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20.05.2026
15:20 Uhr

Pekinger Gipfel: Xi und Putin schmieden Achse gegen den Westen – Trumps Iran-Politik im Kreuzfeuer

Pekinger Gipfel: Xi und Putin schmieden Achse gegen den Westen – Trumps Iran-Politik im Kreuzfeuer

Während Berlin sich im selbstverschuldeten energiepolitischen Tiefschlaf befindet und die deutsche Diplomatie auf der weltpolitischen Bühne kaum mehr als eine Statistenrolle spielt, demonstrieren Peking und Moskau eindrucksvoll, wie Geopolitik im 21. Jahrhundert tatsächlich funktioniert. Der russische Präsident Wladimir Putin wurde im Pekinger Großen Saal des Volkes mit allem militärischen Pomp empfangen, den das Reich der Mitte aufzubieten hat – roter Teppich, 21 Schuss Salut, fahnenschwenkende Kinder. Ein Bild, das international für Aufsehen sorgte, denn der Empfang stand jenem, den die chinesische Führung nur wenige Tage zuvor US-Präsident Donald Trump bereitet hatte, in nichts nach.

Xis Generalabrechnung mit dem "Gesetz des Dschungels"

In seiner Eröffnungsrede ließ Xi Jinping keinen Zweifel daran, wohin der diplomatische Pfeil zielt. Die Welt drohe in das "Gesetz des Dschungels" zurückzufallen, warnte der chinesische Staatschef – und stellte die Allianz zwischen Peking und Moskau als stabilisierende Kraft gegen jegliches "unilaterales Mobbing" dar. Wer hier gemeint war, musste niemandem erklärt werden. Es ist eine bemerkenswerte Volte: Ausgerechnet die Volksrepublik China, deren Umgang mit Hongkong, Tibet und den Uiguren weltweit für Empörung sorgt, präsentiert sich als Hüterin einer regelbasierten Weltordnung.

Klare Worte zum Iran – auffallendes Schweigen zur Ukraine

Besonders pikant: Xi forderte einen "umfassenden Waffenstillstand" im Nahen Osten und die sofortige Wiederöffnung der Straße von Hormus. Die Lage am Persischen Golf bezeichnete er als "kritischen Wendepunkt zwischen Krieg und Frieden". Weitere Feindseligkeiten im Nahen Osten seien "nicht ratsam". Eine deutliche Botschaft an Washington, das sich gemeinsam mit Israel in einen militärischen Konflikt mit dem Iran hineinmanövriert hat. Auffallend war hingegen, dass beide Staatschefs zum Ukraine-Krieg lediglich von der Notwendigkeit sprachen, "die Ursachen der Ukraine-Krise" zu adressieren – eine Formulierung, die in Moskau seit jeher bedeutet: Der Westen ist schuld.

Energie als Trumpf – und Deutschland schaut zu

Putin nutzte die Bühne, um Peking zu versichern, dass Moskau ein "verlässlicher Energielieferant" bleibe. Die bilateralen Beziehungen befänden sich auf einem "beispiellos hohen Niveau". Während deutsche Industriebetriebe reihenweise schließen müssen, weil ihnen die Politik der vergangenen Jahre die bezahlbare Energieversorgung entzogen hat, fließt russisches Öl in gigantischen Mengen Richtung China. Rund 50 Prozent der russischen Ölexporte gehen mittlerweile ins Reich der Mitte – eine wirtschaftliche Lebensader, die Moskau trotz westlicher Sanktionen funktionsfähig hält.

Besonders brisant: Trump hat im Kontext des Iran-Konflikts einige Ölsanktionen gegen Russland gelockert. Russland sei, so der Pariser Energieanalyst George Voloshin, ein "Hauptprofiteur des Nahostkonflikts" – das durch die Schließung der Straße von Hormus entstandene Vakuum auf den globalen Ölmärkten werde maßgeblich durch russische Urals-Mischungen gefüllt. Eine bittere Ironie der Geschichte: Während Berlin auf jegliche russische Energieimporte verzichtet und dafür die eigene Wirtschaft opfert, verdient Moskau prächtig.

Power of Siberia 2 – das Milliardenprojekt im Schatten

Auch die geplante Gaspipeline Power of Siberia 2 stand auf der Agenda. Die 2.600 Kilometer lange Trasse soll künftig jährlich 50 Milliarden Kubikmeter Gas von den russischen Yamal-Feldern über die Mongolei nach China transportieren. Zwar wurde im September 2025 ein rechtsverbindliches Memorandum unterzeichnet, doch Preisgestaltung, Finanzierungskonditionen und ein konkreter Lieferzeitplan bleiben ungeklärt. Klar ist jedoch: Mit jedem Kubikmeter Gas, der künftig nach China fließen wird, wächst die Abhängigkeit Pekings von Moskau – und umgekehrt.

40 bilaterale Abkommen – die stille Revolution

Rund 40 bilaterale Abkommen wurden in Peking unterzeichnet, in Bereichen wie Technologie, Handel und geistiges Eigentum. Im Mittelpunkt steht die Verlängerung des 25 Jahre alten "Vertrags über gutnachbarschaftliche Beziehungen und freundschaftliche Zusammenarbeit" zwischen China und Russland. Putin zitierte gar ein klassisches chinesisches Sprichwort, um seine Beziehung zu Xi zu beschreiben: "Auch wenn wir uns einen Tag nicht gesehen haben, fühlt es sich an, als wären drei Herbste vergangen." Solche poetischen Floskeln aus dem Munde eines Kremlchefs sind kein Zufall – sie sind Teil einer sorgfältig inszenierten diplomatischen Choreografie.

Was bedeutet das fĂĽr Deutschland und Europa?

Die Botschaft aus Peking ist unmissverständlich: Während die westliche Welt unter Trumps erratischer Zollpolitik leidet und Deutschland sich in selbstverschuldeter wirtschaftlicher Agonie befindet, festigt sich auf der östlichen Hälfte des eurasischen Kontinents eine Allianz, die die globale Machtbalance dauerhaft verschieben könnte. Für Berlin wäre dies der Moment, eine eigenständige, am deutschen Nationalinteresse orientierte Außen- und Wirtschaftspolitik zu formulieren. Stattdessen vertraut die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD darauf, dass das 500-Milliarden-Sondervermögen die strukturellen Probleme schon irgendwie lösen wird – auf Kosten kommender Generationen.

Edelmetalle als Anker in turbulenten Zeiten

In einer Weltordnung, in der sich Machtblöcke neu formieren, Energieversorgungswege umkämpft sind und Währungssysteme zunehmend politisiert werden, gewinnt die jahrtausendealte Funktion von Gold und Silber als wertstabile Anker erneut an Bedeutung. Physische Edelmetalle sind weder von politischen Entscheidungen einzelner Regierungen abhängig, noch lassen sie sich durch Sanktionen einfrieren oder durch Inflation entwerten. Als sinnvolle Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio bieten sie genau jene Sicherheit, die in geopolitisch turbulenten Zeiten unverzichtbar ist.

Hinweis: Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Die Inhalte spiegeln die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der vorliegenden Informationen wider. Jeder Leser ist verpflichtet, eigene Recherchen durchzufĂĽhren und seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Eine Haftung fĂĽr Anlageentscheidungen, die auf Basis dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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