
Nur noch 49 Prozent: Die Familie wird in Deutschland zur Minderheit

Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland lebt noch in einer Familie. Das Statistische Bundesamt hat am Donnerstag Erstergebnisse des Mikrozensus 2025 vorgelegt – 49 Prozent der Bevölkerung leben demnach als Elternteil oder Kind in einer Familie. 1996 waren es noch 57 Prozent.
Die Behörde verkauft das als Stabilisierung. Denn seit 2015 (48 Prozent) bewegt sich die Quote kaum noch. Doch hinter der ruhigen Zahl steckt ein tiefgreifender Umbau der deutschen Gesellschaft.
Alleinstehende auf dem Vormarsch
Der Anteil der Alleinstehenden kletterte laut Destatis von 17 Prozent (1996) auf 23 Prozent im Jahr 2025. Auch Paare ohne Kinder im Haushalt legten zu: von 26 auf 28 Prozent.
Die Statistiker erklären den langen Abwärtstrend mit der Demografie: Die geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge seien gealtert.
"Die Babyboomer haben die typische Familienphase mit Kindern im Haushalt hinter sich gelassen", sagte Thomas Körner, Experte für demografische Analysen zu Familien im Statistischen Bundesamt.
Und weiter: Seit 2015 wirke die Zuwanderung dem Rückgang entgegen, weil Eingewanderte und ihre Nachkommen jünger seien und häufiger in Familien lebten. Genau das, so das Amt, habe den Familienanteil stabilisiert.
Zwei Deutschlands in einer Statistik
Die Zahlen zeigen zwei sehr unterschiedliche Lebenswelten. 60 Prozent der Menschen mit Einwanderungsgeschichte lebten 2025 in Familien – bei jenen ohne Einwanderungsgeschichte nur 43 Prozent.
- Drei und mehr Kinder: 21 Prozent der Familien mit, 10 Prozent der Familien ohne Einwanderungsgeschichte
- Paare ohne Kind: 19 Prozent (mit) gegenĂĽber 32 Prozent (ohne)
- Anteil der Familien mit Einwanderungsgeschichte: 17 Prozent (2005) auf 31 Prozent (2025)
Umgekehrt sank der Anteil der Familien ohne Einwanderungsgeschichte von 77 Prozent im Jahr 2005 auf 61 Prozent. Als Einwanderungsgeschichte gilt, wenn eine Person selbst oder beide Eltern seit 1950 zugewandert sind.
Die Ehe verliert, das Alleinerziehen wächst
Auch die Form der Familie hat sich verschoben. Ehepaare mit Kindern machten 1996 noch 78 Prozent aller Familien aus, 2025 nur 66 Prozent. Alleinerziehende stiegen von 18 auf 24 Prozent, nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern von vier auf zehn Prozent.
Bemerkenswert stabil bleibt die Kinderzahl: 50 Prozent der Familien mit einem Kind, 37 Prozent mit zwei, 13 Prozent mit drei oder mehr – fast identisch mit 1996. Den leichten Zuwachs bei den kinderreichen Familien führt Destatis auf die Zuwanderung ab 2015 zurück.
Warum diese Zahlen jeden Sparer betreffen
Der Mikrozensus ist nur die halbe Wahrheit. Offizielle Zahlen belegen: Die Geburtenziffer sank 2025 auf 1,32 Kinder je Frau, die Geburtenzahl auf 654.241 – der niedrigste Stand seit 1946. Das Geburtendefizit von rund 352.000 war laut Destatis das größte der Nachkriegszeit.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das die eigentliche Nachricht: Ein Land, das seine Familien seit Jahrzehnten mit BĂĽrokratie, hoher Abgabenlast und teuren Wohnungen belastet, kann keine Familienpolitik mit Elterngeld-Symbolik reparieren. Wer Renten und Sozialkassen finanzieren soll, wird nicht geboren.
Für Vermögensfragen heißt das: Umlagefinanzierte Systeme stehen unter Druck, die Schuldenlast wächst – etwa durch das 500-Milliarden-Sondervermögen. Physische Edelmetalle können in einem breit gestreuten Portfolio als langfristige Beimischung zur Vermögenssicherung dienen, unabhängig von politischen Versprechen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger muss eigene Recherchen anstellen und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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