
Peking schlägt zurück: China setzt Rheinmetall auf die schwarze Liste

Der Handelskrieg zwischen dem Westen und China hat eine neue Eskalationsstufe erreicht – und diesmal trifft es Deutschland direkt. Wie das Handelsministerium in Peking mitteilte, wurden 14 Unternehmen aus Deutschland und weiteren EU-Staaten mit Exportkontrollen belegt. Unter den Betroffenen: der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall.
Drei deutsche Firmen im Visier
Neben Rheinmetall stehen laut der Pekinger Behörde die Antraco Chemie-Handelsgesellschaft aus Duisburg und Sindlhauser Materials aus Kempten im Allgäu auf der Liste. Auch Firmen aus Italien, Frankreich, Polen und den Niederlanden wurden erfasst.
Der Mechanismus ist simpel und wirkungsvoll: Chinesische Exporteure dürfen an diese Unternehmen keine sogenannten Dual-Use-Güter mehr liefern – also Waren, die sowohl zivil als auch militärisch nutzbar sind. Zusätzlich ist es auch Dritten im Ausland untersagt, entsprechende Güter chinesischen Ursprungs weiterzureichen. Peking begründet den Schritt mit der Wahrung nationaler Sicherheitsinteressen.
Die verwundbare Stelle: Baumwoll-Linters
Warum das kein Papiertiger ist, zeigt ein unscheinbares Nebenprodukt der Baumwollverarbeitung. Baumwoll-Linters sind Grundstoff für Nitrocellulose – und damit für Treibladungs- und Schießpulver. Etwa die Hälfte des Welthandels mit diesem Rohstoff läuft über China.
Rheinmetall-Chef Armin Papperger hatte der Financial Times vor zwei Jahren gesagt, sein Konzern sei bei „mehr als 70 Prozent“ seiner Baumwoll-Linters von China abhängig. Man muss kein Strategieexperte sein, um die Brisanz zu erkennen: Europa rüstet auf – mit Rohstoffen aus einem Land, das gerade zum Gegner erklärt wird.
Auslöser: das 21. Sanktionspaket der EU
Die chinesische Maßnahme ist Medienberichten zufolge eine direkte Reaktion auf das 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland. Der EU-Rat hatte darin 51 „Einrichtungen“ mit Exportbeschränkungen belegt, weil sie Russlands Militär- und Rüstungsindustrie unterstützt haben sollen. Betroffen waren auch Firmen mit Sitz in China und Hongkong sowie in Indien, Kasachstan und Kirgisistan.
Parallel dreht Washington an derselben Schraube. Ende Juli setzte die US-Regierung 43 weitere chinesische Unternehmen auf eine Sperrliste – ihre Waren gelten pauschal als mit Zwangsarbeit hergestellt. Peking konterte mit einem Kooperationsverbot für sechs US-Unternehmen und -Organisationen, darunter Menschenrechtsgruppen und Firmen, die Lieferketten auf Verbindungen nach Xinjiang prüfen. China weist die Zwangsarbeitsvorwürfe zurück.
Drohnen, Roboter, Wechselrichter
Zusätzlich verschärft Peking die Ausfuhrkontrollen für bestimmte Drohnen und Bauteile in Richtung USA. Genehmigungen sollen künftig einzeln und besonders streng geprüft werden. Die US-Kommunikationsaufsicht FCC hatte zuvor die Zulassung neuer ausländischer Drohnenmodelle blockiert und Ende Juli auch im Ausland gefertigte Roboter und vernetzte Wechselrichter ausgebremst.
Was das für Deutschland bedeutet
Der Welthandel stockt ohnehin. Die Kriege im Persischen Golf haben den Frachtverkehr durch die Straße von Hormus, das Rote Meer und den Suezkanal beeinträchtigt. Panamakanal, Rhein und Amazonas warten auf Regen. Lieferkettenprobleme, Preissteigerungen und Engpässe bei Lebensmitteln seien im Herbst möglich.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart diese Gemengelage ein strukturelles Versäumnis: Jahrelang wurde Abhängigkeit als Effizienz verkauft – erst bei Energie, nun bei Rohstoffen für die eigene Verteidigungsfähigkeit. Wer geopolitische Konflikte anheizt, sollte vorher wissen, wo seine Rohstoffe herkommen. Für Sparer und Anleger heißt das: In Phasen zerbrechender Lieferketten und steigender Preise gewinnen Sachwerte an Bedeutung – physische Edelmetalle gelten seit Jahrhunderten als krisenerprobte Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Die Einschätzungen entsprechen unserer Meinung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
- Themen:
- #Übernahmen-Fussion
- #Energie

Der große Der große Das große Live-Webinar am 26. August – was jetzt über Konto, Erbe und Bargeld entschieden wird. Und wie Sie Ihr Vermögen legal schützen.
Live mit Ernst Wolff, Dr. Hans-Georg Maaßen, Prof. Dr. Ulrike Guérot, Dr. Paul Brandenburg, Gerald Grosz, Tom-Oliver Regenauer & einem anonymen Banken-Insider – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

ErnstWolff

Dr. Hans-GeorgMaaßen

Prof. Dr. UlrikeGuérot

Dr. PaulBrandenburg

GeraldGrosz

Tom-OliverRegenauer

Bankeninsider(anonym)
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik



















