
Selenskyj unter Druck: Trumps Ungeduld und die Frage nach Kiews Kompromissbereitschaft
Seit über vier Jahren tobt der Krieg in der Ukraine, und mit jedem verstrichenen Monat wächst der internationale Druck auf Kiew, endlich an den Verhandlungstisch zurückzukehren – nicht nur symbolisch, sondern mit echten Zugeständnissen. Was sich nun zwischen Washington und Kiew abspielt, gleicht einem diplomatischen Nervenkrieg, bei dem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zunehmend in die Defensive gerät.
Trump macht seinem Unmut Luft
An Bord der Air Force One fand US-Präsident Donald Trump jüngst ungewöhnlich deutliche Worte. „Die Ukraine sollte besser schnell an den Tisch kommen", erklärte er Reportern mit kaum verhohlener Frustration. Die Genfer Verhandlungen, so Trump, seien „eigentlich ganz einfach" zu lösen. Bemerkenswert dabei: Der amerikanische Präsident schob die Schuld für den stockenden Friedensprozess nicht etwa Moskau zu, sondern richtete seinen Zeigefinger unmissverständlich gen Kiew. Ein 20-Punkte-Friedensplan, der von Washington unterstützt wird, liege auf dem Tisch – doch Selenskyj weigere sich offenbar beharrlich, die bittere Medizin zu schlucken.
Diese Worte sorgten bei westlichen Verbündeten für hochgezogene Augenbrauen. Denn bislang galt es in der transatlantischen Diplomatie als ungeschriebenes Gesetz, Russland als alleinigen Aggressor darzustellen und die Ukraine stets als das unschuldige Opfer zu behandeln, dem man keine Zugeständnisse abverlangen dürfe. Trump bricht mit dieser Konvention – und das nicht zum ersten Mal.
Selenskyjs Ausweichmanöver: Das Volk als Schutzschild
Die Reaktion aus Kiew ließ nicht lange auf sich warten. In einem Interview erklärte Selenskyj, es sei „nicht fair", dass Trump ständig die Ukraine zu Konzessionen dränge, während Russland der Angreifer sei. Doch seine eigentliche Verteidigungslinie ist eine andere – und sie ist durchaus raffiniert: Das ukrainische Volk selbst werde ihm niemals erlauben, Territorium abzutreten. Nur ein Referendum könne eine solche Entscheidung legitimieren.
„Emotional werden die Menschen das niemals verzeihen. Niemals. Sie werden mir nicht verzeihen, sie werden den USA nicht verzeihen."
Man muss kein geübter Diplomat sein, um in diesen Worten eine geschickte Verantwortungsverschiebung zu erkennen. Selenskyj versteckt sich hinter seinem Volk, um dem enormen Druck aus Washington standzuhalten. Ob die ukrainische Bevölkerung nach Jahren des Blutvergießens, der Zerstörung und der Vertreibung tatsächlich so kategorisch gegen einen Kompromiss wäre, darf durchaus bezweifelt werden. Umfragen zeigen seit Monaten eine wachsende Kriegsmüdigkeit in der ukrainischen Gesellschaft.
Die Realität auf dem Schlachtfeld
Die Fakten am Boden sprechen eine nüchterne Sprache. Russland kontrolliert derzeit rund 90 Prozent des Donbass und fordert die vollständige Abtretung der Region. Die US-Vermittler haben vorgeschlagen, dass ukrainische Truppen sich aus den verbliebenen Gebieten im Donbass zurückziehen und diese zu einer entmilitarisierten „freien Wirtschaftszone" werden sollen. Washington hat dabei bewusst offengelassen, welchem Land die Souveränität über dieses Gebiet zufallen würde.
Selenskyj hat zuletzt ein „Einfrieren" der Frontlinien angeboten – allerdings ohne dauerhafte politische Anerkennung der russischen Gebietsgewinne. Moskau wiederum lehnt ein persönliches Treffen zwischen Putin und Selenskyj ab, solange kein unterschriftsreifes Abkommen vorliegt. Ein klassisches diplomatisches Patt, bei dem beide Seiten auf Zeit spielen – nur dass die Zeit für die Ukraine deutlich schneller abläuft als für Russland.
Die unausgesprochene Angst des ukrainischen Präsidenten
Es drängt sich eine unbequeme Frage auf, die in westlichen Medien nur selten gestellt wird: Fürchtet Selenskyj tatsächlich den Zorn des einfachen ukrainischen Volkes – oder vielmehr die ultranationalistischen, rechtsextremen Kräfte innerhalb seines eigenen Militärs und Regierungsapparats? Seit Jahren wird spekuliert, dass ein Friedensabkommen mit territorialen Zugeständnissen an Russland Selenskyjs physische Sicherheit gefährden könnte. Die Schatten des Asow-Bataillons und anderer radikaler Gruppierungen reichen weit in die ukrainische Machtstruktur hinein.
Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass ein Staatschef, der einen unpopulären Frieden schließt, von den eigenen Hardlinern zur Rechenschaft gezogen wird. Diese Dynamik erklärt möglicherweise besser als jedes Referendum, warum Selenskyj so verbissen an seiner Maximalposition festhält.
Europas fatale Rolle im Hintergrund
Während Trump mit der ihm eigenen Direktheit auf eine Lösung drängt, brilliert Europa einmal mehr durch strategische Abwesenheit. Die EU, allen voran Deutschland unter der neuen Großen Koalition, hat sich in eine Position manövriert, in der sie weder militärisch noch diplomatisch nennenswerten Einfluss auf den Ausgang des Konflikts nehmen kann. Milliarden an Hilfsgeldern fließen weiterhin in die Ukraine, ohne dass Berlin oder Brüssel am Verhandlungstisch auch nur annähernd eine Rolle spielen würden.
Für den deutschen Steuerzahler ist dies eine besonders bittere Erkenntnis. Während hierzulande die Infrastruktur bröckelt, die Energiepreise auf Rekordniveau verharren und ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Schuldenlast künftiger Generationen weiter in die Höhe treibt, finanziert Deutschland einen Krieg mit, dessen Ende es nicht einmal mitgestalten darf. Eine souveräne Außenpolitik sieht wahrlich anders aus.
Realpolitik statt Wunschdenken
So unangenehm es für viele klingen mag: Trumps Druck auf Selenskyj ist möglicherweise der einzige Weg, diesen Krieg zu beenden, bevor er noch mehr Menschenleben fordert. Kriege enden selten mit der vollständigen Erfüllung aller Wünsche einer Seite. Sie enden durch Kompromisse – oft schmerzhafte, oft als ungerecht empfundene. Das war nach dem Zweiten Weltkrieg so, das war im Koreakrieg so, und das wird auch in der Ukraine nicht anders sein.
Selenskyj steht vor der schwierigsten Entscheidung seiner politischen Karriere. Er kann weiterhin auf Maximalforderungen beharren und riskieren, dass die amerikanische Unterstützung versiegt – oder er kann den Mut aufbringen, seinem Volk die Wahrheit zu sagen: dass ein unvollkommener Frieden besser ist als ein endloser Krieg. Die Geschichte wird ihn danach beurteilen, welchen Weg er wählt. Und sie wird auch Europa danach beurteilen, ob es in dieser Stunde der Entscheidung eine konstruktive Rolle gespielt hat – oder ob es sich einmal mehr hinter moralischen Appellen versteckt hat, während andere die schweren Entscheidungen trafen.
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