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Kettner Edelmetalle
11.03.2026
09:36 Uhr

Ölpreis-Schock: US-Iran-Krieg treibt Rohöl zurück über 90 Dollar – und das ist erst der Anfang

Was viele Experten noch vor wenigen Monaten als undenkbar abgetan hätten, ist nun bittere Realität: Der militärische Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat die globalen Energiemärkte in ein Chaos gestürzt, das seinesgleichen sucht. Die Ölpreise schossen am Mittwochmorgen erneut in die Höhe – Brent-Rohöl legte um 4,1 Prozent auf 91,41 Dollar pro Barrel zu, während die amerikanische Sorte WTI sogar um 4,6 Prozent auf 87,28 Dollar kletterte.

Die Straße von Hormus: Nadelöhr der Weltwirtschaft unter Beschuss

Im Zentrum dieser dramatischen Entwicklung steht die Straße von Hormus – jene schmale Meerenge, durch die täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt. Oder besser gesagt: floss. Denn der Iran hat offenbar begonnen, diese lebenswichtige Schifffahrtsroute zu verminen. Die Antwort der US-Streitkräfte ließ nicht lange auf sich warten: Berichten zufolge versenkten amerikanische Einheiten 16 iranische Minenlegerschiffe in der Nähe der Meerenge. Ein Eskalationsschritt, der die ohnehin angespannte Lage weiter verschärft.

Die G7-Energieminister versammelten sich derweil in Paris, um über die Auswirkungen des Konflikts auf die globalen Öl- und Gasmärkte zu beraten. Das Ergebnis? Man unterstütze „proaktive Maßnahmen", einschließlich der Freigabe strategischer Reserven. Klingt nach entschlossenem Handeln – doch wie viel davon ist tatsächlich mehr als diplomatische Kosmetik?

Historische Freigabe strategischer Ölreserven geplant

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat offenbar die größte Freigabe strategischer Ölreserven aller Zeiten vorgeschlagen. Diese soll die 182 Millionen Barrel übertreffen, die nach Russlands Einmarsch in die Ukraine 2022 auf den Markt gebracht wurden. Allein im ersten Monat sollen über 100 Millionen Barrel täglich freigegeben werden. IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol verwies darauf, dass die Mitgliedsstaaten derzeit über 1,2 Milliarden Barrel an öffentlichen Notfallreserven verfügten, ergänzt durch weitere 600 Millionen Barrel an Industriebeständen unter staatlicher Aufsicht.

„Die Bedingungen auf den Ölmärkten haben sich in den letzten Tagen verschlechtert", erklärte Birol und verwies auf Transitprobleme sowie eine erhebliche Drosselung der Ölproduktion. Dies schaffe „erhebliche und wachsende Risiken für den Markt". Eine Untertreibung, die ihresgleichen sucht.

Peinliche Panne im Weißen Haus

Für einen kurzzeitigen Preisrückgang am Dienstag sorgte ausgerechnet eine Falschmeldung aus dem Umfeld der US-Regierung. Auf dem Social-Media-Konto von Energieminister Chris Wright wurde fälschlicherweise behauptet, die US-Marine habe einen Tanker durch die Straße von Hormus eskortiert. Pressesprecherin Karoline Leavitt musste anschließend kleinlaut einräumen, dass die Navy „zu diesem Zeitpunkt keinen Tanker oder ein Schiff eskortiert" habe. Ein Kommunikationsdesaster, das Vertrauen kostet – und das in einer Phase, in der die Märkte jedes Wort auf die Goldwaage legen.

Analysten warnen: 100 Dollar sind nur eine Frage der Zeit

Die Einschätzungen der Marktbeobachter lassen wenig Raum für Optimismus. Sasha Foss, Energiemarktanalystin bei Marex, brachte es auf den Punkt: Die Freigabe der IEA-Reserven kaufe lediglich ein paar Tage Zeit. Entscheidend bleibe die Dauer des Konflikts. Sollte dieser nicht bis Ende der Woche beendet sein, würden die Ölpreise wieder über die 100-Dollar-Marke schießen.

Noch düsterer fällt die Prognose von Paul Gooden aus, der bei Ninety One den Bereich globale Rohstoffe verantwortet. Selbst bei einer baldigen Deeskalation sei es unwahrscheinlich, dass die Preise auf das Niveau von 60 bis 70 Dollar zurückkehrten, das noch Anfang des Jahres herrschte. Sollte die Störung länger andauern, könnten die Preise auf über 120 Dollar oder sogar noch höher klettern – bis die Nachfrage durch die schiere Preishöhe gedrosselt werde.

Was bedeutet das für Deutschland und Europa?

Für die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft kommt dieser Ölpreisschock zur denkbar ungünstigsten Zeit. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat gerade erst ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen auf den Weg gebracht, das die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treibt. Explodierende Energiekosten dürften die Inflation zusätzlich anheizen und die Kaufkraft der Bürger weiter schmälern. Man fragt sich unwillkürlich: Wo bleibt die energiepolitische Vorsorge, die Deutschland nach dem Desaster der überhasteten Energiewende dringend gebraucht hätte?

Während China laut Berichten weiterhin iranisches Öl durch die Straße von Hormus bezieht und offenbar besser auf einen Preisanstieg über 100 Dollar vorbereitet ist als andere Nationen, steht Europa einmal mehr als verwundbarer Kontinent da. Die jahrelange Abhängigkeit von Energieimporten – erst von Russland, nun vom Nahen Osten – rächt sich bitter. Präsident Trump kommentierte den Ölpreisanstieg lapidar als „kleinen Preis" für die Niederlage des Iran. Ein Satz, der in den Wohnzimmern deutscher Familien, die ihre Heizkosten kaum noch stemmen können, wohl eher zynisch klingt.

In Zeiten derartiger geopolitischer Verwerfungen und explodierender Rohstoffpreise zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Absicherung gegen Inflation und Kaufkraftverlust. Gold und Silber haben sich historisch in Krisenzeiten als verlässlicher Wertspeicher bewährt – eine Eigenschaft, die in den kommenden Wochen und Monaten relevanter denn je werden dürfte.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jeder Leser ist verpflichtet, vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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Wer ist: Ernst Wolff

Ernst Wolff ist ein renommierter Wirtschaftsjournalist und Autor. Geboren in 1950 in China, in der Stadt Tianjin, zog er schon als Kleinkind mit seiner Familie nach Südkorea und von dort nach Deutsch…
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