
Politisches Erdbeben in Großbritannien: Ex-Innenministerin wechselt zu Farages Reform UK

Was sich seit Monaten angedeutet hatte, ist nun Realität geworden: Suella Braverman, einst mächtige Innenministerin unter den Konservativen, hat den Tories den Rücken gekehrt und sich Nigel Farages aufstrebender Reform UK angeschlossen. Ein Paukenschlag, der die ohnehin angeschlagene konservative Partei in ihren Grundfesten erschüttert – und der zeigt, wohin die politische Reise in Europa gehen könnte.
Eine Hardlinerin findet ihre politische Heimat
Dreißig Jahre lang war Braverman treues Mitglied der Tories, seit 2015 saß sie als Abgeordnete im Unterhaus. Doch nun ist Schluss mit der Loyalität gegenüber einer Partei, die ihrer Meinung nach versagt hat. „Die Einwanderung ist außer Kontrolle geraten. Unsere öffentlichen Dienste sind am Boden. Die Menschen fühlen sich nicht sicher", erklärte sie bei einer Veranstaltung von Reform UK. Worte, die vielen Bürgern aus der Seele sprechen dürften – nicht nur auf der Insel, sondern auch hier in Deutschland.
Die ehemalige Innenministerin, die zwischen 2022 und 2023 das Amt innehatte, wurde seinerzeit von ihrem Posten enthoben. Ihr Vergehen? Sie hatte es gewagt, in einem Zeitungsartikel die Polizei zu kritisieren, weil diese nicht entschieden genug gegen pro-palästinensische Demonstrationen vorgegangen sei. Ein klassisches Beispiel dafür, wie unbequeme Wahrheiten in der heutigen politischen Landschaft bestraft werden.
Die Tories reagieren mit unterirdischem Niveau
Besonders entlarvend war die erste Reaktion der konservativen Parteizentrale. In einem Schreiben an Journalisten hieß es, man habe „alles getan, um auf ihre psychische Verfassung zu achten". Ein Tiefschlag, der selbst von der regierenden Labour-Partei kritisiert wurde. Staatssekretär Mike Tapp bezeichnete den Angriff auf Bravermans psychische Gesundheit als „unterhalb der erwarteten Standards". Dass die Tories das Statement später zurückzogen, macht die Sache nicht besser – es offenbart vielmehr die Panik einer Partei, die zusehen muss, wie ihr die Felle davonschwimmen.
Reform UK auf dem Vormarsch
Mit Bravermans Übertritt steigt die Zahl der Reform-UK-Abgeordneten im Unterhaus auf acht. Mag sein, dass dies bei insgesamt 630 Parlamentariern bescheiden klingt. Doch der Trend ist eindeutig: Bereits vier amtierende Tory-Abgeordnete sind seit der Wahl 2024 zu Farage übergelaufen. Die etablierten Konservativen verlieren ihre Basis – und zwar an eine Kraft, die ausspricht, was viele denken.
Nigel Farage sei der einzige Politiker, der sich traue zu sagen, „dass Großbritannien gebrochen ist", so Braverman. Eine Diagnose, die man ohne Weiteres auch auf andere europäische Länder übertragen könnte. Die Labour-Partei reagierte erwartungsgemäß mit Häme und bezeichnete Reform UK als „Neuauflage der schlimmsten Tory-Auswüchse". Doch solche Diffamierungen verfangen immer weniger bei einer Bevölkerung, die die Folgen einer verfehlten Einwanderungs- und Sicherheitspolitik täglich am eigenen Leib erfährt.
Ein Signal auch für Deutschland?
Was in Großbritannien geschieht, sollte auch hierzulande aufmerksam beobachtet werden. Die Erosion der etablierten konservativen Parteien zugunsten von Kräften, die tatsächlich konservative Politik machen wollen, ist ein europäisches Phänomen. Bravermans Worte – „Wir können entweder diesen Weg des kontrollierten Niedergangs bis zur Schwäche und Kapitulation weitergehen. Oder wir können unser Land wieder in Ordnung bringen" – könnten ebenso gut in Berlin gesprochen werden. Die Frage ist nur, wann auch hier der Damm bricht.

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