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Kettner Edelmetalle
29.07.2026
10:44 Uhr

Palim, Palim für die Union: Wie die CDU in Sachsen-Anhalt einen 90-Jährigen gegen den eigenen Kanzler in Stellung bringt

Es gibt Momente im politischen Betrieb, die mehr über den Zustand einer Partei verraten als jedes Wahlprogramm. Einer dieser Momente spielte sich am Dienstagabend im Ballsaal des Capitol in Halle ab: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze holte sich Dieter Hallervorden auf die Bühne – und vor ihnen saßen rund 150 Menschen. Der Saal hätte 350 Zuhörer gefasst. Auf der Parteiwebseite prangte zuvor stolz das Wort „ausgebucht“. Man muss die Ironie nicht einmal mehr suchen, sie steht dort ganz von allein.

Wahlkampf gegen die eigene Bundespartei

Bemerkenswerter als die Sitzplatzstatistik war jedoch die Botschaft. Der 90-jährige Kabarettist und Intendant des Berliner Schlosspark-Theaters erklärte, was Friedrich Merz und dessen CDU in Berlin trieben, habe mit der CDU in Sachsen-Anhalt nichts zu tun. Für die Bundes-CDU wolle er ausdrücklich „keine Werbung“ machen – bei „Sven“ sei das etwas völlig anderes.

Man halte kurz inne: Ein prominenter Unterstützer der Union tritt auf einer CDU-Veranstaltung auf, um sich vom eigenen Bundeskanzler zu distanzieren. Das ist kein Wahlkampf, das ist Schadensbegrenzung. Und es ist das ehrlichste Eingeständnis dessen, was in den Umfragen längst sichtbar ist: Der Name Merz ist im Osten zur Belastung geworden. Wer im Wahlkampf 2025 versprach, keine neuen Schulden zu machen, und dann ein 500-Milliarden-Paket durchs Parlament schob, muss sich nicht wundern, wenn die Glaubwürdigkeit am Straßenrand liegen bleibt.

Der „Albtraum“ als Wahlkampfargument

Der Rest des Abends folgte dem bekannten Drehbuch. Hallervorden warnte, die AfD könnte künftige Regierungspartei werden und wolle die Kunst als reines Propagandawerkzeug missbrauchen. Ein „Albtraum“ sei das. Schulze griff das dankbar auf: Aus der Magdeburger Staatskanzlei solle niemand vorgeben, was auf den Bühnen gespielt werde.

Kunst dürfe nicht nur dann möglich sein, wenn sie der Regierung gefalle – so lautete das Argument. Ein hübscher Satz. Nur: Wer hat in den vergangenen Jahren eigentlich entschieden, welche Künstler Fördermittel, Preise und Bühnen bekamen – und welche nach einer falschen Bemerkung zu Corona, Migration oder Gender plötzlich keine Engagements mehr fanden?

Der Kulturbetrieb dieses Landes ist über Jahrzehnte zu einem geschlossenen Milieu geworden, in dem politische Konformität die stille Eintrittskarte war. Dass nun ausgerechnet jene, die dieses System nie infrage stellten, die Zensur an die Wand malen, gehört zu den Kunstgriffen des deutschen Politbetriebs. Die AfD wiederum will laut ihrem Wahlprogramm alle künstlerischen Auftritte und Ausstellungen weiter ermöglichen, aber nur noch solche Kunst subventionieren, die einen Beitrag zur deutschen Identitätsfindung leiste. Man mag das diskutieren – aber es ist etwas anderes als das behauptete Verbotsszenario.

Ein Prominenter allein macht keine Mehrheit

Hallervorden will noch in Magdeburg, Dessau und Naumburg auftreten. Es ist ihm unbenommen. Nur zeigt der halbleere Saal in Halle, wo die Reise hingeht: Der Rückstand auf die AfD lässt sich nicht mit Prominenz aus Berlin-Steglitz aufholen, wenn die Menschen in Sachsen-Anhalt über steigende Preise, unsichere Innenstädte und eine Wirtschaft klagen, der die Substanz wegbricht. Prominente Namen ersetzen keine Politik. Sie überdecken ihr Fehlen.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Nachricht dieses Abends: Eine Volkspartei, die sich im Wahlkampf vom eigenen Kanzler distanzieren muss, hat kein Kommunikationsproblem. Sie hat ein Vertrauensproblem. Und Vertrauen, das gilt in der Politik wie beim Vermögen, ist eine Währung, die man nicht drucken kann.

Warum reale Werte in unruhigen Zeiten an Bedeutung gewinnen

Wenn politische Versprechen so kurzlebig sind wie ein Sommerwahlkampf und Schuldenpakete in Milliardenhöhe die Kaufkraft von morgen belasten, richtet sich der Blick vieler Bürger auf das, was sich nicht per Beschluss entwerten lässt. Physisches Gold und Silber sind seit Jahrtausenden ein bewährter Anker zur Vermögenssicherung und eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio – gerade dann, wenn dem Vertrauen in Politik und Papierwerte die Grundlage entzogen wird.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene, sorgfältige Recherche und liegt allein in der Verantwortung des Anlegers. Für Verluste, die aus Entscheidungen auf Grundlage dieses Textes entstehen, übernehmen wir keine Haftung.

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