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13.02.2026
06:46 Uhr

Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Europa am Scheideweg zwischen Ohnmacht und Selbstbehauptung

Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Europa am Scheideweg zwischen Ohnmacht und Selbstbehauptung

Was sich im vergangenen Jahr auf der Münchner Sicherheitskonferenz noch als vage Drohkulisse abzeichnete, ist nun bittere Realität geworden: Die transatlantische Partnerschaft, jahrzehntelang das Fundament westlicher Sicherheitsarchitektur, liegt in Trümmern. Und während sich die Welt in einem tektonischen Umbruch befindet, der seinesgleichen seit dem Ende des Kalten Krieges sucht, stellt sich die bange Frage: Hat Europa überhaupt noch die Kraft, sein eigenes Schicksal zu gestalten?

Merz betritt die Bühne – zum dritten Mal in diesem Jahr

Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnet die diesjährige Konferenz im legendären Ballsaal des Bayerischen Hofs. Es ist bereits seine dritte große außenpolitische Rede in diesem Jahr, nach Auftritten beim Weltwirtschaftsforum in Davos und im Bundestag. Seine Botschaft klingt entschlossen: Europa müsse stark, wettbewerbsfähig und verteidigungsfähig werden. Man müsse die „Sprache der Machtpolitik" erlernen. Schöne Worte. Doch die entscheidende Frage bleibt: Folgen den Worten auch Taten?

Merz hat in seinen bisherigen Reden den Finger in die richtige Wunde gelegt. Die wirtschaftlichen und technologischen Abhängigkeiten von den USA und China sind erschreckend. Deutschland, einst Exportweltmeister und industrielles Kraftzentrum Europas, hat sich in eine gefährliche Abhängigkeit manövriert – nicht zuletzt durch die ideologiegetriebene Energiepolitik der Vorgängerregierung, die das Land deindustrialisiert und geschwächt hat. Ob die neue Große Koalition aus CDU/CSU und SPD den Mut aufbringt, diesen Kurs radikal zu korrigieren, darf bezweifelt werden.

Die nukleare Frage: Europas unbequeme Wahrheit

Besonders brisant ist die Debatte um einen europäischen Nuklearschirm. Eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur offenbart Erstaunliches: 51 Prozent der Deutschen befürworten eine auf französischen Atomwaffen basierende europäische nukleare Abschreckung – als Ergänzung zu den in Europa stationierten US-Atomwaffen. Nur 24 Prozent lehnen dies ab. Diese Zahlen sind bemerkenswert für ein Land, das sich jahrzehntelang hinter dem amerikanischen Schutzschild versteckt und gleichzeitig jede ernsthafte sicherheitspolitische Debatte gescheut hat.

Die Realität hat die Deutschen offenbar eingeholt. Wer hätte noch vor wenigen Jahren gedacht, dass eine Mehrheit der Bundesbürger offen für eine eigenständige europäische Nuklearstrategie plädieren würde? Es ist ein Zeichen dafür, wie dramatisch sich die Wahrnehmung der geopolitischen Lage verschoben hat – und wie wenig Vertrauen in die Verlässlichkeit des transatlantischen Bündnisses noch vorhanden ist.

Rubio zwischen Zuckerbrot und Peitsche

Die mit größter Spannung erwartete Rede dürfte jene von US-Außenminister Marco Rubio sein. Im vergangenen Jahr hatte Vizepräsident JD Vance die europäischen Verbündeten frontal attackiert und ihnen ein zweifelhaftes Demokratieverständnis vorgeworfen. Was danach folgte, übertraf die schlimmsten Befürchtungen: wilde Zolldrohungen – mittlerweile mit 20 Prozent auf EU-Importe Realität geworden –, die absurde Grönland-Krise und die Gründung eines „Friedensrats" als Gegenentwurf zu den Vereinten Nationen.

Vor seinem Abflug nach München gab sich Rubio versöhnlich. Europa sei den USA wichtig, die Zukunft beider Seiten sei „miteinander verknüpft". Doch der Nachsatz verriet die wahre Agenda: Man müsse darüber sprechen, wie diese Zukunft aussehen werde. Die alte Welt gebe es nicht mehr. Übersetzt aus dem Diplomatischen bedeutet das: Washington diktiert, Europa gehorcht – oder trägt die Konsequenzen.

Das andere Amerika macht sich bemerkbar

Pikant ist die starke Präsenz der Trump-Opposition in München. Allen voran Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, der als möglicher demokratischer Präsidentschaftskandidat für 2028 gehandelt wird. Dass sich Merz ausgerechnet mit diesem prominenten Trump-Gegner treffen will, dürfte in Washington für Verstimmung sorgen. Ein mutiger Schachzug – oder diplomatische Ungeschicklichkeit? Die Antwort wird davon abhängen, ob Merz bereit ist, die Konsequenzen zu tragen.

Ukraine-Krieg und iranische Opposition

Selbstverständlich steht auch der Ukraine-Krieg wieder weit oben auf der Agenda. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird erneut in München erwartet, doch Verhandlungen mit Russland wird es dort nicht geben – aus Moskau reisen keine Regierungsvertreter an. Der Krieg, der nun schon seit über drei Jahren tobt, hat Europa sicherheitspolitisch aufgerüttelt, aber auch wirtschaftlich massiv belastet.

Zu den schillerndsten Figuren der diesjährigen Konferenz dürfte Reza Pahlavi gehören, der 65-jährige Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien. Der im US-Exil lebende iranische Oppositionelle hat die Massenproteste gegen das Mullah-Regime massiv unterstützt. Angesichts der jüngsten dramatischen Eskalation im Nahen Osten – Israels Großangriffe auf iranische Atomanlagen und Teherans Vergeltungsschläge – gewinnt seine Präsenz in München zusätzliche Brisanz.

Europas Stunde der Wahrheit

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 könnte als Wendepunkt in die Geschichte eingehen. Oder als weiterer Beleg dafür, dass Europa zwar eloquent über Souveränität und Stärke zu reden versteht, aber unfähig bleibt, diese auch durchzusetzen. Die Herausforderungen sind gewaltig: ein unberechenbarer Verbündeter jenseits des Atlantiks, ein aggressives Russland, ein aufstrebendes China und eine Weltwirtschaft im Umbruch.

Deutschland, das mit seinem geplanten 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur ohnehin Generationen von Steuerzahlern belastet, steht vor der unbequemen Frage, woher die Mittel für eine glaubwürdige europäische Verteidigung kommen sollen. Die Zeiten, in denen man sich auf amerikanische Sicherheitsgarantien verlassen und gleichzeitig die Friedensdividende einstreichen konnte, sind unwiderruflich vorbei. Es wird Zeit, dass Europa – und insbesondere Deutschland – dieser Realität ins Auge blickt. Nicht mit wohlfeilen Sonntagsreden, sondern mit konkretem Handeln.

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