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Kettner Edelmetalle
09.04.2026
18:33 Uhr

Punk-Frontmann aus dem Osten schreibt Buch über die Provinz – und rechnet mit „Schwarz-Weiß-Denken" ab

Jan Gorkow, besser bekannt als Monchi, der wortgewaltige Sänger der Punkband Feine Sahne Fischfilet aus Mecklenburg-Vorpommern, hat sein zweites Buch angekündigt. Unter dem Titel „Jenseits der Brandmauer – über mein Leben in der ostdeutschen Provinz" soll das Werk am 13. August beim Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheinen. Der Zeitpunkt ist kaum zufällig gewählt: Im September stehen in Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahlen an.

Wahlkampf als literarische Kulisse

Monchi selbst inszeniert sich dabei als authentische Stimme des Ostens. Er sei kein Politiker, der nach dem Wahlkampfstand wieder verschwinde, kein Journalist auf Kurzvisite und kein Aktivist auf der Suche nach der nächsten Kampagne. Er lebe dort, er bleibe dort – egal, wie die Wahl ausgehe. In Mecklenburg-Vorpommern finde „gerade ein Umbruch statt", so der Musiker. Die Frage sei nur, wie groß dieser werde.

Man darf diese Worte durchaus mit einer gewissen Skepsis lesen. Denn wer die politische Landschaft in Ostdeutschland auch nur oberflächlich verfolgt, weiß: Der sogenannte „Umbruch" ist längst da. Die Menschen in den neuen Bundesländern haben die Nase voll von einer Politik, die ihre Sorgen jahrzehntelang ignoriert hat. Dass ausgerechnet ein Punkmusiker, der sich in der Vergangenheit nicht gerade durch differenzierte politische Analyse hervorgetan hat, nun ein „Plädoyer gegen Schwarz-Weiß-Denken" verfassen möchte, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Ein „Plädoyer gegen Schwarz-Weiß-Denken" – von wem?

Der Verlag beschreibt das Buch als Versuch, ein Miteinander zu propagieren, „wenn die Gegensätze unüberwindbar scheinen". Monchi wolle vor Ort etwas bewegen und dort alt werden, wo er es „so sehr liebt wie nirgends sonst". Schöne Worte, zweifellos. Doch die Frage drängt sich auf: Ist es glaubwürdig, wenn jemand gegen Schwarz-Weiß-Denken plädiert, der selbst jahrelang in einem politischen Lager fest verankert war, das jeden Andersdenkenden reflexartig hinter einer „Brandmauer" verorten wollte?

Die ostdeutsche Provinz verdient es, gehört zu werden. Das steht außer Frage. Die Menschen dort haben berechtigte Sorgen – über steigende Lebenshaltungskosten, über eine Migrationspolitik, die vielerorts als gescheitert empfunden wird, über den schleichenden Verfall der Infrastruktur. Ob ein Buch aus der Feder eines linken Punkrockers diese Sorgen tatsächlich ernst nimmt oder sie lediglich als Kulisse für die eigene moralische Selbstvergewisserung nutzt, wird sich zeigen müssen.

Ostdeutschland braucht keine Belehrungen

Bemerkenswert ist immerhin, dass Monchi sich offenbar bereits von den „woken Großstadtlinken" distanziert hat – zumindest wurde dies im Zusammenhang mit einem Konzert in der Berliner Max-Schmeling-Halle thematisiert. Vielleicht hat der Musiker tatsächlich erkannt, dass die ideologische Bevormundung aus den Metropolen bei den Menschen in der Provinz auf taube Ohren stößt. Die Bürger in Mecklenburg-Vorpommern, in Sachsen, in Thüringen wissen selbst am besten, was sie brauchen. Sie brauchen keine Belehrungen – weder von Politikern noch von Punkrockern.

Ob das Buch am Ende mehr ist als ein weiteres Kapitel im endlosen Kulturkampf um die Deutungshoheit über den deutschen Osten, bleibt abzuwarten. Die Landtagswahl im September wird jedenfalls deutlicher sprechen als jedes Buch es könnte.

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