. Während Washington fünf Prozent des BIP fordert, hält er zwei Prozent für ausreichend. Seine Begründung ist durchaus pikant: "Dänemark hat fünf Prozent angenommen. In welcher Lage befindet sich Dänemark heute? Von den Vereinigten Staaten unter Druck gesetzt." Ein Argument, das man so oder so lesen kann – entweder als kluge Analyse oder als bequeme Ausrede für mangelnde Verteidigungsbereitschaft.
Die Ironie der Geschichte
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet ein sozialistischer Regierungschef die Nato verteidigen muss – gegen den Präsidenten jenes Landes, das das Bündnis einst gegründet hat. Die Zeiten haben sich wahrlich geändert. Während Europa sich mühsam zusammenrauft, droht von jenseits des Atlantiks Ungemach. Putin dürfte diese Entwicklung mit einem Glas Wodka in der Hand beobachten – und sich tatsächlich freuen.
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