
Selbstgebaute Bombe vor New Yorker Bürgermeisterresidenz: FBI ermittelt wegen IS-inspiriertem Terror
Was sich am vergangenen Samstag vor der Gracie Mansion in New York abspielte, liest sich wie das Drehbuch eines Terrorfilms – ist aber bittere Realität. Zwei junge Männer aus Pennsylvania sollen bei einer Demonstration vor dem Amtssitz des New Yorker Bürgermeisters einen selbstgebauten Sprengsatz geworfen haben, der nach Einschätzung der Polizei durchaus das Potenzial gehabt hätte, Menschen zu töten oder schwer zu verletzen. Das FBI hat die Ermittlungen übernommen und untersucht den Vorfall als vom Islamischen Staat inspirierten Terrorakt.
TATP – die „Mutter des Satans" in einer Sportflasche
Die Details des Vorfalls sind erschreckend. NYPD-Kommissarin Jessica S. Tisch erklärte auf einer Pressekonferenz, dass einer der sichergestellten Sprengsätze den hochexplosiven Stoff Triaceton-Triperoxid (TATP) enthalten habe. Dieser Sprengstoff, in Terrorkreisen zynisch als „Mutter des Satans" bezeichnet, sei bei zahlreichen Anschlägen weltweit zum Einsatz gekommen – unter anderem in Frankreich, Großbritannien und Belgien. Die Bombe soll aus Sportgetränkeflaschen bestanden haben, die mit TATP gefüllt und mit Klebeband umwickelt waren. Dass der Sprengsatz nicht vollständig detonierte, sondern lediglich Rauch freisetzte, dürfte reinem Glück geschuldet sein.
Bürgermeister Zohran Mamdani – der erste muslimische Bürgermeister New Yorks – sprach ebenfalls auf der Pressekonferenz und machte deutlich, dass die Sprengsätze darauf ausgelegt gewesen seien, „zu verletzen, zu verstümmeln oder Schlimmeres" anzurichten.
Selbstradikalisierte Täter mit IS-Bezug
Bei den Festgenommenen handelt es sich um den 18-jährigen Emir Balat und den 19-jährigen Ibrahim Kayumi, der auch unter dem Namen Ibrahim Nikk bekannt sein soll. Beide stammen aus Pennsylvania. Berichten zufolge hätten sich die beiden Männer in den vergangenen Jahren selbst radikalisiert und regelmäßig Propagandavideos des Islamischen Staates konsumiert. Einer der Verdächtigen soll gegenüber den Ermittlern angegeben haben, die Bombe auf rechte Demonstranten geworfen zu haben, weil diese seine Religion beleidigt hätten.
Man muss sich diese Aussage auf der Zunge zergehen lassen: Eine vermeintliche Beleidigung der eigenen Religion soll also als Rechtfertigung für einen Bombenanschlag herhalten. Hier offenbart sich ein Radikalisierungsproblem, das keineswegs auf die Vereinigten Staaten beschränkt ist. Auch in Europa – und ganz besonders in Deutschland – kennen wir die Muster der islamistischen Selbstradikalisierung über das Internet nur zu gut.
Demonstration eskalierte bereits vor dem Anschlag
Der Vorfall ereignete sich während einer anti-islamischen Kundgebung des rechten Aktivisten Jake Lang, der mit rund 20 Anhängern vor der Gracie Mansion erschienen war. Die Zahl der Gegendemonstranten wuchs auf über 100 Personen an. Bereits vor dem Bombenanschlag sei es zu Schlägereien und dem Einsatz von Pfefferspray gekommen. Ein Pulverfass, das nur darauf wartete, zu explodieren – im wahrsten Sinne des Wortes.
FBI vollstreckt Durchsuchungsbefehle
Die Ermittlungen werden von der gemeinsamen Anti-Terror-Einheit von FBI und NYPD sowie der Bundesanwaltschaft des Southern District of New York geführt. Am Sonntag seien Durchsuchungsbefehle für die Wohnungen der Verdächtigen in Pennsylvania vollstreckt worden. In einem Fahrzeug eines der Beschuldigten hätten Ermittler Materialien zum Bombenbau sichergestellt. Eine Verbindung zum Iran oder zum aktuellen Nahostkonflikt sei bislang nicht festgestellt worden, so Kommissarin Tisch.
Dieser Vorfall sollte auch hierzulande als Warnsignal verstanden werden. Die Selbstradikalisierung junger Männer über soziale Medien und Terrorpropaganda im Internet ist ein globales Phänomen, das auch Deutschland massiv betrifft. Während die politische Klasse in Berlin sich lieber mit Gendersternchen und Klimakleber-Debatten beschäftigt, wächst die islamistische Bedrohung im Verborgenen weiter. Die Sicherheitsbehörden warnen seit Jahren vor genau solchen Szenarien – doch die politischen Konsequenzen bleiben regelmäßig hinter dem zurück, was notwendig wäre, um die Bürger wirksam zu schützen. Es bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hier entschlossener handelt als ihre Vorgänger.
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