
Selenskyj wettert gegen Europas Lähmung: Während Grönland-Theater ablenkt, stirbt die Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos einen bemerkenswerten Rundumschlag gegen die europäischen Staats- und Regierungschefs geführt. Mit sichtbarer Verbitterung geißelte er die Untätigkeit des alten Kontinents, während seine Hauptstadt Kiew unter nächtlichem russischem Bombardement leidet und die Bevölkerung mit Strom- und Wasserknappheit kämpft.
Europa als „Salat kleiner und mittlerer Mächte"
Die Worte des ukrainischen Staatschefs waren unmissverständlich: „Europa liebt es, über die Zukunft zu diskutieren, vermeidet aber, heute zu handeln." Eine Diagnose, die man durchaus auch auf die deutsche Politik der vergangenen Jahre übertragen könnte. Selenskyj fragte provokant in die Runde der versammelten Wirtschafts- und Politikelite: „Wo ist die Reihe der Anführer, die bereit sind zu handeln?"
Besonders scharf kritisierte er das Scheitern der europäischen Bemühungen, eingefrorene russische Vermögenswerte tatsächlich zu beschlagnahmen. „Warum kann Präsident Trump Tanker der Schattenflotte stoppen und Öl beschlagnahmen, während Europa das nicht kann?" Diese rhetorische Frage entlarvt die Handlungsunfähigkeit eines Kontinents, der sich in endlosen Debatten verliert, während andere Fakten schaffen.
Die Grönland-Ablenkung als Symptom europäischer Schwäche
In einer bemerkenswerten Passage seiner Rede sprach Selenskyj die aktuelle Grönland-Debatte an, die seit Trumps erneuter Amtsübernahme die transatlantischen Beziehungen belastet. Die europäischen Führungskräfte würden darauf hoffen, dass „jemand anderes etwas unternimmt" und dass „Amerika sich bei diesem Thema abkühlt". Ein vernichtendes Urteil über die Passivität eines Kontinents, der einst Weltgeschichte schrieb.
„Wir sollten nicht akzeptieren, dass Europa nur ein Salat aus kleinen und mittleren Mächten ist, gewürzt mit Feinden Europas."
Der Vergleich mit dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier" war dabei besonders treffend gewählt. Selenskyj beschrieb das Gefühl, denselben Tag immer wieder zu erleben – Wochen, Monate, Jahre. Eine Metapher, die auch auf die deutsche Energiepolitik, die Migrationsdebatte oder die wirtschaftliche Stagnation zutreffen könnte.
Trump-Treffen und die Forderung nach Patriot-Raketen
Am selben Tag hatte Selenskyj ein etwa einstündiges Gespräch mit US-Präsident Donald Trump geführt. Seine dringendste Botschaft: Die Ukraine benötigt verzweifelt mehr Luftabwehrsysteme, insbesondere Patriot-Raketen. Trump bezeichnete das Treffen als „gut" und betonte, dass „jeder will, dass der Krieg endet" – ließ aber offen, wie dies geschehen soll.
Interessanterweise zog Selenskyj Parallelen zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA. Während Maduro in New York auf seinen Prozess warte, sei Putin nach wie vor auf freiem Fuß. Eine Forderung, die in ihrer Kühnheit bemerkenswert ist, aber auch die Verzweiflung des ukrainischen Präsidenten offenbart.
Frankreich handelt – Deutschland zögert
Während Selenskyj in Davos sprach, verkündete Frankreichs Präsident Macron, dass die französische Marine einen russischen Öltanker im Mittelmeer geentert habe – ein Schiff unter falscher Flagge, das internationalen Sanktionen unterliegt. Ein Zeichen, dass zumindest einige europäische Nationen noch zu entschlossenem Handeln fähig sind.
Die Frage bleibt: Wird die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz eine aktivere Rolle in der Ukraine-Politik einnehmen, oder verharrt Deutschland weiterhin in jener Lähmung, die Selenskyj so scharf kritisiert? Die Geschichte wird über uns urteilen – und sie könnte ein vernichtendes Urteil fällen.
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