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09.10.2026
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Porsche im Sinkflug: Ist die Krise im Westen schon im System angelegt?

Die Gewinnmarge von Porsche ist von 18 auf 1,1 Prozent eingebrochen. Jetzt soll mittelfristig jede vierte Stelle wegfallen. FĂŒr einen Finanzanalysten und Trendfolge-Experten ist das kein Ausrutscher einzelner Manager, sondern ein Zeichen dafĂŒr, dass im westlichen Wirtschaftsmodell etwas grundlegend schieflĂ€uft. Seine Frage klingt unbequem: Produziert das System seine Krisen inzwischen selbst?

Mehr Leistung, weniger im Portemonnaie

Zuerst das Paradox. Die ArbeitsproduktivitĂ€t in den USA steigt seit Jahrzehnten fast ohne Pause. Mit dem gleichen Aufwand entsteht immer mehr Wert, angetrieben durch Technik, Computer und lange Zeit billige Energie. An mangelndem Fleiß kann es also nicht liegen.

Trotzdem kommen viele Haushalte schlechter ĂŒber die Runden. Der Analyst verweist darauf, dass Familien immer weniger zurĂŒcklegen können und öfter mit der Kreditkarte bezahlen mĂŒssen. Viele Beobachter hielten das fĂŒr ein vorĂŒbergehendes Problem oder gĂ€ben den Betroffenen selbst die Schuld. Wenn aber immer mehr Menschen betroffen sind, liegt der Fehler womöglich im System.

Wenn die Kaufkraft schwindet, wird es fĂŒr alle teuer

Eigentlich ist das simple Marktlogik: Firmen verdienen dann am besten, wenn ihre Kunden Geld haben. Hotels wĂ€ren voller, Restaurants besser besucht, AutohĂ€ndler hĂ€tten mehr Kundschaft. Sinkt die Kaufkraft, mĂŒssen Unternehmen die Preise senken, weniger produzieren oder am Ende aufgeben.

Porsche ist dafĂŒr das Lehrbuchbeispiel. Medienberichten zufolge setzen dem Sportwagenbauer vor allem der Absatzeinbruch in China und höhere US-Zölle zu. Auf dem Kapitalmarkttag am 7. Oktober in Weissach stellte Konzernchef Michael Leiters die Strategie „Sportwagenschmiede '35“ vor. Sie sieht vor:

  • 25 Prozent weniger BeschĂ€ftigte, langfristig sind 30 Prozent angestrebt
  • 40 Prozent weniger FĂŒhrungsposten
  • eine Gewinnschwelle unter 200.000 Fahrzeugen
  • mittelfristig wieder 10 bis 15 Prozent operative Rendite

Dabei behauptet kaum jemand, dass Porsche schlechte Autos baut. Genau das macht den Fall so unheimlich.

Die gefÀhrliche AbwÀrtsspirale

Wenn viele Firmen gleichzeitig Stellen streichen und weniger produzieren, sinkt die Kaufkraft im nĂ€chsten Jahr weiter. Dann folgen neue KĂŒrzungen, und die Spirale dreht sich schneller. Ökonomen sprechen von einer deflationĂ€ren Todesspirale.

Laut dem Analysten springt dann fast immer der Staat ein. Er nimmt Schulden auf und schafft damit eine kĂŒnstliche Nachfrage, wo die echte gerade wegbricht. Der Preis dafĂŒr ist hoch: Die Politik entscheidet, wer auf dem Markt gewinnt und wer verliert. Erfolg hĂ€ngt dann weniger von guten Ideen ab und mehr von den richtigen Kontakten zur Regierung. Der Autor nennt das Staatskapitalismus und erinnert dabei bissig an die Sowjetunion.

Deutschland steckt mittendrin

Hierzulande ist das lĂ€ngst Alltag. Die Regierung Merz plant ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro fĂŒr die Infrastruktur und fĂ€hrt die RĂŒstungsausgaben krĂ€ftig hoch. Der Analyst beobachtet, dass deutsche Industriebetriebe ihre klassische Produktion zurĂŒckfahren und sich stattdessen staatliche RĂŒstungsauftrĂ€ge sichern. Kritiker halten das fĂŒr eine gefĂ€hrliche Verschiebung: Der Steuerzahler ersetzt den Kunden, und am Ende bezahlen kĂŒnftige Generationen die Schulden. Dabei hatte Friedrich Merz einst versprochen, keine neuen Schulden zu machen.

Polarisierung ohne Ausweg?

Der Autor sieht als Folge eine immer grĂ¶ĂŸere Kluft beim Vermögen. Wer politisch gut vernetzt ist, wird reicher. Wer nicht, fĂ€llt zurĂŒck. Wer viel hat, nutze seinen Einfluss seiner Ansicht nach eher, um Privilegien zu sichern, als um sie zu teilen.

Sein Fazit fĂ€llt dĂŒster aus. Mit einem „Weiter so“ lasse sich diese Dauerkrise nicht lösen. Er rechnet damit, dass immer wieder akute Krisen aufbrechen, obwohl Technik und ProduktivitĂ€t weiter wachsen.

Ob man diese EinschĂ€tzung ganz teilt oder nicht: Wenn Staaten mit immer mehr Schulden eine kĂŒnstliche Nachfrage erzeugen, verliert Papiergeld langfristig an Wert. Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte gezeigt, dass sie ihren Wert halten, wenn Regierungen ihre Versprechen brechen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können physische Edelmetalle deshalb eine sinnvolle Absicherung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Finanzprodukte zu kaufen oder zu verkaufen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst.

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