
Söder-Kebab: Wenn Politik auf Dönerkultur trifft – Bayerns neue Markenoffensive
Was passiert, wenn ein bayerischer Ministerpräsident seine Liebe zum türkischen Imbissklassiker öffentlich zelebriert? Er bekommt seine eigene Döner-Marke. Markus Söder, bekannt für seine kulinarischen Inszenierungen auf Instagram, hat nun tatsächlich den "Söder Kebab" als geschützte Marke eintragen lassen. Ein Schachzug, der Fragen aufwirft: Ist das noch Volksnähe oder schon Wahlkampf mit Fleischspieß?
Die Marke als politisches Statement
Unter dem Aktenzeichen "3020240083754" prangt seit August 2024 das Logo des "Söder Kebab" im Deutschen Patent- und Markenamt. Eingetragen wurde die Wort-/Bildmarke nicht vom Ministerpräsidenten persönlich, sondern von der CSU. Ein Detail, das aufhorchen lässt: Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Person und Partei, zwischen privatem Genuss und politischer Inszenierung.
Während die deutsche Wirtschaft mit Inflation und steigenden Energiekosten kämpft, während Unternehmen um ihre Existenz bangen, beschäftigt sich die bayerische Staatspartei mit der Vermarktung von Fast Food. Man könnte meinen, es gäbe drängendere Probleme zu lösen.
Der Instagram-Ministerpräsident und seine kulinarische Show
Mit über 760.000 Followern hat Söder auf Instagram eine beachtliche Reichweite aufgebaut. Unter dem Hashtag #söderisst präsentiert er sich als Mann des Volkes, der Pommes, Steak und Wurstbrot genießt. Die Inszenierung funktioniert: Söder wirkt nahbar, bodenständig, bayerisch. Doch hinter der vermeintlichen Authentizität steckt kalkuliertes politisches Marketing.
"Bei einer Million Instagram-Followern kündigte Söder sogar ein 'Döner-Massaker' an."
Diese Wortwahl zeigt, wie sehr Politik zur Show verkommen ist. Während in deutschen Städten die Kriminalität steigt und Messerangriffe zum Alltag gehören, spricht ein Ministerpräsident von einem "Döner-Massaker". Die Verharmlosung echter Gewalt durch solche Begriffe ist mehr als geschmacklos.
Der CSU-Döner: Zwischen Kommerz und Kalkül
Auf dem CSU-Parteitag im Oktober 2024 in Augsburg wurde der "Söder Kebab" für drei Euro verkauft. Ein symbolischer Preis, der suggerieren soll: Wir sind volksnah, wir verstehen die Sorgen der Bürger. Doch die Realität sieht anders aus. Im CSU-Fanshop kostet ein T-Shirt mit dem Söder-Kebab-Logo stolze 19,99 Euro, ein Hoodie sogar 35,99 Euro. Hier zeigt sich das wahre Gesicht der Vermarktung.
Die CSU, einst die Partei konservativer Werte und christlicher Tradition, verkauft nun Merchandise mit einem türkischen Gericht. Man könnte es als gelungene Integration werten – oder als verzweifelten Versuch, bei jüngeren Wählerschichten anzukommen. Die Ironie dabei: Während die CSU Döner-Shirts verkauft, fordert sie gleichzeitig eine härtere Migrationspolitik.
Die Döner-Verlosung als PR-Gag
Zur Feier seiner 500.000 Follower-Marke verloste Söder ein Döner-Essen in Nürnberg. Die Gewinner erhielten T-Shirts mit dem Logo und durften sich mit dem Ministerpräsidenten ablichten lassen. Ein inszeniertes Spektakel, das von den wirklichen Problemen Bayerns ablenkt: explodierende Mieten in München, Pflegenotstand, marode Infrastruktur.
Was sagt die Döner-Marke über unsere Politik aus?
Die Tatsache, dass ein Ministerpräsident seine eigene Fast-Food-Marke bekommt, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand unserer politischen Kultur. Statt sich auf Sachthemen zu konzentrieren, setzen Politiker auf Inszenierung und Personenkult. Die CSU, die sich gerne als Bewahrerin bayerischer Traditionen präsentiert, springt auf jeden Social-Media-Trend auf.
Besonders pikant: Während Söder seinen Döner-Kult zelebriert, kämpfen echte Dönerbudenbetreiber mit steigenden Kosten, Bürokratie und Personalmangel. Die Inflation treibt die Preise nach oben, viele kleine Imbisse müssen schließen. Doch statt sich um die Sorgen der Gastronomen zu kümmern, macht die CSU aus dem Döner ein Marketinginstrument.
Die Marke "Söder Kebab" ist mehr als nur ein PR-Gag. Sie steht symbolisch für eine Politik, die sich mehr um Likes und Follower kümmert als um die echten Probleme der Menschen. Während Deutschland mit den Folgen einer verfehlten Energiepolitik, unkontrollierter Migration und wirtschaftlicher Unsicherheit kämpft, beschäftigt sich die bayerische Staatspartei mit der Vermarktung von Fast Food. Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
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