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19.08.2026
14:45 Uhr
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Razzia im Machtzentrum Kiews: Selenskyj feuert seine Vize-Bürochefin

Razzia im Machtzentrum Kiews: Selenskyj feuert seine Vize-Bürochefin
Symbolbild: KI-generiert

Ukrainische Antikorruptionsermittler haben am Mittwoch das Haus von Iryna Mudra durchsucht – der stellvertretenden Leiterin des Präsidialamts in Kiew. Nur wenige Stunden später war die Juristin ihren Posten los: Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ sie per Dekret Nr. 734/2026, ohne eine Begründung zu nennen. Im Zentrum der Ermittlungen stehen 150 Millionen Hrywnja, rund drei Millionen Euro.

Ein Netzwerk aus Abgeordneten, Bankmanagern und Präsidialamt?

Das Nationale Antikorruptionsbüro NABU und die Sonderstaatsanwaltschaft SAP sprechen von einer groß angelegten Operation gegen eine mutmaßliche kriminelle Vereinigung. Angeführt worden sein soll sie laut Behördenangaben von einem amtierenden und einem früheren Parlamentsabgeordneten.

Zu der Gruppe hätten außerdem ein stellvertretender Leiter des Präsidialamts sowie der Vorstandschef und der Aufsichtsratsvorsitzende einer staatlichen Bank gehört. Namen nannte die Behörde zunächst nicht. Für alle Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung – gerichtlich bestätigt ist bislang nichts.

Die Ermittler tauften den Fall „Operation Forrest Gump“. Nach ihrer Darstellung habe das Netzwerk Anfang Juni faktisch die Kontrolle über die staatliche Sense Bank erlangt und das Institut für eigene Zwecke genutzt. Auch dort erschienen Ermittler, ebenso in Räumen, die mit dem Ex-Abgeordneten und Bauunternehmer Maksym Mykytas verbunden sein sollen.

Bargeld für eine Millionen-Kaution

Die Millionensumme soll dem NABU zufolge in bar aus mutmaßlich kriminellen Quellen gestammt und über Konten kontrollierter Firmen in den legalen Zahlungsverkehr eingespeist worden sein. Bestimmt gewesen sei das Geld für die Kaution eines Beschuldigten im Korruptionskomplex „Midas“.

Wer genau gemeint ist, sagten die Behörden offiziell nicht. Veröffentlichte Gesprächsmitschnitte und die Höhe der Summe deuten laut dem Bericht jedoch auf den früheren Energie- und Justizminister Herman Haluschtschenko hin – für ihn hatte ein Gericht eine Kaution von exakt 150 Millionen Hrywnja festgesetzt.

Ukrainische Medien berichteten unter Berufung auf durchgesickerte Durchsuchungsbeschlüsse, Mudra habe das Geld beschaffen und die Sense Bank unter die Kontrolle des Präsidialamts bringen sollen. Der Abgeordnete Wadym Stolar bestätigte auf Facebook Ermittlungsmaßnahmen bei sich und erklärte:

„Ich arbeite offen mit den Vertretern des Büros zusammen. Ich behindere die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden in keiner Weise“

„Midas“, Jermak – und jetzt die nächste Stufe

Der neue Fall knüpft an den Skandal um den Atomkonzern Energoatom an. Dort sollen Beteiligte laut NABU zehn bis 15 Prozent des Auftragswerts von Vertragspartnern verlangt haben; rund 100 Millionen US-Dollar seien durch ein Geldwäschenetzwerk geflossen. Bereits Ende 2025 hatte Selenskyj seinen damaligen Bürochef Andrij Jermak nach Ermittlungen entlassen und der EU einen harten Anti-Korruptionskurs zugesichert.

Die Razzia fiel, wie österreichische Medien berichten, mitten in eine ohnehin brisante Lage: Am selben Tag bestätigte die Rada einen neuen Verteidigungsminister, nachdem die Absetzung des populären Vorgängers Mychajlo Fedorow im Juli landesweite Proteste ausgelöst hatte. Fedorow selbst forderte am Dienstag Wahlen und sprach von einer „systemischen Regierungskrise“.

Was das für deutsche Steuerzahler bedeutet

Aus Sicht unserer Redaktion ist das die unbequeme Kehrseite der Milliardenhilfen: Berlin und Brüssel überweisen, während in Kiew Ermittler bis in die Führungsebene des Präsidialamts vordringen. Funktionierende Korruptionsbekämpfung ist Kernbedingung für einen EU-Beitritt – Kritiker fragen zu Recht, wie belastbar diese Bedingung tatsächlich noch ist.

Für Sparer bleibt die Lektion dieselbe wie in jeder politischen Vertrauenskrise: Wer Vermögen sichern will, streut breit – physische Edelmetalle können dabei eine sinnvolle Ergänzung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt die Meinung der Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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