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24.09.2026
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Petrodollar unter Beschuss: Wie China Amerikas Öl-Macht aushebelt

Petrodollar unter Beschuss: Wie China Amerikas Öl-Macht aushebelt
Symbolbild: KI-generiert

Seit mehr als fünfzig Jahren wird Öl weltweit in Dollar bezahlt. 2026 bekommt dieses Fundament sichtbare Risse: Seit Ende Februar ist die Straße von Hormus weitgehend blockiert, und China nutzt die Lage, um zu zeigen, dass der Ölhandel auch ohne die US-Währung läuft. Gleichzeitig trennt sich Peking von so vielen US-Staatsanleihen wie seit Jahren nicht mehr.

Ein Deal von 1974 als Fundament

Ein Gesetz, das den Ölhandel in Dollar vorschreibt, gibt es nicht. Das System beruht auf einer politischen Absprache aus dem Jahr 1974: Washington sagte Saudi-Arabien militärischen Schutz zu. Im Gegenzug verkaufte Riad sein Öl in Dollar und sorgte über die OPEC dafür, dass andere Förderländer mitzogen.

Die Petrodollars flossen zurück in US-Staatsanleihen. Dieser Kreislauf finanzierte Amerikas Schulden, festigte den Dollar als Weltreservewährung und gab Washington ein mächtiges Werkzeug in die Hand. Jede Öltransaktion in Dollar lässt sich nachverfolgen und notfalls blockieren. Welche Regierung will schon, dass ein anderer Staat über ihre Energieversorgung mitentscheiden kann?

Pekings stiller Zehnjahresplan

China hat früh gehandelt. 2015 startete das Zahlungssystem CIPS für Überweisungen ins Ausland, das keiner westlichen Aufsicht untersteht. 2018 folgte in Shanghai ein Rohöl-Terminkontrakt in Yuan. Weil die Staatskonzerne PetroChina und Sinopec zuverlässig kauften, stieg er schnell zum drittgrößten Ölkontrakt der Welt auf.

Dazu kommt ein cleverer Schachzug. Der Yuan ist international nicht frei konvertierbar, deshalb können Verkäufer ihre Erlöse an den Börsen in Shanghai und Hongkong in physisches Gold tauschen. Öl, Zahlung und Werterhalt bilden damit einen Kreislauf ganz ohne Dollar. Am Ende steht dabei kein Papiergeld, sondern das älteste Geld der Welt.

Hormus: Der Ernstfall als Bühne

Lange blieb das System eine Nische. Dann kam 2026. Nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran sperrte Teheran die Meerenge, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Ölförderung transportiert wird. Analysten warnten vor Preisen von bis zu 200 Dollar je Barrel.

Plötzlich konnte Peking seine Käufe von iranischem und russischem Öl gegen Yuan als Beitrag zur Stabilität darstellen. Kurz zuvor hätte der Westen dieselbe Praxis noch als Umgehung von Sanktionen scharf kritisiert. Medienberichten zufolge deutete ein iranischer Vertreter im März sogar an, Tanker könnten sicher passieren, wenn ihre Ladung in Yuan gehandelt werde. Offener lässt sich ein Währungskonflikt kaum austragen.

Der große Rückzug aus US-Anleihen

Parallel dazu baut China seine Bestände an US-Staatsanleihen ab. Laut US-Finanzministerium sanken sie vom Rekord von rund 1,3 Billionen Dollar im November 2013 auf 618 Milliarden Dollar im Juli 2026. So wenig war es zuletzt 2008. Medienberichten zufolge setzt Peking stattdessen unter anderem auf Gold.

Beobachter sehen darin eine Lehre aus dem Jahr 2014, als die USA den Dollar erstmals als Sanktionswaffe gegen Russland einsetzten. Spätestens seit 2022 ist die Botschaft angekommen. Damals wurden rund 300 Milliarden Dollar an russischen Zentralbankreserven eingefroren. Dollar-Reserven sind demnach nur so sicher wie das Wohlwollen Washingtons.

Die ersten Nachahmer

  • Pakistan hat russisches Rohöl bereits in Yuan bezahlt.
  • Der Irak erlaubt Zahlungen mit China in Yuan grundsätzlich.
  • Ein westlicher Energiekonzern hat ein Geschäft mit Flüssigerdgas (LNG) testweise in Yuan abgerechnet.
  • Saudi-Arabien soll sich 2024 nach einem Besuch von Xi Jinping dem System CIPS angeschlossen haben. Ausgerechnet das Land, auf dem der Petrodollar einst aufgebaut wurde.

Was das für Sparer bedeutet

Noch sind diese Mengen klein im Vergleich zum gesamten Ölhandel. Ob der Dollar tatsächlich seine Vormachtstellung verliert, ist offen. Die Richtung ist jedoch klar: Die Welt wird multipolar, und Währungen werden zu Waffen. Deutschland hängt sicherheitspolitisch an Washington und wirtschaftlich an Peking. Aus Sicht unserer Redaktion fehlt in Berlin bislang eine erkennbare Strategie für diese unbequeme Lage.

Für Anleger ist die Lehre eindeutig. Wenn selbst Notenbanken ihre Reserven vor politischem Zugriff schützen wollen, ist Gold wieder mehr als nur ein Rohstoff. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio helfen, Vermögen unabhängig von einzelnen Währungen zu sichern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte sich selbst umfassend informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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