
Pulverfass Naher Osten: Wie Trumps grünes Licht die Ölmärkte in den Abgrund reißen könnte
Es sind Meldungen wie diese, die den geopolitischen Beobachter aufhorchen lassen – und den vorausschauenden Anleger erst recht. Nach einem Bericht des US-Portals Axios soll der amerikanische Präsident Donald Trump dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, kurz MbS, persönlich das grüne Licht für einen Militärschlag gegen die jemenitischen Huthi-Rebellen gegeben haben. Das Ergebnis: die Bombardierung des internationalen Flughafens von Sanaa und das jähe Ende eines mühsam ausgehandelten Waffenstillstands, der jahrelang gehalten hatte.
Ein Telefonat mit weitreichenden Folgen
US-Regierungsvertreter berichteten dem Journalisten Barak Ravid, dass Riad in der vergangenen Woche in mehreren Gesprächen mit Washington um Rückendeckung ersucht habe – darunter ein direktes Telefonat zwischen Trump und MbS am Freitag. Der Kronprinz habe, so heißt es, Trump um dessen Unterstützung für eine Militäraktion gebeten und diese auch erhalten. Ein Handschlag, der Konsequenzen haben könnte, die weit über die arabische Halbinsel hinausreichen.
Man muss kein Historiker sein, um sich zu erinnern: Von 2015 bis 2022 unterstützten die Vereinigten Staaten einen brutalen, von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geführten Krieg gegen die Huthis – über die gesamte erste Amtszeit Trumps hinweg. Militärische Ausrüstung, Aufklärungsdaten, logistische Hilfe: Washington war stets mit von der Partie. Dass die USA auch bei dem jüngsten Schlag ihre Finger im Spiel hatten, liegt also alles andere als fern.
Warum ein Flughafen zum Zündfunken wurde
Der Auslöser klingt zunächst nebensächlich, offenbart aber die ganze Fragilität der Region. Die Saudis bombardierten den Flughafen von Sanaa, um die Landung einer Maschine aus dem Iran zu verhindern. An Bord: eine jemenitische Delegation, die zuvor an der Beerdigung des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Khamenei teilgenommen hatte. Das Flugzeug musste schließlich in der Hafenstadt Hodeidah ausweichen.
„Sollte sich die aktuelle Lage weiter zuspitzen, werden die Meerenge Bab al-Mandab und die Straße von Hormus in einer koordinierten Allianz geschlossen. Die Ölpreise würden dann in einem schrecklichen Schock auf 200 Dollar pro Barrel emporschnellen“, warnte Mohammed al-Farah, ein Mitglied des politischen Büros von Ansar Allah.
Die eigentliche Gefahr: Zwei Meerengen als Achillesferse der Weltwirtschaft
Wer glaubt, dies sei ein regionales Scharmützel unter Wüstenmächten, verkennt die Tragweite. Die Huthis reagierten prompt mit Raketen- und Drohnenangriffen auf einen saudischen Flughafen und drohten mit der Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab, jenem Nadelöhr zwischen Rotem Meer und Golf von Aden, durch das ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Warenverkehrs fließt. Kommt auch noch die Straße von Hormus hinzu, gerät das gesamte Gefüge der Weltwirtschaft ins Wanken.
Und hier stellt sich die unbequeme Frage: Was bedeutet ein Ölpreis von 200 Dollar für ein Deutschland, das seine Energiepolitik ohnehin auf ideologischen Sand gebaut hat? Ein Land, das seine Kernkraftwerke abgeschaltet hat und sich in blindem Vertrauen auf Wind und Sonne verlässt, während die geopolitischen Risiken sich vor unseren Augen auftürmen. Die Rechnung für diese Sorglosigkeit zahlt am Ende der deutsche Bürger – an der Zapfsäule, bei der Heizkostenabrechnung und im Supermarkt.
Was der besonnene Anleger daraus lernt
Geopolitische Erschütterungen dieser Größenordnung offenbaren stets die Schwächen papierener Vermögenswerte. Aktienkurse taumeln, Währungen geraten unter Druck, Lieferketten reißen. In solchen Zeiten zeigt sich, warum Gold und Silber über Jahrtausende ihren Wert bewahrt haben – als stiller Anker, wenn die Welt aus den Fugen gerät. Physische Edelmetalle sind kein Versprechen auf schnelle Rendite, sondern ein bewährter Schutzwall gegen jene Stürme, die von den Mächtigen dieser Welt heraufbeschworen werden. Eine kluge Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen war selten so naheliegend wie in diesen unruhigen Tagen.
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