
Mordkomplott aus Teheran: Wie das Mullah-Regime einen deutschen Politiker auf offener Straße hinrichten lassen wollte
Was sich derzeit im Umfeld der deutschen Sicherheitsbehörden abspielt, klingt wie das Drehbuch eines düsteren Polit-Thrillers – ist aber bittere Realität auf deutschem Boden. Nach Informationen, die zunächst die Bild-Zeitung publik machte, soll der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete und heutige Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, im Fadenkreuz eines vom iranischen Regime gesteuerten Mordkomplotts gestanden haben. Die Bundesanwaltschaft hat inzwischen Mordanklage gegen zwei mutmaßliche Drahtzieher erhoben.
Geheimdienstoperation mitten in Deutschland
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein afghanischstämmiger Mann namens Ali S., dem enge Kontakte zum berüchtigten iranischen Geheimdienst Mois sowie zu den Al-Quds-Einheiten der Revolutionsgarden nachgesagt werden. Bereits über einen längeren Zeitraum hinweg sollen deutsche Sicherheitsbehörden den Mann observiert haben, weil er israelische Einrichtungen in Berlin ausgekundschaftet haben soll. Im Sommer 2025 schlug eine Spezialeinheit zu und nahm ihn fest.
Die Spur, die die Fahnder rekonstruiert haben, ist brisant: Im Mai 2025 soll Ali S. seinen Landsmann Tawab M. kontaktiert haben. Dieser habe wiederum versucht, in Dänemark Waffen sowie Bauteile für Sprengvorrichtungen zu beschaffen. Einem weiteren Komplizen sei zudem eine Pistole übergeben worden – mit einem unmissverständlichen Auftrag: Volker Beck solle erschossen werden. Auf deutschem Boden. Mitten in Europa. Im Jahr 2025.
Ein offenes Geheimnis – mit fatalen Konsequenzen
Dass das Mullah-Regime in Teheran seine Gegner weltweit verfolgt, ist seit Jahren bekannt. Dass deutsche Behörden diesem Treiben jedoch über einen so langen Zeitraum hinweg offenbar nur zusehen konnten, wirft unbequeme Fragen auf. Wie konnten iranische Agenten so frei in Berlin operieren? Wie viele weitere Schläferzellen mögen unter dem Radar der überforderten deutschen Sicherheitsarchitektur existieren? Und vor allem: Warum reagiert die Bundesregierung erst dann mit Empörung, wenn die Bombe gewissermaßen schon scharf geschaltet ist?
Beck selbst zeigte sich gegenüber der Bild-Zeitung alarmiert. Die Ermittlungen würden, so sagte er sinngemäß, belegen, dass der Iran Deutschland und seine Bürger angreife. Das stimme ihn äußerst besorgt. Zugleich betonte er, man dürfe sich niemals einschüchtern lassen.
Becks Konfrontationskurs gegen Teheran
Warum ausgerechnet Volker Beck ins Visier der Schlapphüte aus Teheran geriet, lässt sich anhand seiner Biographie leicht nachzeichnen. Seit Jahrzehnten kritisiert der Politiker das Regime der Mullahs scharf – sei es wegen der systematischen Menschenrechtsverletzungen, der inflationären Anwendung der Todesstrafe, der offenen Vernichtungsdrohungen gegen Israel oder der Verfolgung Homosexueller im Iran. Bereits 2007 habe ihm während einer Reise nach Teheran ein hochrangiger iranischer Politiker offen mit dem Tod gedroht, berichtet Beck. Als homosexueller Mann sei es im Iran angeblich legitim, ihn zu erhängen.
Auch das mittlerweile verbotene Islamische Zentrum Hamburg (IZH) habe er öffentlich als Tarnstruktur des iranischen Geheimdienstes entlarvt. Nach weiterer Kritik am iranischen Atomprogramm sei er auf den Feindeslisten des Regimes gelandet und mit einer Einreisesperre belegt worden. Dass eine derart fundamentale Bedrohungslage erst dann öffentlich wird, wenn die Mordpläne bereits beinahe Realität geworden sind, ist symptomatisch für die zaghafte Außen- und Sicherheitspolitik, die Deutschland in den vergangenen Jahren an den Tag gelegt hat.
Forderung nach Ausweisung des iranischen Botschafters
Beck verlangt nun handfeste Konsequenzen. Außenminister Johann Wadephul solle den iranischen Botschafter ausweisen. Es gebe dafür inzwischen mehr als ausreichend Gründe, so der Politiker. Eine Forderung, die zumindest dieses Mal kaum von der Hand zu weisen sein dürfte. Wer auf deutschem Boden Mordanschläge plant, hat in der diplomatischen Repräsentation nichts mehr verloren. Doch ob die Bundesregierung tatsächlich den Mut aufbringt, diesen Schritt zu gehen, oder ob sie sich wie so oft hinter wohlfeilen Sonntagsreden verschanzen wird, bleibt abzuwarten.
Ein gefährliches Signal an alle Despoten dieser Welt
Der Fall Beck reiht sich ein in eine erschreckende Serie. Deutschland droht zum Operationsgebiet für ausländische Geheimdienste zu verkommen – sei es aus Moskau, aus Peking oder eben aus Teheran. Solange jedoch die innere Sicherheit dem ideologischen Klein-Klein bestimmter politischer Kreise untergeordnet wird, solange Behörden personell und materiell ausbluten und solange jeder, der vor solchen Entwicklungen warnt, reflexhaft als „Hetzer“ abgestempelt wird, werden die Feinde unseres Landes ihr Spiel ungestört weiterführen können.
Die deutsche Außenpolitik hat sich in den vergangenen Jahren oft genug durch Naivität ausgezeichnet. Wer mit einem Regime, das Frauen aufhängt, Demonstranten erschießt und Atomwaffen entwickelt, weiterhin gepflegte Diplomatie betreibt, sollte sich nicht wundern, wenn dieses Regime die offene Hand als Schwäche interpretiert. Es ist höchste Zeit, dass Berlin gegenüber Teheran eine Sprache findet, die in den Korridoren der Macht im Iran auch verstanden wird – nämlich die der Härte und der konsequenten Sanktionen.
Fazit: Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit
Der vereitelte Anschlag auf Volker Beck führt uns einmal mehr drastisch vor Augen, in welch fragilem Zustand sich die innere Sicherheit unseres Landes befindet. Während sich politische Debatten in Berlin oftmals in Nebensächlichkeiten verlieren, agieren ausländische Geheimdienste mit zunehmender Dreistigkeit auf deutschem Boden. Die Bürger dieses Landes haben einen Anspruch auf einen Staat, der sie schützt – und zwar nicht erst dann, wenn die Pistole bereits geladen ist. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Fall nicht nur ein juristisches Nachspiel hat, sondern auch ein politisches Umdenken einleitet. Die Hoffnung darauf ist allerdings, blickt man auf die Realpolitik der vergangenen Jahre, eher bescheiden.
- Themen:
- #Grüne

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











