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Kettner Edelmetalle
01.06.2026
21:33 Uhr

Russland stoppt Kerosin-Exporte: Wie ukrainische Drohnen die Raffinerien des Kremls lahmlegen

Russland stoppt Kerosin-Exporte: Wie ukrainische Drohnen die Raffinerien des Kremls lahmlegen

Es ist eine Maßnahme, die viel über den Zustand der russischen Energiewirtschaft verrät: Moskau hat am Montag ein temporäres Exportverbot für Flugturbinenkraftstoff verhängt. Bis zum 30. November 2026 darf kein Kerosin mehr außer Landes gehen – Lieferungen im Rahmen zwischenstaatlicher Abkommen ausgenommen. Der offizielle Grund, so verlautet aus der russischen Regierung, sei die Sicherung der heimischen Versorgung mit Flugzeugtreibstoff.

Doch hinter dieser nüchternen Begründung steckt eine handfeste Krise. Wie das Portal OilPrice.com berichtet, ist die russische Raffineriekapazität in den vergangenen Wochen durch intensivierte ukrainische Drohnenangriffe massiv unter Druck geraten.

Verarbeitungsrate auf 16-Jahres-Tief

Die Drohnenschläge gegen russische Raffinerien hätten die Rohöl-Verarbeitungsrate des Landes auf den niedrigsten Stand seit mehr als 16 Jahren gedrückt, heißt es in dem Bericht. Kiew ziele dabei systematisch auf ein breites Spektrum von Energieanlagen – von Seehäfen über Pipelines bis hin zu großen Raffinerien.

Das Exportverbot für Kerosin folgt auf ein bereits seit dem 1. April geltendes Ausfuhrverbot für Benzin. Russlands Raffineriekapazität sei durch die zunehmenden Angriffe spürbar geschwächt worden.

Geringe Auswirkungen auf den Weltmarkt

Für den ohnehin angespannten internationalen Kerosinmarkt dürfte das Verbot kaum spürbar sein. Denn Russland spielt als Exporteur von Flugzeugtreibstoff nur eine untergeordnete Rolle.

Im vergangenen Jahr exportierte Russland im Schnitt rund 30.000 Barrel pro Tag – weniger als zwei Prozent der weltweiten Versorgung, so Daten, die Bloomberg vom Analysehaus Vortexa zusammengestellt hat.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 sei der tägliche Durchschnitt auf 28.000 Barrel gesunken, wobei die Türkei der wichtigste Abnehmer gewesen sei.

Die Strategie hinter den Angriffen

Kiew verfolgt mit den Attacken ein klares Ziel: Die Einnahmen des Kremls aus dem Energiegeschäft sollen versiegen. Seit dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten habe die Ukraine mehrere große Raffinerien und Ölexportterminals ins Visier genommen, um Russland davon abzuhalten, von den gestiegenen internationalen Öl- und Treibstoffpreisen zu profitieren.

Im vergangenen Monat nahm die Ukraine die Raffinerie Jaroslawl mit einer Kapazität von 300.000 Barrel pro Tag ins Visier. Es war nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereits der vierte Angriff auf die teilweise zu Gazprom Neft gehörende Anlage innerhalb eines Monats.

„Wir tragen den Krieg zurück nach Hause – nach Russland – und das ist nur gerecht“, soll Selenskyj im Mai erklärt haben.

Steigende Öleinnahmen trotz Krieg

Pikant ist die Ausgangslage: Seit die internationalen Rohölpreise im Zuge des Nahost-Konflikts angezogen haben, konnte Russland seine Öleinnahmen sogar steigern. Nicht nur die Preise kletterten – russisches Öl wurde durch US-Ausnahmegenehmigungen für bereits verladene Tankerladungen für Indien erneut attraktiv.

Genau hier setzt die ukrainische Strategie an: Durch verstärkte Angriffe auf Raffinerien und Exporthäfen soll die Fähigkeit Russlands beschnitten werden, von dieser Preisrally zu profitieren.

Was das für Anleger bedeutet

Die Episode zeigt einmal mehr, wie verwundbar die Energieinfrastruktur ganzer Nationen in einem Zeitalter geopolitischer Spannungen geworden ist. Wer in unsicheren Zeiten nach Stabilität sucht, blickt nicht selten auf jene Werte, die unabhängig von Pipelines, Raffinerien und politischen Verwerfungen ihren Wert über Jahrhunderte bewahrt haben. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten traditionell als Anker zur Vermögenssicherung und können eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio darstellen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Informationen entsprechen unserer Einschätzung sowie den uns vorliegenden Quellen und dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Im Zweifel sollte ein unabhängiger Fachberater hinzugezogen werden.

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