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05.10.2026
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Schulden-Beben: Euro stürzt ab, Renditen explodieren – wer zahlt?

Schulden-Beben: Euro stürzt ab, Renditen explodieren – wer zahlt?
Symbolbild: KI-generiert

Der Euro ist am Montag auf den tiefsten Stand zum US-Dollar seit Mai 2025 gefallen. In Asien rutschte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1161 Dollar. Zugleich steigen die Renditen für Staatsanleihen in den USA und in Europa auf Mehrjahreshochs. Die Märkte melden sich mit Wucht zurück und präsentieren den Schuldenstaaten des Westens die Rechnung.

Paris wackelt, Madrid wählt neu

Im Mittelpunkt steht Frankreich. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen kletterte am Montagmorgen auf 4,917 Prozent und liegt damit nahe am 24-Jahreshoch der Vorwoche. Laut dem Datenanbieter LSEG ist der Abstand zu deutschen Bundesanleihen auf rund 146 Basispunkte gewachsen. So stark wie in der vergangenen Woche ist er seit 17 Jahren nicht mehr gestiegen.

Und dann noch Spanien. Ministerpräsident Pedro Sánchez rief am Montag eine vorgezogene Wahl für den 29. November aus, nachdem das Parlament zwei Wohnungsdekrete seiner Minderheitsregierung abgelehnt hatte. Damit wanken zwei der größten Volkswirtschaften der Eurozone gleichzeitig. Für Anleger ist das ein ziemlich giftiger Mix.

Medienberichten zufolge geraten inzwischen auch italienische, belgische und griechische Anleihen unter Druck. Analysten der belgischen KBC sprechen von einer „klaren Ansteckung“. Wer sich an die Eurokrise erinnert, kennt dieses Muster.

Lagarde beschwichtigt, die Märkte glauben es nicht

EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte der französischen Zeitung La Croix zur Lage in Paris:

„Wenn die Staatsverschuldung nahe 120 Prozent des BIP liegt und nicht auf einen klaren Konsolidierungspfad zusteuert, ist das eine ernste Sache.“

Im selben Atemzug versicherte sie, die Lage sei „nicht 2008 oder 2011“. Ob das beruhigt? Die Notenbank steckt in der Klemme. Die Inflation in der Eurozone lag im September bei 3,8 Prozent, die EZB hat die Zinsen seit Juni zweimal angehoben. Ihr Anleihe-Notfallprogramm TPI aus dem Jahr 2022 kam noch nie zum Einsatz. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel stellte klar, der Fokus liege auf der Preisstabilität und nicht auf „bestimmten Spreads“.

Auch Washington zahlt einen hohen Preis

Jenseits des Atlantiks sieht es kaum besser aus. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 5,303 Prozent, bei 30 Jahren Laufzeit sind es 5,663 Prozent. Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins im September um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Erleichterung brachte nur ein schwacher Arbeitsmarktbericht mit lediglich 29.000 neuen Stellen, weil er die Wetten auf eine weitere Zinserhöhung dämpfte. Am Mittwoch veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer Septembersitzung.

Hinzu kommt der Ölpreis. Die Nordseesorte Brent kostete zuletzt 102,67 Dollar je Barrel. Laut Berichten will der iranische Parlamentspräsident die Straße von Hormus erst dann wieder öffnen, wenn Teherans Bedingungen für ein Ende des Krieges mit den USA erfüllt sind.

Goldman-Manager fordert Ausgabendisziplin

Bemerkenswert deutlich äußerte sich Anthony Gutman, Co-Chef von Goldman Sachs International. Um die steigenden Finanzierungskosten in den Griff zu bekommen, brauche es niedrigere Staatsausgaben und mehr Wachstum. Steigende Renditen seien ein Problem in der gesamten westlichen Welt. In Berlin dürfte man das ungern hören. Dort hat die Regierung Merz mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen gerade selbst neue Schulden in Rekordhöhe beschlossen.

Börsen: Ruhe vor dem Sturm?

Die Aktienmärkte zeigen sich bisher erstaunlich gelassen. Der Nikkei schloss 2,4 Prozent höher, der DAX legte leicht zu. Für Schlagzeilen sorgte die französische Schneider Electric: Sie will den US-Softwarekonzern PTC für 22,6 Milliarden Dollar in bar übernehmen. Die Schneider-Aktie fiel daraufhin um 7,6 Prozent. In Brasilien sprang ein großer Länder-ETF vorbörslich um 13 Prozent, nachdem Flavio Bolsonaro im ersten Wahlgang knapp vor Amtsinhaber Lula lag.

Citi-Strategin Beata Manthey sieht globale Aktien seit Jahresbeginn rund zwölf Prozent im Plus und knapp unter ihren Rekordhochs. Sie fragt allerdings selbst, ob die Kurse irgendwann korrigieren müssen, um die tatsächlichen Risiken abzubilden. Hohe Bewertungen, steigende Zinsen und Staaten mit Finanzierungsproblemen sind eine heikle Kombination.

Wer sein Vermögen gegen Währungsschwäche und Schuldenkrisen absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Edelmetalle hängen nicht vom Versprechen eines Staates ab.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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