
Pfefferspray, Messer, Pistolenschuss: Was ein Zwischenfall in einem Schweizer Regionalzug über Europas Sicherheitslage verrät

Es ist Samstagabend, kurz nach acht. Ein Regionalzug rollt zwischen Hasle-Rüegsau und Burgdorf durch das Emmental – jene Postkartenlandschaft, die man eher mit Käse und Alpweiden als mit Schusswaffengebrauch verbindet. Und doch: Genau dort eskalierte nach Angaben der Kantonspolizei Bern ein zunächst verbaler Streit zwischen einem Jugendlichen und einem Mann derart, dass am Ende ein Schuss fiel.
Die Chronologie einer Eskalation
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand soll der Mann zuerst zum Pfefferspray gegriffen und dieses gegen den Jugendlichen eingesetzt haben. Dieser wiederum habe daraufhin ein Messer gezogen und den Mann bedroht – wobei er sich selbst leicht verletzt haben soll. Der Bedrohte griff nun zur Faustfeuerwaffe und feuerte in Richtung Boden. Beide verließen anschließend den Zug. Andere Fahrgäste seien unverletzt geblieben, heißt es.
Am Bahnhof Burgdorf konnte der Mann angehalten werden, die Waffe wurde sichergestellt. Den Jugendlichen griffen die Beamten kurz darauf in Bahnhofsnähe auf. Die regionale Staatsanwaltschaft leitet die Ermittlungen, Zeugen werden gesucht. Zu den Beteiligten – Alter, Herkunft, Vorgeschichte – ist bislang nichts bekannt. Man darf gespannt sein, wie ausführlich diese Details später kommuniziert werden.
Wer in einem Regionalzug ein Messer zieht, hat die Grenze längst überschritten – und wer glaubt, das sei ein Einzelfall, hat die letzten Jahre verschlafen.
Der Blick nach Deutschland: Ein Bahnmitarbeiter, 120 km/h, eine offene Tür
Der Vorfall in der Schweiz reiht sich in eine Serie ein, die längst nicht mehr als Zufall durchgeht. In Deutschland wurde erst kürzlich ein 26-jähriger Bahnmitarbeiter nach einer eskalierten Fahrscheinkontrolle aus einem fahrenden Regionalzug geschleudert und lebensgefährlich verletzt. Der Zug soll mit rund 120 Stundenkilometern unterwegs gewesen sein, als die Tür während des Gerangels nachgab. Der junge Mann wurde später schwer verletzt neben den Gleisen gefunden.
Der Tatverdächtige: 36 Jahre alt, wegen Gewaltdelikten bereits bekannt, unter Bewährung – und mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Man muss diesen Satz zweimal lesen, um seine ganze Absurdität zu erfassen. Ein einschlägig Vorbestrafter unter Bewährung, ein beinahe tödlich verletzter Bahnmitarbeiter, und der Rechtsstaat entlässt den Beschuldigten zurück in die Freiheit. Wer sich fragt, warum das Vertrauen der Bürger in Justiz und Innenpolitik erodiert, findet hier eine ziemlich präzise Antwort.
Warum die Politik die eigentliche Baustelle ist
Es wäre bequem, das Ganze als individuelles Fehlverhalten abzutun. Doch die Wahrheit ist unbequemer: Die Zunahme von Messerdelikten, Bedrohungen und roher Gewalt im öffentlichen Raum ist das Resultat jahrelanger politischer Fehlentscheidungen – einer Migrationspolitik ohne Steuerung, einer Justiz, die Täter schneller entlässt, als Opfer ihre Wunden versorgen können, und einer politischen Klasse, die lieber über Sprachregelungen debattiert als über Sicherheit. Messerverbotszonen sind dabei das perfekte Sinnbild: ein Schild, das noch keinen Täter aufgehalten hat, aber immerhin die Illusion von Handlungsfähigkeit vermittelt.
Auch die neue Bundesregierung aus Union und SPD hat hier bislang wenig geliefert, was über Ankündigungen hinausginge. Wer die innere Sicherheit wiederherstellen will, muss konsequent durchgreifen – bei Bewährungsentscheidungen, bei Abschiebungen, bei der Polizeipräsenz an Bahnhöfen und in Zügen. Das ist nicht nur die Auffassung unserer Redaktion, sondern die Überzeugung eines erheblichen Teils der Bevölkerung, der schlicht wieder sicher zur Arbeit und zurück fahren möchte.
Sicherheit beginnt bei der Eigenverantwortung
Bemerkenswert am Schweizer Fall ist, dass sich ein Bürger überhaupt zur Wehr setzen konnte. Die Eidgenossenschaft pflegt traditionell ein deutlich liberaleres Verhältnis zum Waffenrecht als die Bundesrepublik – ein Ausdruck jenes Selbstverständnisses, dass der mündige Bürger nicht Mündel des Staates ist. Ob im konkreten Fall Notwehr vorlag, werden die Ermittler klären müssen. Die grundsätzliche Frage aber bleibt: Wie viel Verantwortung darf der Einzelne noch für seinen eigenen Schutz übernehmen, wenn der Staat seine Kernaufgabe zunehmend verfehlt?
Denn genau darum geht es im Kern: Wenn das staatliche Gewaltmonopol nicht mehr verlässlich schützt, verliert es seine Legitimation in den Augen der Bürger. Und wer sich weder auf Polizei noch auf Justiz verlassen kann, beginnt zwangsläufig, in anderen Kategorien zu denken – bei der persönlichen Sicherheit ebenso wie bei der finanziellen. Wer Verantwortung für sich selbst übernimmt, tut dies selten nur an einer Stelle. Nicht ohne Grund setzen viele Menschen in unsicheren Zeiten auf physische Werte wie Gold und Silber, die außerhalb des Bankensystems liegen und sich staatlichem Zugriff entziehen – als stabiler Anker in einem Umfeld, in dem Verlässlichkeit zur Mangelware geworden ist.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Ebenso erfolgt keine Rechtsberatung; rechtliche Bewertungen einzelner Sachverhalte sollten stets mit einem qualifizierten Rechtsbeistand erörtert werden.

Deutschland Deutschland Das große Live-Webinar am 29. Juli – wie Sie Ihr Vermögen schützen, ohne auszuwandern
Live mit Marc Friedrich, Peter Hahne, Philip Hopf, Gerald Grosz, Kay Gottschalk & Tim Kellner – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

MarcFriedrich

PeterHahne

PhilipHopf

GeraldGrosz

KayGottschalk

TimKellner
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik


















