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28.02.2026
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Pekings kühle Kalkulation: Warum China den Iran-Krieg nur aus der Ferne beobachtet

Pekings kühle Kalkulation: Warum China den Iran-Krieg nur aus der Ferne beobachtet

Der Nahe Osten versinkt im Chaos. Nach den verheerenden Angriffen der USA und Israels auf iranische Stellungen steht die Welt vor einer Eskalation, deren Ausmaß noch niemand absehen kann. Und während Teheran um sein Überleben kämpft, richtet sich der Blick der Weltöffentlichkeit auf jene Macht, die bislang auffällig schweigt: China. Wird Peking seinem wichtigsten Öllieferanten nach Venezuela zur Seite springen? Wird Xi Jinping den Rubikon überschreiten und militärisch eingreifen? Die Antwort dürfte viele überraschen – und zugleich ernüchtern.

Strategische Partnerschaft ja, Beistandspflicht nein

Ein Experte der Shanghai International Studies University, der renommierte Politikwissenschaftler Hu Chunchun, hat in einem aufschlussreichen Interview die Denkweise Pekings offengelegt. Sein Befund ist eindeutig: Ein militärisches Eingreifen Chinas sei kategorisch ausgeschlossen. Es gehöre schlicht nicht zur chinesischen Außenpolitik, bewaffnete Konflikte jenseits der eigenen Region zu führen. Die vielzitierte „umfassende strategische Partnerschaft" zwischen Peking und Teheran sei eben keine militärische Allianz – und beinhalte keinerlei Beistandspflicht.

Man muss die diplomatische Sprache Chinas verstehen, um nicht in die Falle westlicher Interpretationsmuster zu tappen. Was in europäischen Hauptstädten als Quasi-Bündnis gedeutet wird, ist in Wahrheit nicht mehr als eine langfristig angelegte Kooperation auf wirtschaftlicher, politischer und technologischer Ebene. Peking wird den Krieg „scharf verurteilen" – diplomatisch. Mehr nicht.

Öl, Investitionen und die Straße von Hormuz

Dabei stehen für China durchaus gewaltige Interessen auf dem Spiel. Der Iran ist nach Venezuela der zweitwichtigste Herkunftsort chinesischer Ölimporte. Milliarden an Investitionen fließen in iranische Infrastruktur, Ressourcen und Märkte. Die Straße von Hormuz, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels fließt, könnte zum Nadelöhr einer globalen Energiekrise werden.

Doch auch hier zeigt sich Pekings pragmatische Gelassenheit. Hu Chunchun betont, dass China seit Jahrzehnten Erfahrung im Umgang mit instabilen Partnern und risikobehafteten Märkten gesammelt habe. Als sich die chinesische Wirtschaft rasant entwickelte, seien viele Energiequellen bereits unter der Kontrolle westlicher Staaten gewesen. China habe eigene Wege gehen müssen – nach Afrika, in den Nahen Osten, zu Regierungen, die alles andere als stabil waren. Die aktuelle Situation sei zwar ein „risikobehafteter Rückschlag", aber keine strukturell neue Herausforderung.

Die Illusion des Regimewechsels

Besonders bemerkenswert sind die Einschätzungen des Shanghaier Professors zur eigentlichen Motivation hinter den Angriffen. Die Frage, ob es den USA und Israel tatsächlich noch um die Nuklearfrage gehe oder längst um einen Regimewechsel in Teheran, lässt er bewusst offen – nicht ohne einen vielsagenden Hinweis auf die Geschichte. Irak, Afghanistan, Libyen: Die Vergangenheit liefere genügend Beispiele dafür, dass militärische Interventionen „sehr schwer zu kontrollieren" seien und „langfristige Instabilität" erzeugten.

Hu äußert zudem erhebliche Zweifel daran, ob die USA den Iran wirklich verstünden – nicht nur das Regime, sondern die gesamte Gesellschaft. Wer eine Gesellschaft nicht begreife, so der Professor, treffe militärische Entscheidungen, ohne deren Folgen zu Ende gedacht zu haben. Ein Satz, der wie eine Warnung klingt – und der angesichts der desaströsen Bilanz westlicher Interventionen der vergangenen zwei Jahrzehnte schwer zu widerlegen ist.

BRICS: Kein Block, sondern ein loses Zweckbündnis

Die Eskalation im Nahen Osten legt auch die Bruchlinien innerhalb der BRICS-Gruppe schonungslos offen. Indien, ebenfalls Mitglied dieses vermeintlichen Gegengewichts zur westlichen Weltordnung, vertieft zeitgleich seine strategische Partnerschaft mit Israel. Premierminister Modi traf Netanjahu nur wenige Tage vor der Eskalation in Tel Aviv. Von Solidarität mit dem BRICS-Partner Iran keine Spur.

Hu Chunchun räumt mit der im Westen verbreiteten Illusion auf, BRICS sei ein geschlossener Block mit gemeinsamer Außenpolitik. Das Format sei vielmehr ein freiwilliger Zusammenschluss von Staaten mit primär wirtschaftlichen Interessen. Gerade Indien zeige, wie fragil diese Zusammenarbeit sei. Neu-Delhis Außenpolitik sei „stark interessengeleitet, selbstbezogen und hochgradig flexibel" – ein diplomatischer Euphemismus für: unberechenbar. BRICS sei „weniger ideologischer Block als strategisches Angebot", das man nutze, wenn es Vorteile bringe. Diese funktionale Logik sei Stärke und Schwäche zugleich.

Chinas Großmachtverständnis: Defensiv statt expansiv

Was die westliche Debatte über China fundamental missverstehe, so der Shanghaier Experte, sei das chinesische Großmachtverständnis selbst. Im Westen verbinde man mit dem Begriff „Weltmacht" automatisch die Fähigkeit und Bereitschaft zur militärischen Machtprojektion über die eigenen Grenzen hinaus – globale Intervention, Bündnissysteme, Stützpunkte. Eine solche Großmacht sei China schlicht nicht.

Pekings Außenpolitik sei in erster Linie darauf ausgerichtet, eigene Interessen zu schützen – nicht aktiv weltweit Ordnung zu gestalten. „Eher reaktiv als expansiv", wie Hu es formuliert. China werde nur dann aktiv, wenn es seine Kerninteressen – territoriale Integrität, politische Stabilität oder wirtschaftliche Sicherheit – als verletzt ansehe. Von einer „Machtfantasie" oder universalistischen Ambition, wie sie historisch mit den USA verbunden werde, könne keine Rede sein.

Europa und Deutschland: Wo bleibt die eigene Strategie?

Während China kühl kalkuliert und seine Interessen mit der Präzision eines Schachspielers verfolgt, stellt sich die unbequeme Frage, wo eigentlich Europa in diesem geopolitischen Sturm steht. Bundeskanzler Merz war erst kürzlich in Peking – und kehrte, wie Beobachter spöttisch anmerkten, mit „viel Lärm um wenig Substanz" zurück. Deutschland, das sich unter der neuen Großen Koalition eigentlich außenpolitisch neu aufstellen wollte, wirkt in dieser Krise einmal mehr wie ein Zuschauer auf der Weltbühne.

Die Eskalation im Nahen Osten wird die Energiepreise weiter in die Höhe treiben – mit unmittelbaren Folgen für die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft. Während Peking über Jahrzehnte alternative Energiequellen erschlossen und strategische Partnerschaften aufgebaut hat, hat sich Deutschland durch seine ideologiegetriebene Energiepolitik in eine Abhängigkeit manövriert, die nun zum Bumerang werden könnte. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das die neue Bundesregierung für Infrastruktur eingeplant hat, wird angesichts steigender Energiekosten und galoppierender Inflation noch schneller aufgebraucht sein, als es den Steuerzahler ohnehin schon schmerzt.

Die Geschichte lehrt uns: In Zeiten geopolitischer Umbrüche sind es nicht die moralischen Appelle, die zählen, sondern harte wirtschaftliche und strategische Realitäten. China hat das verstanden. Deutschland offenbar noch nicht.

Edelmetalle als Krisenschutz

In Zeiten eskalierender geopolitischer Konflikte, steigender Energiepreise und wachsender Unsicherheit an den Finanzmärkten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Wer sein Portfolio breit aufstellt und einen Teil in physischen Edelmetallen hält, schützt sich gegen genau jene Verwerfungen, die wir derzeit in Echtzeit erleben. Die Geschichte zeigt: In jeder großen Krise war Gold der letzte sichere Hafen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen übernehmen wir keinerlei Haftung.

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