
Russland springt China als Energieretter bei: Der Iran-Krieg würgt die globale Versorgung ab

Während die Welt gebannt auf die militärische Eskalation im Nahen Osten blickt, formiert sich im Hintergrund eine geostrategische Allianz, die das globale Machtgefüge nachhaltig verschieben könnte. Russland hat China offiziell angeboten, etwaige Energieengpässe auszugleichen, die durch den anhaltenden Iran-Konflikt und die amerikanische Blockade der Straße von Hormus entstanden sind. Ein Angebot, das weit mehr ist als bloße Nachbarschaftshilfe – es ist ein geopolitisches Signal an Washington.
Lawrow in Peking: Freundschaft „unerschütterlich in jedem Sturm"
Russlands Außenminister Sergei Lawrow traf am Mittwoch in Peking den chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Die Botschaft war unmissverständlich: Moskau und Peking stehen Seite an Seite. „Russland kann die Ressourcenlücke, die in China und anderen Ländern entstanden ist, zweifellos füllen", erklärte Lawrow laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Man sei bereit, mit allen Staaten zusammenzuarbeiten, die an einer gleichberechtigten und für beide Seiten vorteilhaften Kooperation interessiert seien.
Beide Seiten bezeichneten ihre Beziehung als „unerschütterlich in jedem Sturm" – eine Formulierung, die angesichts der aktuellen Weltlage kaum zufällig gewählt sein dürfte. Chinas Außenministerium betonte seinerseits, dass die Länder ihre „praktische Zusammenarbeit im Energiebereich" auf Basis von „gegenseitigem Respekt und gegenseitigem Nutzen" fortführten.
Die Straße von Hormus als Nadelöhr der Weltwirtschaft
Der Hintergrund dieser demonstrativen Annäherung ist dramatisch. Die US-amerikanischen Militäroperationen gegen den Iran, die von Washington und Israel gemeinsam vorangetrieben werden, haben die globalen Öl- und Gaspreise in die Höhe schießen lassen. Die amerikanische Blockade der Straße von Hormus – jener maritimen Passage, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Rohöltransports fließt – trifft insbesondere China empfindlich. Peking ist auf iranisches Rohöl angewiesen und benötigt darüber hinaus zahlreiche weitere Rohstoffe, die durch diese strategische Meerenge transportiert werden müssen.
Daten vom Dienstag zeigten bereits, dass Chinas Rohöl- und Gasimporte im März im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen seien – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Versorgungsstörungen aus dem Nahen Osten Wirkung zeigen. Chinas Außenministerium nannte die US-Blockade in ungewöhnlich scharfen Worten einen „gefährlichen und unverantwortlichen Akt", der die Spannungen in der Region weiter anheizen werde.
Russland als lachender Dritter?
Man muss kein Zyniker sein, um festzustellen: Für Moskau erweist sich der Iran-Konflikt als finanzieller Glücksfall. Als die Energielieferungen aus dem Nahen Osten einbrachen, wandten sich die großen Abnehmer Indien und China verstärkt an Russland. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im ersten Quartal 2026 gingen sage und schreibe 90 Prozent der gesamten russischen Rohölexporte nach China und Indien. Russlands Einnahmen aus fossilen Brennstoffen sind massiv gestiegen – eine Ironie der Geschichte, bedenkt man, dass der Westen Russland eigentlich wirtschaftlich isolieren wollte.
Lawrow selbst kommentierte die Situation mit kaum verhohlener Genugtuung: „Gott sei Dank verfügen wir und China über alle Kapazitäten – sowohl die bereits genutzten als auch die in Reserve befindlichen und die geplanten –, um nicht von dieser Art aggressiver Abenteuer abhängig zu sein." Eine bemerkenswerte Aussage, die zeigt, wie selbstbewusst sich die russisch-chinesische Achse mittlerweile gegenüber Washington positioniert.
Putin und Xi: Gipfeltreffen in Sichtweite
Die diplomatische Choreographie der kommenden Wochen verspricht hochspannend zu werden. US-Präsident Donald Trump soll am 14. und 15. Mai Xi Jinping treffen. Nur wenige Tage später, möglicherweise bereits in der Woche ab dem 18. Mai, könnte Russlands Präsident Wladimir Putin nach Peking reisen. Die Reihenfolge dürfte kein Zufall sein – Peking demonstriert damit, dass es sich von niemandem in die Ecke drängen lässt und seine strategischen Partnerschaften souverän pflegt.
Dennoch wäre es zu kurz gegriffen, Russland und China als reine Profiteure des Konflikts darzustellen. Beide Länder haben handfeste Interessen an einem baldigen Ende der Feindseligkeiten. Für Russland ist der Iran ein wichtiger Verbündeter im Nahen Osten – ein weiterer Partner, der fällt, wäre ein strategischer Verlust. China wiederum ist trotz beachtlicher strategischer Ölreserven und eines diversifizierten Energiemixes langfristig auf stabile globale Lieferketten angewiesen. Längere Versorgungsunterbrechungen könnten die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt empfindlich treffen.
Was bedeutet das für Europa – und für Deutschland?
Die sich abzeichnende energiepolitische Achse zwischen Moskau und Peking sollte auch in Berlin die Alarmglocken schrillen lassen. Während Russland und China ihre Zusammenarbeit im Energiesektor pragmatisch ausbauen, hat sich Deutschland unter dem Einfluss ideologiegetriebener Energiepolitik in eine prekäre Abhängigkeit manövriert. Die Abkehr von russischem Gas, der gleichzeitige Ausstieg aus der Kernenergie und die blinde Fixierung auf erneuerbare Energien haben den Industriestandort Deutschland verwundbarer gemacht denn je.
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz steht vor der gewaltigen Aufgabe, diese energiepolitischen Versäumnisse der Vorgängerregierung zu korrigieren. Ob das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur auch eine echte Energiesicherheitsstrategie beinhaltet, bleibt abzuwarten. Die Zeichen stehen jedenfalls auf Sturm: Steigende Energiepreise, geopolitische Verwerfungen und eine Weltwirtschaft, die zunehmend in Blöcke zerfällt.
Für den deutschen Bürger bedeutet all dies vor allem eines: Unsicherheit. Unsicherheit über die Energieversorgung, über die Preisentwicklung und über die Frage, ob Deutschland in dieser neuen Weltordnung noch eine relevante Stimme haben wird. Die russisch-chinesische Energieallianz ist ein Weckruf – die Frage ist nur, ob jemand in Berlin zuhört.
Gold als Fels in der Brandung
In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, explodierender Energiepreise und einer zunehmend fragilen Weltwirtschaftsordnung erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Wer sein Portfolio mit Gold und Silber diversifiziert, schützt sich nicht nur gegen Inflation, sondern auch gegen die unberechenbaren Folgen geopolitischer Krisen, die – wie der aktuelle Iran-Konflikt zeigt – über Nacht die globalen Märkte erschüttern können.
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