
Neue Fronten im Nahen Osten: Wie der Iran-Krieg Europa in den Abgrund zu ziehen droht
Schwarze Rauchwolken über Teheran, Ölregen auf den Straßen der iranischen Hauptstadt, und ein US-Präsident, der offen davon spricht, so viele Führer eines souveränen Staates zu eliminieren, bis „vielleicht überhaupt niemand mehr übrig ist". Was sich wie das Drehbuch eines dystopischen Thrillers liest, ist bittere Realität im März 2026. Die Welt steht an einem Abgrund – und Europa schaut zu, wie das Feuer immer näher rückt.
Zivilinfrastruktur als Kriegsziel: Ein neuer Tabubruch
In der Nacht zum Sonntag haben die USA und Israel erstmals gezielt zivile Industrieanlagen im Iran angegriffen. Fünf Ölanlagen in und um Teheran seien bombardiert worden, wie die Times of Israel berichtete. Vier Menschen kamen dabei ums Leben. Videoaufnahmen zeigten gewaltige Feuer- und Rauchsäulen über der Millionenmetropole. Ein CNN-Reporter dokumentierte, wie öliger Regen auf die Stadt niederging. Es war das erste Mal in diesem Konflikt, dass eine zivile Industrieanlage zum Ziel eines amerikanisch-israelischen Angriffs wurde – ein Tabubruch, der die ohnehin fragile Situation im Nahen Osten weiter eskalieren lässt.
Die Eskalation kommt nicht überraschend. Seit Wochen bedienen sich Präsident Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Außenminister Marco Rubio und Finanzminister Scott Bessent einer Sprache, die jede diplomatische Zurückhaltung vermissen lässt. Selbst Steve Witkoff, Trumps sogenannter „Unterhändler", der noch vor einer Woche in Genf mit iranischen Vertretern an einem Tisch gesessen hatte, ließ bei der Überstellung der ersten gefallenen US-Soldaten jede Fassade fallen. Grinsend hinter dem Präsidenten stehend, äußerte er sich in vulgärer Weise über seine iranischen Gesprächspartner. Eine für Wien vereinbarte nächste Verhandlungsrunde? Makulatur.
Totale Kapitulation oder Krieg – Diplomatie war nie eine Option
Man muss kein Sympathisant des iranischen Regimes sein, um zu erkennen, dass die amerikanischen Forderungen von Anfang an auf eine totale Kapitulation ohne Krieg hinausliefen – Bedingungen, die für jeden souveränen Staat unannehmbar gewesen wären. Die Geheimdienste lieferten die passende Erzählung: Der Iran habe ohnehin nur ein Versteckspiel betrieben und nie ernsthaft verhandeln wollen. Eine bequeme Rechtfertigung für einen Krieg, der offenbar längst beschlossene Sache war.
Wie weit die Pläne reichen, offenbarte ein Experte gegenüber dem katarischen Sender Al-Dschasira: Die USA und Israel planten demnach die „Balkanisierung" des Iran. Washington wolle die ölreichen Gebiete übernehmen, der Rest des Landes solle sich selbst überlassen bleiben. Die israelische Regierung verkündete bereits am Freitag, man werde jeden iranischen Führer töten, der nachfolge. Trump sekundierte am Samstag mit der Aussage, ihm sei gleichgültig, wer im Iran regiere.
Geheimdienstbericht widerspricht Trumps Siegesgewissheit
Doch die Realität dürfte komplizierter sein, als es die martialische Rhetorik aus Washington vermuten lässt. Ein als geheim eingestufter Bericht des amerikanischen Nationalen Geheimdienstrates komme zu dem Schluss, dass es selbst mit einer groß angelegten Militäroffensive unwahrscheinlich wäre, die militärische und geistliche Machtstruktur des Iran zu stürzen. Trump wollte am Samstag den Einsatz von Bodentruppen nicht ausschließen – eine Übernahme der Ölvorkommen wäre ohne sie schlicht unmöglich. Zudem berichtete Bloomberg, der Iran habe ein 300 Millionen Dollar teures Radarsystem zerstört, das für die Steuerung der US-Raketenabwehr von entscheidender Bedeutung sei.
Kurden als Stellvertreter – und die Türkei als Pulverfass
In seiner charakteristischen Sprunghaftigkeit erwog Trump zunächst, kurdische Kämpfer aus dem Irak zu einer Invasion des Iran zu motivieren. Am Freitag nannte er es in einem Reuters-Interview noch „wunderbar", wenn die Kurden die Grenze überqueren würden. Am Samstag ruderte er zurück. Der Grund dürfte weniger in plötzlicher Besonnenheit liegen als vielmehr in der harschen Reaktion Ankaras. Der türkische Außenminister Hakan Fidan erklärte, er habe das Thema mit Rubio besprochen, der ihm versichert habe, Washington verfolge diese Bestrebungen nicht.
Fidan warnte eindringlich: Jedes Szenario, das darauf abziele, einen Bürgerkrieg im Iran entlang ethnischer oder konfessioneller Linien auszulösen, wäre das gefährlichste aller denkbaren Ergebnisse. Es würde nicht nur unschuldige Zivilisten das Leben kosten, sondern Millionen Menschen zur Flucht in Nachbarländer und darüber hinaus zwingen. Die Türkei teilt eine über 560 Kilometer lange Grenze mit dem Iran. Nach den Erfahrungen im Irak und in Syrien, so Fidan, würde eine längere Phase der Instabilität im Iran niemandem nützen – sie würde sich mit einem Multiplikatoreffekt in der gesamten Region ausbreiten.
Zypern: Europas verwundbare Flanke
Und genau hier wird es für Europa brandgefährlich. Die Türkei erwägt die Stationierung von F-16-Kampfjets in der Türkischen Republik Nordzypern, wie eine Quelle des Verteidigungsministeriums mitteilte. Der Hintergrund: Die griechisch-zyprische Seite hat ihre militärische Zusammenarbeit mit westlichen Partnern intensiviert, nachdem Großbritannien den USA die Nutzung seines Militärstützpunkts im Süden der geteilten Insel gestattet hat. Der britische Stützpunkt in Akrotiri spielt eine zentrale logistische Rolle bei den westlichen Militäroperationen im Nahen Osten.
Als wäre die Lage nicht schon explosiv genug, kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an, am Montag Zypern zu besuchen und Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer zu entsenden – nachdem ein iranischer Drohnenangriff auf die Insel verübt worden war. Macron wolle mit dem griechischen Ministerpräsidenten Mitsotakis „Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit rund um Zypern und im östlichen Mittelmeer" besprechen. Die Türkei dürfte diese Entwicklung mit äußerstem Argwohn beobachten.
Ethnische Säuberungen im Libanon drohen
Parallel dazu hat die israelische Armee die Bewohner des Südlibanon aufgefordert, ihre Dörfer zu verlassen. Der religiös-extremistische israelische Finanzminister Bezalel Smotrich warnte, ein südlicher Vorort Beiruts könne ähnliche Zerstörungen wie der Gazastreifen erleiden. Die Schäden durch den iranischen Beschuss in Israel seien derweil schwer einzuschätzen; die israelische Zeitung Haaretz meldete am Sonntag mehrere verletzte Mediziner.
China warnt vor dem „Gesetz des Dschungels"
Chinas Außenminister Wang Yi fand am Sonntag in Peking deutliche Worte. Ein „Regime Change" im Iran genieße keine öffentliche Unterstützung, erklärte er laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Die Völker des Nahen Ostens seien die wahren Herren ihrer Region, und deren Angelegenheiten sollten von den dort ansässigen Ländern selbstbestimmt geregelt werden. Gewalt sei keine Lösung, „bewaffnete Konflikte schüren nur Hass und führen zu neuen Krisen". Die Welt dürfe „nicht zum Gesetz des Dschungels zurückkehren", mahnte Wang.
Worte, die man in ihrer Tragweite nicht unterschätzen sollte. China und Russland unterstützen den Iran verdeckt. Trump selbst räumte ein, dass die Russen „aktiv" seien, spielte deren Rolle jedoch herunter – der Iran liege schließlich „am Boden". Eine gefährliche Fehleinschätzung, wenn man bedenkt, dass ein zerstörtes US-Radarsystem im Wert von 300 Millionen Dollar die Fähigkeit zur Abwehr künftiger Angriffe erheblich geschwächt haben könnte.
Deutschland zwischen allen Stühlen
Die Liste der direkt und indirekt in den Konflikt verwickelten Staaten liest sich wie ein Katalog der Weltpolitik: USA, Israel, Iran, Libanon, Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Saudi-Arabien, Irak, Türkei – und auf der anderen Seite Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Deutschland und die Ukraine an der Seite der USA und Israels. Wo, so muss man fragen, bleibt die eigenständige deutsche Außenpolitik in diesem Pulverfass?
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz scheint sich – wie so oft in der jüngeren deutschen Geschichte – in der Rolle des stillen Mitläufers eingerichtet zu haben. Statt als wirtschaftliche Großmacht Europas eine vermittelnde Rolle einzunehmen, reiht sich Berlin brav in die Phalanx der westlichen Unterstützer ein. Dabei müsste gerade Deutschland, das mit dem US-Stützpunkt Ramstein über eine der wichtigsten militärischen Drehscheiben der Amerikaner in Europa verfügt, ein vitales Interesse daran haben, diesen Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen. Denn sollte der Iran tatsächlich europäische Militäreinrichtungen ins Visier nehmen, stünde Deutschland an vorderster Front.
Was wir hier erleben, ist nichts weniger als die schrittweise Erosion der internationalen Ordnung. Ein US-Präsident, der Diplomatie durch Drohungen ersetzt hat. Ein Israel, das offen von der Eliminierung ganzer Führungsstrukturen spricht. Und ein Europa, das zwischen französischem Interventionismus, türkischem Expansionsdrang und deutscher Passivität zerrieben wird. Die Frage, ob der Weltkrieg bereits begonnen hat, ist keine rhetorische mehr. Sie ist eine, die sich mit jedem Tag drängender stellt.
In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und eskalierender Konflikte zeigt sich einmal mehr der zeitlose Wert physischer Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung. Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg jede Krise überdauert – eine Eigenschaft, die in der aktuellen Weltlage relevanter denn je erscheint.

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