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Kettner Edelmetalle
09.03.2026
22:48 Uhr

Ölschock durch Iran-Krieg: Schwellenländer taumeln – und Europa sollte sich nicht zu sicher fühlen

Ölschock durch Iran-Krieg: Schwellenländer taumeln – und Europa sollte sich nicht zu sicher fühlen

Was sich derzeit an den globalen Finanzmärkten abspielt, hat das Zeug zu einem veritablen Erdbeben. Der Iran-Krieg, der vor zehn Tagen mit einem koordinierten Angriff der USA und Israels begann und sich seither wie ein Flächenbrand über den gesamten Nahen Osten ausgebreitet hat, trifft die Schwellenländer mit voller Wucht. Die Sperrung der Straße von Hormus – jener Nadelöhr-Passage, durch die ein Großteil des weltweiten Öltransports fließt – hat die Energieversorgung ganzer Volkswirtschaften ins Wanken gebracht.

Über eine Billion Dollar in Rauch aufgelöst

Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache. Der MSCI-Aktienindex für Schwellenländer ist mittlerweile in den sogenannten Korrekturbereich abgerutscht – ein technischer Euphemismus dafür, dass seit dem Rekordhoch Ende Februar mehr als eine Billion US-Dollar an Börsenwert vernichtet wurden. Allein in der vergangenen Woche verlor der Index 6,9 Prozent. Zwei von drei im Index gelisteten Aktien befinden sich im freien Fall. Koreanische Papiere brachen an einem einzigen Handelstag um sechs Prozent ein, nachdem sie in der Vorwoche bereits zehn Prozent verloren hatten.

Besonders hart trifft es die asiatischen Technologiewerte. Jene Titel also, die noch vor wenigen Wochen als die Lieblinge der internationalen Investorengemeinschaft galten. Nun fliehen dieselben Anleger in Scharen aus genau diesen Positionen – ein klassisches Muster, wenn Panik die Rationalität ablöst.

Ölpreis über 100 Dollar: Gift für Entwicklungsländer

Der Kern des Problems ist so simpel wie verheerend: Asien war bisher der mit Abstand größte Abnehmer von Öl und Gas aus den Golfstaaten. Diese Lieferungen sind durch die Blockade der Straße von Hormus zum Erliegen gekommen. Wie lange dieser Zustand andauern wird, vermag derzeit niemand seriös zu prognostizieren. Die trotzige Haltung des Iran nach der Ernennung eines neuen Führers lasse darauf schließen, dass der Krieg nicht so bald nachlassen werde, erklärte Haig Bathgate, Geschäftsführer von Callanish Capital.

Ein Ölpreis von über 100 US-Dollar pro Barrel wirkt für die Entwicklungsländer wie ein doppelter Giftcocktail: Er würgt das Wirtschaftswachstum ab und heizt gleichzeitig die Inflation an. Das gefürchtete Szenario der Stagflation – jene toxische Mischung aus stagnierender Wirtschaft und steigenden Preisen – steht plötzlich wieder im Raum.

Währungen im Sturzflug, Zentralbanken unter Druck

Nicht nur die Aktienmärkte bluten. Die Währungen der Schwellenländer haben ihre gesamte Rallye des Jahres 2026 bereits wieder eingebüßt. Der ungarische Forint erlitt den stärksten Tagesverlust unter allen Schwellenländerwährungen, der südafrikanische Rand fiel um bis zu 2,2 Prozent. In beiden Ländern schossen die Anleiherenditen um mehr als 30 Basispunkte nach oben.

Die Konsequenzen für die Geldpolitik sind dramatisch. Händler erwarten inzwischen, dass die ungarische Zentralbank ihre jüngste Zinssenkung rückgängig machen und die Zinsen wieder anheben wird. In Südafrika hat der Markt jede Hoffnung auf eine Zinssenkung bei der anstehenden Sitzung begraben – stattdessen positionieren sich Investoren bereits für Zinserhöhungen. In der Türkei, einem weiteren großen Ölimporteur, explodierten die zehnjährigen Renditen um 72 Basispunkte.

Die indische Zentralbank soll Berichten zufolge bereits am Devisenmarkt interveniert haben, um die Rupie zu stützen. Ein Zeichen der Verzweiflung? Oder vorausschauende Krisenpolitik? Die Volatilität der Schwellenländerwährungen ist jedenfalls erstmals seit Mai über jene der Industrieländer-Pendants gestiegen – ein unmissverständliches Signal für weitere heftige Kursschwankungen.

Flucht in den Dollar – und was das für Deutschland bedeutet

Während die Schwellenländer taumeln, profitiert ausgerechnet der US-Dollar als vermeintlich sicherer Hafen. Verstärkt wird diese Entwicklung durch Spekulationen, wonach die USA in diesem Jahr möglicherweise überhaupt keine Zinssenkungen mehr vornehmen werden. Für die exportabhängige deutsche Wirtschaft ist das eine denkbar schlechte Nachricht. Denn ein starker Dollar bei gleichzeitig schwächelnden Schwellenländern bedeutet: Die Absatzmärkte für deutsche Maschinen und Industriegüter – allen voran Indien und die Türkei – schrumpfen.

Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass die Auswirkungen dieser Krise auch Europa nicht verschonen werden. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz, die gerade erst ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg gebracht hat, dürfte sich warm anziehen müssen. Denn steigende Energiepreise treffen auch den deutschen Verbraucher – und die ohnehin fragile Konjunktur hierzulande verträgt keine weiteren Belastungen. Dass man in Berlin ausgerechnet jetzt neue Schulden in astronomischer Höhe aufnimmt, während sich am Horizont ein globaler Wirtschaftssturm zusammenbraut, zeugt nicht gerade von fiskalischer Weitsicht.

Ein Silberstreif am Horizont?

Nicht alle Analysten malen den Teufel an die Wand. Christian Wietoska, Stratege bei der Deutschen Bank, verwies darauf, dass die Schwellenländer heute deutlich besser aufgestellt seien als beim letzten großen Terms-of-Trade-Schock im Jahr 2022. Die Devisenreserven seien höher, die lokale Liquidität tiefer und die Zinspuffer größer. Die Währungen der Schwellenländer würden die kurzfristigen Gegenwinde daher „wahrscheinlich deutlich besser überstehen".

Rajat Agarwal von der Société Générale warnte hingegen, dass bei einem langanhaltenden Konflikt eine Abwärtskorrektur der Gewinnschätzungen unvermeidlich sei – mit der Folge einer noch stärkeren Abwertung. Die Deutsche Bank selbst habe bereits Gewinne aus bullischen Schwellenländer-Trades mitgenommen und eine neutrale Position eingenommen.

Physische Edelmetalle als Anker in stürmischen Zeiten

Was lehrt uns diese Krise einmal mehr? Dass geopolitische Risiken über Nacht ganze Anlageklassen pulverisieren können. Aktien, Währungen, Anleihen – nichts ist vor den Schockwellen eines bewaffneten Konflikts sicher. In solchen Zeiten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber traditionell als das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlässlicher Wertspeicher, der keiner Zentralbank, keinem Algorithmus und keinem geopolitischen Kalkül unterworfen ist. Wer sein Portfolio mit physischen Edelmetallen diversifiziert hat, dürfte in diesen turbulenten Tagen deutlich ruhiger schlafen als mancher Schwellenländer-Investor.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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