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13.05.2026
12:42 Uhr

Pariser Distanzierung: Bardella geht auf Abstand zur AfD – Weidel kontert kühl

Pariser Distanzierung: Bardella geht auf Abstand zur AfD – Weidel kontert kühl

Der eigentlich enge rechte Schulterschluss in Europa bekommt Risse. Jordan Bardella, Chef des französischen Rassemblement National (RN) und voraussichtlicher Präsidentschaftskandidat für 2027, hat sich in einem aufsehenerregenden Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung demonstrativ von der AfD distanziert. AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel reagierte gegenüber der Jungen Freiheit betont gelassen – ja beinahe süffisant: Sie wisse nicht, ob Bardella „die aktuellen Entwicklungen und die Innenpolitik in Deutschland im Blick" habe. Mit Paris stehe man ohnehin in engem Austausch.

Was Bardella so massiv stört

Der Franzose sparte nicht mit harten Worten. Viele Positionen der AfD seien mit den Grundsätzen des RN „unvereinbar". Insbesondere stieß er sich an der „extremen Rhetorik" der AfD in historischen Fragen und an der Forderung nach einem EU-Austritt. Sein Credo dagegen klingt fast schon staatsmännisch geschmeidig: Man wolle „alles verändern, ohne etwas zu zerstören". Die Frage drängt sich auf: Ist das noch fundamentale Opposition oder schon das galante Tänzchen mit dem Brüsseler Establishment?

Lobgesänge auf Friedrich Merz – ausgerechnet

Besonders bemerkenswert: Bardella fand warme Worte für Bundeskanzler Friedrich Merz. Es gebe Übereinstimmungen beim Bürokratierückbau, beim Aufbau eines wettbewerbsfähigen Europas und – man höre und staune – sogar in der Migrationspolitik. Die deutschen Grenzkontrollen hätten „einen abschreckenden Effekt". Eine Einschätzung, die in der AfD blankes Erstaunen hervorruft. EU-Abgeordneter Alexander Sell konterte gegenüber der Jungen Freiheit mit spitzer Klinge: Bardella sei „schlecht informiert". Merz sei der Kanzler mit den niedrigsten Zustimmungswerten aller Zeiten – weil er seine Wahlversprechen weder in der Migrations- noch in der Wirtschaftspolitik eingehalten habe.

Wer die Realität in Deutschland nüchtern betrachtet, kann Sell nur Recht geben. Die versprochene „Migrationswende" entpuppt sich als kosmetische Korrektur, das angekündigte Ende der neuen Schulden ist im 500-Milliarden-Sondervermögen kläglich versunken, und die Wirtschaft taumelt weiter Richtung Abgrund. Dass ausgerechnet ein französischer Rechtspolitiker dem schwarz-roten Kanzler Beifall klatscht, sagt mehr über Bardellas Kalkül als über die Lage in Deutschland.

Die alte Geschichte: Frankreich zuerst

Wer die Beziehungen zwischen Berlin und Paris seit Jahrzehnten verfolgt, dem dürfte Bardellas Distanzierung kaum überraschen. Der RN ist eine zutiefst französische Partei – patriotisch im besten und im problematischsten Sinne. „L'Allemagne paiera" – Deutschland wird zahlen – ist ein politisches Leitmotiv, das sich quer durch alle politischen Lager des Nachbarlandes zieht. Eine AfD-geführte Bundesregierung, die den deutschen Geldhahn Richtung Brüssel und damit auch Richtung Paris zudrehen könnte, ist aus französischer Sicht ein Albtraumszenario. Da überrascht es nicht, dass man lieber den geschmeidigen Merz lobt, der zuverlässig liefert, was Paris erwartet: deutsches Geld und deutsche Konzilianz.

Der Bruch von 2024 wirkt nach

Bereits vor zwei Jahren hatte der Rassemblement National die Zusammenarbeit mit der AfD aufgekündigt – die damalige Fraktion „Identität und Demokratie" im EU-Parlament zerbrach. Auslöser war eine umstrittene Äußerung des damaligen AfD-Spitzenkandidaten Maximilian Krah zur SS-Vergangenheit. Die AfD gründete daraufhin mit anderen Partnern die neue Fraktion „Europa Souveräner Nationen" – ohne Bardellas Partei. Seither herrscht Funkstille auf institutioneller Ebene, die nun mit gegenseitigen Spitzen weiter zementiert wird.

Ein RN-Chef mit Präsidentenambitionen

Man darf Bardellas Manöver nicht losgelöst von seinen persönlichen Ambitionen betrachten. Der junge RN-Chef gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2027. Umfragen sehen ihn in der ersten Runde regelmäßig vorn. Lediglich gegen den liberalen Ex-Premier Édouard Philippe würde er laut Elabe in einer Stichwahl knapp verlieren – 48,5 zu 51,5 Prozent. Wer Élysée-Ambitionen hegt, sucht zwangsläufig die Mitte, glättet Kanten und sortiert unbequeme Verbündete aus. Die AfD eignet sich da hervorragend als Distanzierungsobjekt, um im französischen Bürgertum Vertrauen aufzubauen.

Beim Geld hört die Freundschaft auf

Auch wenn Bardella beim EU-Zolldeal mit Washington scharf von einem „Akt der Knechtschaft und der wirtschaftlichen Unterwerfung" sprach und Ursula von der Leyen als „völlig unfähig" bezeichnete, die europäischen Interessen zu verteidigen – an den deutsch-französischen Rüstungsprojekten will er, anders als seine Vorgängerin Marine Le Pen, festhalten. Die Botschaft ist klar: Beim Streit um das Luftkampfsystem FCAS mag man uneinig sein, doch bei Antidrohnensystemen, Satelliten und Kampfpanzern soll weiterkooperiert werden. Übersetzt: Französische Industrie braucht deutsche Aufträge.

Weidel zeigt sich davon unbeeindruckt. Es stehe Bardella „selbstverständlich frei, seine Freunde auf internationaler Ebene selbst auszuwählen". Ein diplomatischer Tiefschlag in höflicher Verpackung. Die Wahrheit ist: Die AfD braucht den RN weniger, als der RN möglicherweise glaubt. Während Bardella sich Mühe gibt, salonfähig zu wirken, holt die AfD in Deutschland Umfragewerte, von denen Le Pens Erbe nur träumen kann – mittlerweile sechs Punkte vor der Union. Wer hier eigentlich auf wen angewiesen sein wird, dürfte die Geschichte schon bald entscheiden.

Fazit: Eigeninteressen statt europäische Solidarität

Die Episode entlarvt einmal mehr eine schlichte Wahrheit: In der Politik gibt es keine Freundschaften zwischen Staaten, sondern nur Interessen. Bardella positioniert sich für den Élysée-Palast und braucht dafür Distanz zur AfD. Die AfD wiederum hat längst erkannt, dass sie ihren eigenen Weg gehen muss – ohne von Paris diktierte Linien. In Zeiten, in denen Deutschland unter einer Großen Koalition unter Merz und Klingbeil weiter wirtschaftlich abrutscht, die Kriminalität explodiert und 500 Milliarden neue Schulden auf kommende Generationen abgewälzt werden, ist eine selbstbewusste deutsche Oppositionspolitik wichtiger denn je. Ob die Pariser Distanzierung der AfD am Ende eher nützt als schadet, wird sich zeigen. Eines aber ist sicher: Ein deutscher Wahlkampf wird in Deutschland entschieden – nicht in Paris.

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