
Pass im Doppelpack: Wie Deutschland seine Staatsbürgerschaft zur Massenware degradiert

Die deutsche Staatsbürgerschaft – einst ein hohes Gut, ein Versprechen der Loyalität und Verbundenheit zu einem Land. Heute scheint sie zur beliebigen Beigabe verkommen, die man sich einsteckt, ohne dafür den alten Pass abgeben zu müssen. Neue Zahlen offenbaren ein Ausmaß, das selbst hartgesottene Beobachter aufhorchen lässt: Nahezu jeder neue deutsche Staatsbürger behält gleichzeitig seine ursprüngliche Staatsangehörigkeit.
Doppelpass als Regelfall – nicht als Ausnahme
Wie der „Mediendienst Integration“ berichtet, liege die Quote der doppelten Staatsangehörigkeiten bei den frisch Eingebürgerten in den auswertenden Städten zwischen erstaunlichen 85 und 98 Prozent. Mit anderen Worten: Die deutsche Staatsbürgerschaft wird in der Praxis nicht mehr als bewusste Entscheidung für Deutschland verstanden, sondern lediglich als zusätzlicher Pass im Portemonnaie. Ausnahmen bilden nach Angaben des Dienstes lediglich staatenlose Personen sowie jene aus Ländern, die eine doppelte Staatsbürgerschaft schlicht nicht erlauben – etwa Indien.
Wer sich noch an Zeiten erinnert, in denen die Aufgabe der alten Staatsangehörigkeit ein selbstverständliches Bekenntnis zur neuen Heimat war, der reibt sich verwundert die Augen. Ein Bekenntnis? Heute offenbar Fehlanzeige.
Rekordniveau bei den Einbürgerungen
Die schiere Quantität sprengt jeden bisherigen Rahmen. Allein in 14 Bundesländern wurden im Jahr 2025 mindestens 309.852 Ausländer eingebürgert – die höchste Zahl seit Beginn der einheitlichen Statistik im Jahr 2000. Und das, obwohl die Daten aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt sowie einigen niedersächsischen Regionen noch gar nicht vorliegen. Im Vorjahr waren es bundesweit 291.955 Personen. Die Kurve zeigt steil nach oben.
Am häufigsten erhielten Syrer den deutschen Pass, gefolgt von Türken, Afghanen, Iranern und Russen. Eine Zusammensetzung, die unmittelbar an die Asylkrisenjahre 2015 und 2016 erinnert – jene Zeit, deren Folgen Deutschland bis heute schultert.
Ein Berg unbearbeiteter Anträge
Doch der Ansturm ist längst nicht abgearbeitet. In den bevölkerungsreichsten Städten – Berlin ausgenommen – stapeln sich mindestens 320.000 Anträge in den Aktenschränken. Das sind 22 Prozent mehr offene Vorgänge als im Vorjahr. Die Zahlen lesen sich wie eine Bestandsaufnahme der Überforderung:
- München: über 40.000 liegengebliebene Anträge
- Hamburg: rund 32.000 offene Fälle
- Bremen: etwa 13.400 unbearbeitete Vorgänge
- Regierungspräsidium Darmstadt (u.a. Frankfurt, Wiesbaden): rund 66.000 Anträge – das 2,4-Fache des Vorjahres
Bezeichnend ist der Fall Berlin: Das dortige Landesamt für Einwanderung soll seit 2024 schlicht keine Zahlen mehr veröffentlicht haben. Zuletzt war von rund 40.000 offenen Anträgen die Rede. Transparenz sieht anders aus.
Das Erbe der Ampel
Wer trägt die Verantwortung für diese Entwicklung? Die befragten Behörden verweisen unmissverständlich auf die Einbürgerungsreform der gescheiterten Ampel-Regierung. Im Jahr 2024 hatten SPD, Grüne und FDP die erforderliche Mindestaufenthaltszeit von acht auf fünf Jahre verkürzt, den Doppelpass grundsätzlich ermöglicht und älteren Migranten den Weg zum Pass sogar ohne ausreichende Sprachkenntnisse und ohne Einbürgerungstest geöffnet.
Eine Staatsbürgerschaft im Schnellverfahren, ohne Sprache, ohne Test, mit Beibehaltung des alten Passes – das ist nicht Integration, das ist deren Karikatur.
Hinzu kommt, dass Einwanderer aus den Krisenjahren 2015 und 2016 mittlerweile die nötige Aufenthaltsdauer erreicht haben. Und das Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht: Ab März 2027 verlieren ukrainische Flüchtlinge ihren kollektiven Schutzstatus. Ein Sprecher des Landkreises Aurich rechnet damit, dass dann viele Geflüchtete die verkürzte Einbürgerungsfrist nutzen würden, um Rechtssicherheit zu erlangen. Die nächste Welle steht also bereits in den Startlöchern.
Was bleibt von der Staatsbürgerschaft?
Auch Kinder von Ausländern, die länger als fünf Jahre in Deutschland leben, erhalten inzwischen automatisch einen deutschen Pass. Automatisch – ohne Antrag, ohne Bekenntnis, ohne bewusste Entscheidung. Man fragt sich unweigerlich: Was bedeutet die deutsche Staatsbürgerschaft eigentlich noch, wenn sie derart inflationär und voraussetzungsarm vergeben wird?
Es ist eine berechtigte Sorge weiter Teile der Bevölkerung, dass hier eine grundlegende Säule des Gemeinwesens leichtfertig ausgehöhlt wird. Eine Staatsbürgerschaft sollte das Ergebnis eines Weges sein, nicht dessen bequeme Abkürzung. Die neue Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD hat zwar vollmundig eine „Migrationswende“ versprochen – ob den Worten auch Taten folgen, bleibt angesichts dieser Zahlen mehr als fraglich.
Deutschland braucht eine Politik, die den Wert der eigenen Staatsbürgerschaft wieder ernst nimmt und nicht zur Verhandlungsmasse degradiert. Es geht um nichts weniger als um die Frage, was es künftig überhaupt noch heißen soll, Deutscher zu sein.
In unsicheren Zeiten zählt Beständigkeit
Während Politik und Gesellschaft über Identität und Zugehörigkeit ringen, suchen viele Bürger nach Werten, die jenseits politischer Moden Bestand haben. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg ihre Funktion als verlässlicher Vermögensspeicher unter Beweis gestellt – unabhängig davon, welche Reformen Regierungen gerade durchwinken. Als Beimischung zu einem breit gestreuten und krisenfesten Portfolio bieten sie eine handfeste Möglichkeit, sich gegen Unwägbarkeiten abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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