
NATO-Verbündete verweigern Trump die Gefolgschaft: Blockade iranischer Häfen spaltet das Bündnis

Was sich in diesen Tagen auf den Weltmeeren abspielt, hat das Potenzial, die geopolitische Ordnung grundlegend zu erschüttern. US-Präsident Donald Trump hat am Montag eine Seeblockade gegen iranische Häfen in Kraft gesetzt – und steht damit weitgehend allein da. Denn die wichtigsten NATO-Verbündeten, allen voran Großbritannien und Frankreich, verweigern die Teilnahme an dieser militärischen Machtdemonstration. Ein Riss geht durch das westliche Bündnis, der tiefer kaum sein könnte.
Trumps Alleingang auf hoher See
Der US-Präsident hatte zunächst angekündigt, gemeinsam mit anderen Nationen die Straße von Hormus zu blockieren. Doch das Pentagon präzisierte rasch: Die Blockade betreffe ausschließlich Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Trump selbst drohte unmissverständlich, jedes iranische Schiff, das sich der Blockade nähere, werde vom US-Militär „eliminiert". Verhandlungen über ein Ende des mittlerweile sechs Wochen andauernden Konflikts mit dem Iran waren am Wochenende gescheitert.
Seit Kriegsbeginn am 28. Februar hat der Iran die strategisch bedeutsame Meerenge von Hormus weitgehend für alle Schiffe außer den eigenen gesperrt. Teheran strebt offenbar eine dauerhafte Kontrolle über die Wasserstraße an und erwägt sogar, Abgaben von durchfahrenden Schiffen zu erheben. Ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung passiert normalerweise diese Engstelle – die wirtschaftlichen Konsequenzen einer dauerhaften Sperrung wären verheerend.
London und Paris ziehen rote Linie
Der britische Premierminister Keir Starmer fand bemerkenswert deutliche Worte. „Wir unterstützen die Blockade nicht", erklärte er gegenüber der BBC. Und weiter: „Meine Entscheidung war sehr klar – egal wie groß der Druck ist, und es gab erheblichen Druck, wir lassen uns nicht in den Krieg hineinziehen." Man muss sich diese Worte auf der Zunge zergehen lassen. Der engste Verbündete der Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich, das traditionell Schulter an Schulter mit Washington marschiert, sagt offen: Nicht mit uns.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schlug stattdessen eine eigene Initiative vor. Er kündigte auf der Plattform X eine Konferenz an, bei der gemeinsam mit Großbritannien und weiteren Staaten eine multinationale Mission zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus geschaffen werden solle. Diese „strikt defensive Mission" solle sich klar von den Kriegsparteien abgrenzen und erst dann zum Einsatz kommen, wenn es die Lage erlaube.
Eine Mission ohne die Kriegsparteien
Die Konturen dieser europäischen Alternativstrategie werden bereits konkreter. Bereits am Donnerstag könnte ein Treffen in Paris oder London stattfinden, an dem rund 30 Staaten teilnehmen würden – darunter Golfstaaten, Indien, Griechenland, Spanien, Italien, die Niederlande und Schweden. Die Militärschiffe dieser Mission sollen Tanker eskortieren und Sicherheit gewährleisten, ohne selbst als Kriegspartei aufzutreten. Sowohl der Iran als auch die USA würden über die Mission informiert, spielten aber keine direkte Rolle darin.
Starmer betonte im britischen Parlament, es gehe ausschließlich um den Schutz der Schifffahrt und die Unterstützung der Navigationsfreiheit nach Ende des Konflikts. Ein koordinierter, unabhängiger, multinationaler Plan – so das erklärte Ziel.
NATO am Scheideweg
NATO-Generalsekretär Mark Rutte befindet sich in einer denkbar heiklen Lage. Einerseits habe Trump konkrete Zusagen der Verbündeten zur Sicherung der Straße von Hormus in naher Zukunft gefordert, wie Diplomaten gegenüber Reuters berichteten. Andererseits könne die NATO nur dann eine Rolle spielen, wenn sich alle 32 Mitgliedsstaaten auf die Bildung einer gemeinsamen Mission einigen könnten. Ein Konsens, der angesichts der aktuellen Spannungen in weiter Ferne scheint.
Besonders brisant: Trump hat bereits gedroht, sich aus dem Militärbündnis zurückzuziehen, und erwägt den Abzug amerikanischer Truppen aus Europa. Mehrere Länder hatten US-Militärflugzeugen die Nutzung ihres Luftraums für Angriffe auf den Iran verweigert. Die Weigerung, sich an der Blockade zu beteiligen, dürfte das ohnehin angespannte Verhältnis weiter belasten.
„Da Trump die Meerenge nun als sein eigenes Druckmittel nutzt – will er dort überhaupt eine Mission?", fragte ein europäischer Diplomat skeptisch.
Eine Frage, die den Kern des Dilemmas trifft. Denn Trumps Blockade ist nicht nur ein militärisches Instrument gegen den Iran, sondern auch ein geopolitischer Hebel gegenüber den eigenen Verbündeten. Wer nicht mitmacht, riskiert den Zorn Washingtons. Wer mitmacht, riskiert eine Eskalation mit unabsehbaren Folgen.
Türkei mahnt zur Diplomatie
Der türkische Außenminister Hakan Fidan sprach sich am Montag dafür aus, die Straße von Hormus auf diplomatischem Wege wieder zu öffnen. Die Schaffung einer internationalen Streitmacht zur Überwachung der Meerenge sei kompliziert, warnte er. Stattdessen rief Fidan dazu auf, die Beziehungen der NATO zu Trump auf einem Gipfel in Ankara im Juli neu zu ordnen.
Für Deutschland und die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz stellt sich die Frage, welche Rolle Berlin in diesem Konflikt spielen will und kann. Die Abhängigkeit von Energieimporten durch die Straße von Hormus betrifft auch die deutsche Wirtschaft unmittelbar. Steigende Ölpreise, Lieferkettenunterbrechungen und eine weitere Belastung der ohnehin angeschlagenen Konjunktur – die Konsequenzen einer dauerhaften Blockade wären auch hierzulande spürbar.
Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten
In Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Konflikte eskalieren, Bündnisse bröckeln und die Energieversorgung auf dem Spiel steht, zeigt sich einmal mehr der unschätzbare Wert physischer Edelmetalle. Während Aktienmärkte nervös auf jede neue Eskalationsmeldung reagieren und Währungen unter dem Druck steigender Ölpreise schwanken, bleibt Gold das, was es seit Jahrtausenden ist: ein Anker der Stabilität. Wer sein Vermögen in Krisenzeiten schützen will, kommt an physischen Edelmetallen als Beimischung eines breit gestreuten Portfolios kaum vorbei.
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