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27.05.2026
06:35 Uhr

Sam Altman im Kanzleramt: Wenn Silicon Valley fünfmal anklopft, öffnet Berlin bereitwillig die Tür

Sam Altman im Kanzleramt: Wenn Silicon Valley fünfmal anklopft, öffnet Berlin bereitwillig die Tür

Es ist eine bemerkenswerte Häufigkeit: Fünfmal binnen weniger Monate hat sich OpenAI-Chef Sam Altman mit Spitzenvertretern der schwarz-roten Bundesregierung getroffen. Was wie ein gewöhnlicher Lobby-Termin klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein bemerkenswerter Vorgang, der Fragen nach Transparenz, Abhängigkeiten und Prioritäten aufwirft. Hervorgegangen sind die Zahlen aus einer Antwort des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion, über die das Portal T-Online berichtete.

Der Stundenplan eines Silicon-Valley-Stars in Berlin

Die Sequenz liest sich wie der Terminkalender eines Staatsgastes: Bereits am 25. Juni 2025, gerade einmal sieben Wochen nach der Vereidigung der Merz-Regierung, klopfte Altman erstmals bei Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) an. Am 24. September folgte ein Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz höchstpersönlich. Bereits am Tag darauf sprach Altman erneut bei Wildberger vor – und schob noch ein Gespräch mit Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hinterher. Den vorläufigen Schlusspunkt setzte ein weiteres Treffen mit Wildberger am 22. Oktober.

Zum Vergleich: Mit dem CEO des Chipgiganten Nvidia traf man sich lediglich zweimal, mit Apple-Chef Tim Cook ein einziges Mal. Andere Konzernchefs außereuropäischer Tech-Riesen? Fehlanzeige. OpenAI scheint in Berlin offenbar eine Sonderbehandlung zu genießen.

Vage Antworten, klare Folgen

Bemerkenswert ist die schmallippige Auskunft der Bundesregierung zum Inhalt der Treffen. Da heißt es lapidar „Gespräch auf Anfrage des Unternehmens", „Allgemeiner Austausch" oder „Austausch zu digitalpolitischen Themen". Mehr will man nicht preisgeben – grundsätzlich gebe man keine Auskunft zu Inhalten solcher Gespräche, ließen Kanzleramt und Digitalministerium verlauten. Dass ausgerechnet am Tag des Treffens zwischen Merz und Altman die Kooperation „OpenAI for Germany" zwischen OpenAI und SAP verkündet wurde – eine Anwendung für die deutsche Verwaltung –, dürfte indes kaum ein Zufall sein. Wildberger jubelte umgehend, dies sei ein „gutes Signal".

Digitale Souveränität – ein Lippenbekenntnis?

Es ist eine bittere Ironie: Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump im Januar 2025 trommelt die Bundesregierung lautstark für die sogenannte digitale Souveränität Europas. Man wolle Abhängigkeiten von außereuropäischen Tech-Konzernen abbauen, heißt es allerorten in Sonntagsreden. Doch was passiert in der Praxis? Man bindet ausgerechnet einen US-amerikanischen KI-Konzern, der eng mit Microsoft verwoben ist, in die deutsche Verwaltung ein. Wer braucht da noch Souveränität, wenn man die Schlüssel der digitalen Verwaltung an Silicon Valley übergibt?

Selbst die Grünen-Digitalpolitikerin Rebecca Lenhard – die man in dieser Frage durchaus zitieren darf, ohne ihre sonstige Politik gutzuheißen – brachte es auf den Punkt: Für Gespräche mit Big Tech finde Schwarz-Rot offenbar reichlich Zeit, während der eigentliche Fokus auf dem Abbau digitaler Abhängigkeiten liegen müsste. Dass andere CEOs vergleichbarer Konzerne keinen ähnlichen Zugang erhielten, sei „erklärungsbedürftig".

Wenn Konzerne die Politik schreiben

Die Vorgänge zeigen ein altbekanntes Muster: Während mittelständische deutsche Unternehmer monatelang um Termine bei Ministerien betteln dürfen und sich durch Bürokratie kämpfen, rollt man dem CEO eines US-Konzerns den roten Teppich aus – fünfmal. Dass dabei am Ende ein lukrativer Verwaltungsauftrag für genau jenen Konzern steht, der die ministeriellen Türen so oft öffnen durfte, ist mindestens ein Geschmäckle wert. Wer Korruption sucht, muss nicht in fernen Ländern danach forschen – die feinere, salonfähige Variante des Lobbyismus blüht direkt in Berlin.

Die Bundesregierung wäre gut beraten, hier Transparenz herzustellen. Doch wer auf eine ehrliche Aufklärung wartet, dürfte vergeblich warten. Die Politik der großen Koalition aus CDU/CSU und SPD hat in den ersten Monaten gezeigt, dass alte Reflexe weiter funktionieren: Konzerninteressen werden bedient, der Bürger bleibt außen vor. Und wer mit kritischen Nachfragen kommt, wird mit floskelhaften Antworten abgespeist.

Lehren für den klugen Sparer

Wer dieser Tage die politische Landschaft beobachtet, erkennt rasch: Die Verquickung von Politik und Konzerninteressen, die galoppierende Verschuldung durch das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und die zunehmende Abhängigkeit von außereuropäischen Tech-Giganten sind keine guten Vorzeichen für die wirtschaftliche Stabilität Deutschlands. In Zeiten, in denen Vertrauen in politische Institutionen und Währungssysteme erodiert, gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährte Säule der Vermögenssicherung wieder massiv an Bedeutung. Sie kennen keine Lobbygruppen, keine Konzerninteressen und keine politischen Versprechen, die am nächsten Morgen gebrochen werden – sie sind, was sie sind: greifbares, knappes Geld, das seit Jahrtausenden Krisen überdauert hat.

Hinweis: Die hier wiedergegebenen Einschätzungen stellen die Meinung unserer Redaktion dar und sind keine Anlageberatung. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem unabhängigen Berater getroffen werden. Eine Haftung für Vermögensentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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