
Putins Kriegskasse leert sich: Moskau zwingt sich zum Sparkurs

Der Krieg frisst seine Kinder – und in Russland zunehmend auch die Staatsfinanzen. Während der Kreml jahrelang den Eindruck zu erwecken versuchte, eine westliche Sanktionswelle wegstecken zu können wie ein Schwergewichtsboxer einen Mückenstich, holt nun die ökonomische Realität auch das Reich Wladimir Putins ein. Wie die Financial Times berichtet, drängt Russlands Finanzminister Anton Siluanow auf empfindliche Einschnitte im Staatshaushalt – ein Eingeständnis, das viel über den wahren Zustand der russischen Kriegswirtschaft verrät.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Dem russischen Staatshaushalt drohe in diesem Jahr eine Finanzierungslücke von umgerechnet rund 24 Milliarden Euro, so der Bericht. Doch dabei dürfte es kaum bleiben: Durch zusätzliche Militärausgaben könnte sich dieses Loch glatt verdoppeln. Wer einen Krieg führt, den er in drei Tagen gewinnen wollte und der sich nun ins fünfte Jahr schleppt, wird eben zwangsläufig zum Gefangenen seiner eigenen Logik.
Sage und schreibe 40 Prozent des russischen Staatshaushalts seien laut der Zeitung für Verteidigung und Sicherheit reserviert. Über 200 Milliarden Euro habe Moskau für die Kriegführung im laufenden Jahr eingeplant. Ursprünglich kalkulierte der Kreml mit einem Haushaltsdefizit von etwa 46 Milliarden Euro – nach nur vier Monaten lag dieses jedoch bereits bei über 70 Milliarden Euro. Das entspreche, so die Berechnungen, rund 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Sparkurs mit klaren Ausnahmen
Das Finanzministerium habe gefordert, Staatsausgaben in Höhe von etwa 35 Milliarden Euro einzufrieren. Bis 2028 könne das Volumen der Kürzungen sogar auf bis zu 85 Milliarden Euro anschwellen. Bemerkenswert ist allerdings, was vom Rotstift verschont bleiben soll: Sozial- und Verteidigungsausgaben. Mit anderen Worten – der Bürger soll bezahlen, die Kanonen dürfen weiter rollen. Bereits im Januar habe das Ministerium andere Behörden angewiesen, ihre nicht zwingend notwendigen Ausgaben um zehn Prozent zu reduzieren.
Angesichts der globalen Entwicklungen dürfe sich Russland keine Schwächen in seinen Finanzen leisten, warnte Siluanow. Die Regierung arbeite fortlaufend an der Stabilisierung der öffentlichen Finanzen.
Was uns das lehrt
Die Episode ist mehr als nur eine Randnotiz aus dem Moskauer Finanzministerium. Sie führt vor Augen, was Krieg mit einer Volkswirtschaft anrichtet – und sie ist zugleich eine unbequeme Mahnung an alle, die glauben, Staaten könnten beliebig Schulden anhäufen, ohne dass irgendwann die Rechnung präsentiert wird. Auch in Berlin sollte man genau hinhören: Während die neue Große Koalition unter Friedrich Merz munter ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen aufspannt und damit kommende Generationen in eine Zinsknechtschaft führt, zeigt das russische Beispiel, wie schnell sich der Boden unter scheinbar soliden Staatsfinanzen auftun kann.
Wenn Papiergeld und Staatsschuld ins Wanken geraten, gewinnen jene Werte an Bedeutung, die sich nicht per Federstrich vermehren lassen. Gold und Silber kennen keine Defizite, keine Finanzierungslücken und keine politischen Versprechen, die später gebrochen werden. Gerade in Zeiten, in denen Kriege Haushalte sprengen und Notenbanken die Druckerpresse anwerfen, beweisen physische Edelmetalle ihren Wert als krisenfeste Beimischung eines breit gestreuten Vermögens.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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