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Kettner Edelmetalle
02.09.2026
12:52 Uhr
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Norwegen kappt den Traum: „Grüne Batterie Europas" ist gescheitert

Norwegen kappt den Traum: „Grüne Batterie Europas" ist gescheitert
Symbolbild: KI-generiert

Norwegens Energieminister Terje Aasland hat am 24. August 2026 mit einer politischen Lebenslüge der europäischen Energiewende aufgeräumt. Sein Land werde nicht die „grüne Batterie Europas". Die Vorstellung, norwegische Wasserkraft könne die Schwankungen deutscher Wind- und Solarparks ausgleichen, nannte er eine „fehlerhafte Idee".

Ein Speicher, der schon halb leer ist

Auf dem Papier klingt Norwegen wie das perfekte Kraftwerk im Hintergrund. Die Energiebehörde NVE beziffert die gesamte Speicherkapazität der Stauseen auf rund 87,4 Terawattstunden — eine gewaltige Zahl.

Doch am 26. August waren diese Speicher nur zu 63,9 Prozent gefüllt. Und sie gehören nicht Europa, sondern zuerst den Norwegern. Regen und Schneeschmelze bestimmen den Pegel, nicht der Fahrplan deutscher Netzbetreiber.

Hinzu kommt: Norwegen braucht selbst immer mehr Strom — für Industrie, neue Großverbraucher und die eigene Elektrifizierung. Aasland hatte bereits im August betont, zusätzliche Erzeugung und neue Netze seien für Arbeitsplätze und wettbewerbsfähige Preise entscheidend.

Rekordüberschuss — und trotzdem zu wenig

2025 erzeugte Norwegen 161,9 Terawattstunden Strom bei einem Verbrauch von 139,2 Terawattstunden. Macht 22,7 Terawattstunden Überschuss — der höchste je gemessene Wert.

Klingt nach viel. Ist es aber nicht, gemessen an dem, was Europa abgeschaltet hat. Deutschland allein verbraucht jährlich rund das Zwanzigfache dieses Überschusses. Ein paar Stauseen in Skandinavien ersetzen keine Grundlast.

Dazu kommt das physikalische Nadelöhr: NordLink, das rund zwei Milliarden Euro teure Seekabel zwischen Schleswig-Holstein und Südnorwegen, überträgt maximal etwa 1.400 Megawatt. Ein Verbundnetz verteilt vorhandenen Strom — erzeugen kann es keinen einzigen Kilowattstunde zusätzlich.

Warum Oslo keine neuen Kabel mehr will

Die Ernüchterung hat handfeste innenpolitische Gründe. Der Ausbau der Verbindungen nach Deutschland und Großbritannien importierte nicht nur Handelsgewinne, sondern auch europäische Preisspitzen in norwegische Haushalte. Medienberichten zufolge sorgten explodierende Strompreise in Norwegen bereits für massiven politischen Ärger bis hinein in Regierungskrisen.

Die Konsequenz: Neue Interkonnektoren lehnt die Regierung ab. Dass der Netzbetreiber Statnett bis Juli 2026 allein auf NordLink Engpasserlöse von 53,4 Millionen Euro verbuchte, zeigt vor allem eines — wie weit die Preiszonen auseinanderliegen.

Die unbequeme Botschaft an Berlin und Brüssel

Aaslands Forderung ist ein Schuss vor den Bug der europäischen Energiepolitik: Europa müsse selbst wieder für stabile, regelbare Erzeugung sorgen. Reuters verweist in diesem Zusammenhang auf stillgelegte Kohle- und Kernkraftwerke sowie ausbleibende Investitionen in neue Gaskraftwerke.

„Die Zukunft liegt in einem sehr starken und integrierten System."

Für viele Beobachter ist das die späte Quittung für eine Politik, die Kraftwerke abschaltete und darauf hoffte, dass die Nachbarn schon aushelfen werden. Norwegen bleibt Partner — aber nicht Ersatzkraftwerk.

Wer sich fragt, was steigende Energiekosten mit dem eigenen Vermögen machen: Sie sind ein Treiber der Inflation, die Ersparnisse still entwertet. Physische Edelmetalle gelten vielen Anlegern deshalb als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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