
Selbstinszenierung als Opfer: AfD-Mitglied fingierte linksextremen Anschlag auf sich selbst
Es ist ein Fall, der gleichermaßen peinlich wie schädlich ist – und der den politischen Gegnern der AfD ein gefundenes Fressen liefert. Ein Mitglied der Alternative für Deutschland aus Mittelfranken hat gestanden, seinen eigenen Wagen in Brand gesteckt, einen angeblichen Drohbrief der Antifa gefälscht und eine vermeintlich gegen ihn gerichtete Graffitischmiererei selbst angebracht zu haben. Die Polizei überführte den Mann anhand einer so simplen wie entlarvenden Spur: seiner eigenen Handschrift auf dem vermeintlichen Bekennerschreiben.
Vom „feigen Anschlag" zur peinlichen Selbstentlarvung
Anfang Februar hatte die AfD in Mittelfranken noch empört von einem „feigen Anschlag" auf die Partei gesprochen. Man wähnte sich – einmal mehr – als Zielscheibe linksextremer Gewalt. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen wegen einer mutmaßlich politisch motivierten Straftat auf. Doch die Spur führte nicht etwa in die Kreise der Antifa, sondern direkt zurück zum vermeintlichen Opfer selbst. Als Ermittler auffällige Übereinstimmungen zwischen der Handschrift auf dem Drohbrief und der des AfD-Mitglieds feststellten und den Mann damit konfrontierten, brach dessen Lügengebäude in sich zusammen. Er gestand.
Die Reaktion der Partei folgte prompt – und verdient durchaus Anerkennung. Der AfD-Bezirksvorstand Mittelfranken beschloss den Ausschluss des Mitglieds und stellte einen entsprechenden Antrag beim Landesschiedsgericht. Man sprach von Täuschung der eigenen Parteimitglieder und einem erheblichen Ansehens- und Imageschaden für die Partei. Hier zeigt sich immerhin, dass die AfD – anders als manch andere Partei – bereit ist, konsequent gegen Fehlverhalten in den eigenen Reihen vorzugehen.
Ein Bärendienst für die eigene Sache
Was diesen Fall so besonders ärgerlich macht: Er ist schlicht unnötig. Denn die reale Bedrohungslage für AfD-Politiker ist dokumentiert und statistisch belegt. Eine Kleine Anfrage der AfD aus dem Jahr 2025 ergab, dass sich 36 Prozent aller Straftaten gegen Repräsentanten der Bundestagsparteien gegen AfD-Politiker richteten. Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden 808 Vorfälle registriert, darunter 68 Fälle von Körperverletzung oder tätlichen Angriffen. Im November 2025 gab es einen echten Brandanschlag auf das Auto des Hamburger AfD-Bundestagsabgeordneten Bernd Baumann, zu dem sich eine linksradikale Gruppe bekannte. Kurz darauf wurde der AfD-Bundestagsabgeordnete Julian Schmidt bei einem linken Protest in Gießen von Vermummten körperlich attackiert.
Die Realität liefert also mehr als genug Material, um die Bedrohung konservativer Politiker durch linksextreme Gewalt zu dokumentieren. Wer in dieser Situation einen Anschlag fingiert, untergräbt nicht nur die Glaubwürdigkeit seiner eigenen Partei, sondern spielt jenen in die Hände, die echte Angriffe auf AfD-Politiker relativieren oder gar leugnen wollen. Jeder einzelne tatsächliche Übergriff wird durch solche Fälschungen entwertet – ein Geschenk an die politische Gegenseite, das diese dankbar annehmen wird.
Das Phänomen der inszenierten Opferrolle
Dabei ist das Phänomen fingierter politischer Angriffe keineswegs auf eine Seite des politischen Spektrums beschränkt. In der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle, in denen sich Personen aus dem linken Lager selbst Hakenkreuze einritzten oder rechtsextreme Übergriffe erfanden, um Aufmerksamkeit zu generieren und politisches Kapital daraus zu schlagen. Die mediale Empörung fiel in solchen Fällen freilich deutlich verhaltener aus, als sie es nun im Fall des AfD-Mitglieds sein dürfte. Man darf gespannt sein, wie lange dieser Vorfall durch die Talkshows und Leitartikel der Republik gereicht wird – während echte linksextreme Gewalt gegen konservative Politiker weiterhin bestenfalls eine Randnotiz bleibt.
Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis: Dummheit kennt keine Parteigrenzen. Und wer seiner eigenen Sache einen derartigen Bärendienst erweist, hat in keiner politischen Organisation etwas verloren. Die AfD tut gut daran, diesen Mann schnellstmöglich auszuschließen und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt: die dokumentierte, reale Bedrohung ihrer Mitglieder und Mandatsträger durch linksextreme Gewalt – eine Bedrohung, die keiner Inszenierung bedarf, weil sie jeden Tag aufs Neue traurige Realität ist.
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