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Kettner Edelmetalle
01.04.2026
12:05 Uhr

Milliardengrab vor den Toren Deutschlands: Frankreichs Atommüll-Endlager explodiert im Preis

Nur rund 150 Kilometer von Saarbrücken entfernt plant Frankreich eines der ambitioniertesten – und mittlerweile teuersten – Infrastrukturprojekte Europas. Das geplante Endlager für hochradioaktiven Atommüll im lothringischen Bure wird nach neuesten Schätzungen rund 33,4 Milliarden Euro verschlingen. Vor gerade einmal zehn Jahren hatte man die Kosten noch auf 25 Milliarden Euro taxiert. Ein Anstieg von über einem Drittel – und das Projekt hat noch nicht einmal die endgültige Baugenehmigung erhalten.

Ein Erlass, der Bände spricht

Die neue Kostenschätzung wurde durch einen Erlass im französischen Amtsblatt publik, unterzeichnet von Wirtschaftsminister Roland Lescure. Die Summe umfasse sämtliche Phasen des Vorhabens: Konzeption, Bau, Betrieb und die finale Versiegelung der unterirdischen Anlage. Als Leitlinie soll die Kalkulation den großen Atom-Unternehmen EDF und Orano sowie dem französischen Kommissariat für Atomenergie dienen, die das Mammutprojekt über Rückstellungen finanzieren sollen.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: 33,4 Milliarden Euro für ein Tunnelsystem, 500 Meter tief in einer Tonschicht vergraben, in einer dünn besiedelten Region Lothringens. Und dabei sind die Abfälle der sechs bis vierzehn neu geplanten Reaktoren, die Frankreich im Rahmen seiner nuklearen Renaissance errichten will, noch gar nicht eingerechnet. Die zuständige Behörde geht davon aus, dass sich die Gesamtmenge des hochradioaktiven Mülls durch diese neuen Meiler um weitere 20 Prozent vergrößern dürfte.

Sicherheitsbedenken und offene Fragen

Die französische Atomaufsicht hatte die Sicherheitsvorkehrungen für das unterirdische Lager im Dezember zwar als „zufriedenstellend" eingestuft – doch dieser Begriff klingt weniger beruhigend, als er sollte. Denn gleichzeitig verwies die Behörde auf zahlreiche Risiken, die weiterhin geprüft werden müssten. Wie schnell korrodieren die Metallbehälter? Wie sicher ist die Versiegelung der Tunnel? Und was geschieht bei Explosionen oder Feuerausbrüchen in einem Endlager, das für die Ewigkeit konzipiert sein soll? Fragen, die nicht gerade Vertrauen erwecken.

Für die zweite Jahreshälfte 2026 sei eine öffentliche Anhörung geplant, anschließend entscheide die Regierung über eine Genehmigung durch den Staatsrat. Frühestens 2028 könnte der Beschluss fallen. Die ersten Behälter mit Atommüll würden dann ab 2050 unter die Erde gebracht – ein Zeitrahmen, der angesichts der bisherigen Planungsgeschichte seit 1991 geradezu optimistisch anmutet.

Deutschland schaut zu – und sollte genauer hinschauen

Während Frankreich trotz aller Kostenexplosionen und Risiken konsequent an seiner Kernenergiestrategie festhält, hat Deutschland bekanntlich den entgegengesetzten Weg eingeschlagen. Die letzten deutschen Kernkraftwerke wurden 2023 abgeschaltet – ein Schritt, den selbst EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als „strategischen Fehler" bezeichnet haben soll. Frankreich hingegen setzt unbeirrt auf Atomkraft als Rückgrat seiner Energieversorgung und nimmt dafür auch milliardenschwere Endlagerkosten in Kauf.

Die Ironie könnte kaum größer sein: Deutschland, das sich moralisch überlegen fühlt, weil es aus der Kernkraft ausgestiegen ist, importiert munter französischen Atomstrom, während es gleichzeitig seine eigene Energieversorgung durch ideologiegetriebene Politik systematisch verteuert und destabilisiert hat. Die Frage, ob ein Comeback der Kernkraft in Deutschland noch realistisch wäre, wird zwar gelegentlich diskutiert, doch die politische Klasse in Berlin scheint nach wie vor mehr an Windrädern und Solarpanelen interessiert zu sein als an einer pragmatischen Energiepolitik.

Ein großer Teil des Mülls lagert bereits provisorisch

Insgesamt sollen in Bure 83.000 Kubikmeter Atommüll eingelagert werden. Etwa die Hälfte davon sei bereits produziert. Ein erheblicher Teil des französischen Atommülls lagert derzeit in der Wiederaufbereitungsanlage im normannischen La Hague – und dort wird es eng. Das dortige Lagerbecken könnte bereits 2030 seine Kapazitätsgrenze erreichen. Ein weiteres Becken befinde sich in Planung, doch auch hier tickt die Uhr.

Das Projekt in Bure zeigt exemplarisch, was passiert, wenn staatliche Großprojekte auf die Realität treffen: Die Kosten steigen, die Zeitpläne dehnen sich, und die Risiken bleiben. Dennoch muss man Frankreich zugutehalten, dass es sich wenigstens der Verantwortung stellt, eine langfristige Lösung für seinen Atommüll zu finden – statt das Problem, wie so viele andere Nationen, einfach auf kommende Generationen abzuwälzen. Ob die 33,4 Milliarden Euro am Ende reichen werden, darf allerdings bezweifelt werden. Die Geschichte staatlicher Infrastrukturprojekte – man denke nur an den Berliner Flughafen BER – lehrt uns, dass Kostenexplosionen selten ihr finales Stadium erreicht haben, wenn sie zum ersten Mal öffentlich werden.

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