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Solar-Pleite bei EKD: Hausbesitzern drohen teure Reparaturen!

Solar-Pleite bei EKD: Hausbesitzern drohen teure Reparaturen!
Symbolbild: KI-generiert

Der Leipziger Solaranbieter Energiekonzepte Deutschland (EKD) ist pleite. Am 2. Oktober stellte das Unternehmen Insolvenzantrag, nachdem der Londoner Finanzinvestor Pemberton kein weiteres Geld mehr geben wollte. Für Tausende Hausbesitzer beginnt damit eine Hängepartie: Garantien wackeln, Reparaturen bleiben liegen, und auf manchem Dach steht eine Anlage, die keinen Strom liefert.

Vom Boom-Kind zum Insolvenzfall

EKD wurde 2018 gegründet und wuchs mit dem deutschen Photovoltaik-Rausch rasant. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen an 15 Standorten mehr als 45.000 Solaranlagen installiert, zuletzt rund 1.000 im Monat. Dazu kamen Batteriespeicher und Wärmepumpen. Auf dem Papier eine Erfolgsgeschichte.

Doch die Nachfrage ließ nach. Pemberton übernahm EKD 2025, tauschte die Führung aus, schoss Geld nach und begleitete eine Sanierung. Anfang Oktober zog der Investor dann den Stecker. Begründung laut Berichten: der anhaltend schwache Solarmarkt und fehlende wirtschaftliche Perspektiven. Sechs Gesellschaften der Gruppe meldeten Insolvenz an, für eine siebte wurde ein Antrag angekündigt. Rund 400 Beschäftigte erhalten vorerst drei Monate Insolvenzgeld.

Der Fall zeigt, wie schnell ein Markt kippen kann, der jahrelang vor allem von Fördergeld und politischer Euphorie getragen wurde. Wo der Staat die Nachfrage anheizt, bauen Unternehmen eben auch auf Sand.

Garantie weg, Mängel bleiben

Am härtesten trifft es die Kunden. Der vom Amtsgericht Leipzig eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther hat angekündigt, Garantieleistungen künftig nicht mehr abzusichern. Ansprüche auf gesetzliche Gewährleistung bestehen zwar weiter. Doch was nützt ein Anspruch gegen eine Firma, die kein Geld hat?

Ein Fall aus Dresden zeigt, worum es geht. Ein Hausbesitzer kaufte bei EKD Photovoltaikanlage, Speicher und Wärmepumpe im Paket. Der Netzbetreiber verweigert jedoch die Inbetriebnahme, weil er die Elektroinstallation beanstandet. Der Eigentümer berichtet von beschädigten Kabelisolierungen, fehlerhaften Leitungen und fehlenden Prüfprotokollen. Seine Reklamation habe zunächst nichts bewirkt.

Der Rechtsanwalt Daniel Blazek vertritt nach eigenen Angaben bereits Dutzende Betroffene. Manche warten noch auf die Fertigstellung, andere fordern seit Langem vergeblich die Beseitigung von Mängeln.

Wenn die App plötzlich schweigt

Hinzu kommt eine Schwachstelle, an die kaum ein Käufer denkt. Bei einem Kunden fiel zeitweise die Steuerungs-App der Anlage aus, weil EKD Zahlungen an den Systembetreiber ausgesetzt hatte. Inzwischen läuft sie wieder. Der Vorfall zeigt aber: Wer Eigenverbrauch, Speicher und Wärmepumpe digital steuern lässt, macht sich von Softwarediensten abhängig. Die Anlage steht nicht zwangsläufig still, wenn der Installateur pleitegeht, aber Wartung und Komfortfunktionen geraten ins Wanken.

Wie geht es weiter?

Flöther will den Betrieb fortführen und laufende Aufträge abarbeiten. Am 1. Dezember soll über die Eröffnung des Verfahrens entschieden werden. Erst danach dürfte klar sein, welche Verträge noch erfüllt werden. Blazek hält es für unwahrscheinlich, dass die Gruppe als Ganzes überlebt. Eher könnten einzelne Teile verkauft werden. Medienberichten zufolge sind bereits Vertriebsleute zu anderen Firmen gewechselt.

Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen:

  • alle Verträge, Rechnungen und Zahlungsbelege sichern,
  • Kontakt zur Insolvenzverwaltung aufnehmen,
  • keine weiteren ungesicherten Vorauszahlungen leisten.

Die bittere Lehre für Hausbesitzer

Viele Eigentümer haben fünfstellige Beträge investiert und mit jahrzehntelangen Einsparungen gerechnet. Hersteller haften zwar unter Umständen für einzelne Module oder Speicher, für Pfusch bei der Montage aber nicht automatisch. Muss ein anderer Fachbetrieb nachbessern, wird es teuer, während die Kreditraten womöglich weiterlaufen. Aus der versprochenen Rendite auf dem Dach kann so schnell ein Verlustgeschäft werden.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Er gibt unsere redaktionelle Meinung und die uns vorliegenden Informationen wieder. Betroffene sollten sich im Einzelfall fachkundig beraten lassen und tragen für ihre Entscheidungen selbst die Verantwortung.

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