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Kettner Edelmetalle
26.02.2026
06:29 Uhr

Mexikos Drogenkartelle setzen auf KI-Propaganda – und der Westen schaut zu

Was sich derzeit in Mexiko abspielt, liest sich wie das Drehbuch eines Hollywood-Thrillers – nur dass die Realität einmal mehr jede Fiktion übertrifft. Nach der Tötung des berüchtigten Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, besser bekannt als „El Mencho", versinken ganze Bundesstaaten in Chaos und Gewalt. Doch das eigentlich Beunruhigende ist nicht die Gewalt selbst – es ist die perfide Informationskriegsführung, mit der das Kartell die Deutungshoheit über die Ereignisse zu gewinnen versucht.

Der Fall eines Drogen-Imperiums

Am vergangenen Sonntag schlug eine koordinierte Operation der mexikanischen Armee und US-amerikanischer Geheimdienste in der Kleinstadt Tapalpa zu. Das Ziel: „El Mencho", der Anführer des Cartel de Jalisco Nueva Generación (CJNG), eines der mächtigsten und brutalsten Drogenkartelle der Welt. Der ehemalige Polizist, der irgendwann die Seiten wechselte und zum Imperator eines geschätzten 50-Milliarden-Dollar-Verbrechensimperiums aufstieg, wurde bei der Operation getötet. Auf seinen Kopf waren 15 Millionen US-Dollar Kopfgeld ausgesetzt – eine Summe, die die schiere Dimension seiner kriminellen Machenschaften nur erahnen lässt.

Die Karriere dieses Mannes ist symptomatisch für das Versagen staatlicher Strukturen in Lateinamerika. Einst aus den USA abgeschoben, arbeitete sich Cervantes über das Milenio-Kartell und geschickte Kooperationen mit dem legendären „El Chapo" Guzmán an die Spitze der organisierten Kriminalität. Als das Sinaloa-Kartell durch die Verhaftung seines Chefs geschwächt wurde, nutzte „El Mencho" das Machtvakuum eiskalt aus. Innerhalb von 15 Jahren baute er sein regionales Kartell zu einer globalen Verbrecherorganisation aus, die mit Fentanyl, Kokain, Methamphetamin, Waffen und gestohlenem Öl handelte. In den USA ist das CJNG mittlerweile als terroristische Organisation gelistet.

Brennende Supermärkte und Straßensperren

Was nach dem Tod des Kartellchefs folgte, überraschte niemanden, der die Mechanismen der organisierten Kriminalität kennt. Anhänger des CJNG errichteten Straßensperren, setzten Busse und Supermärkte in Brand und zündeten Tankstellen an. Vor allem der Bundesstaat Jalisco, die Hochburg des Kartells, versank in Gewalt. Auch in Michoacán und anderen Regionen kam es zu schweren Ausschreitungen.

Mittlerweile scheint sich die Lage zumindest oberflächlich zu beruhigen. Die USA haben ihre Restriktionen für diplomatisches Personal in Tijuana und Monterrey aufgehoben. Die Flughäfen in Guadalajara und Puerto Vallarta nehmen den Normalbetrieb wieder auf. Doch in Teilen von Jalisco gelten weiterhin nächtliche Ausgangssperren, und auf zahlreichen Straßen behindern Kontrollpunkte den Verkehr.

Fake News als Waffe der Kartelle

Was diese Krise von früheren Gewaltausbrüchen unterscheidet, ist die systematische Desinformationskampagne des Kartells. Mithilfe eigener Influencer – ja, Sie lesen richtig: Drogenkartelle haben inzwischen ihre eigenen Social-Media-Strategen – verbreitete das CJNG eine Flut von Falschmeldungen. KI-generierte Videos sollten den Eindruck eines „Volksaufstandes" erwecken, der sich angeblich gegen die Regierung richtete. Tausendfach geteilte Clips zeigten vermeintlich brennende Flugzeuge auf Startpisten und Rauchsäulen über Touristengebieten – alles fabriziert, alles Propaganda.

Besonders dreist: Videos, die suggerieren sollten, das Kartell habe den Flughafen von Guadalajara eingenommen und die Regierung habe die Kontrolle verloren. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen – eine kriminelle Organisation nutzt dieselben Werkzeuge der modernen Informationskriegsführung, die man sonst nur von staatlichen Akteuren kennt. Die Grenze zwischen organisierter Kriminalität und Terrorismus verschwimmt hier endgültig.

Reisewarnungen verschärft – auch Deutschland reagiert

Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für Mexiko aktualisiert und rät dringend von Reisen in den gesamten Bundesstaat Michoacán sowie in Teile von Tamaulipas, Jalisco und Guanajuato ab. Bereits zuvor galten verschärfte Warnungen für Colima, Guerrero, Sinaloa, Zacatecas und die Grenzregion zu den USA. Weitere Vergeltungsmaßnahmen und Gewaltausbrüche könnten demnach nicht ausgeschlossen werden.

Der US-Senator Markwayne Mullin ging noch einen Schritt weiter und rief amerikanische Jugendliche dazu auf, ihre traditionellen „Spring Break"-Reisen nach Cancún in diesem Jahr ausfallen zu lassen. Die Lage sei „sehr volatil", und die Vereinigten Staaten blickten „mit wachem Auge auf das dortige Geschehen". Gleichzeitig sehe er in der absehbaren Zersplitterung der Kartelle nach dem Tod „El Menchos" eine historische Chance, die kriminellen Netzwerke zu zerschlagen.

Ein Lehrstück für Europa

Was in Mexiko geschieht, sollte auch in Europa und insbesondere in Deutschland aufmerksam verfolgt werden. Die Fentanyl-Krise, die in den USA bereits Hunderttausende Todesopfer gefordert hat, ist zu einem erheblichen Teil auf die Aktivitäten des CJNG zurückzuführen. Und während die Kartelle ihre Operationen global ausweiten, zeigt sich auch hierzulande, wohin eine laxe Sicherheitspolitik und mangelnde Grenzkontrolle führen können.

Die Tatsache, dass ein Drogenkartell mittlerweile über die technologischen Mittel und die strategische Raffinesse verfügt, KI-gestützte Desinformationskampagnen zu fahren, sollte jeden Sicherheitspolitiker in Europa alarmieren. Organisierte Kriminalität kennt keine Grenzen – und sie wird immer dort stärker, wo der Staat schwächer wird. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar angekündigt, der organisierten Kriminalität den Kampf anzusagen. Ob den Worten auch Taten folgen, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung der vergangenen Jahre lehrt jedenfalls, dass Ankündigungen allein noch keine Sicherheit schaffen.

Mexiko zeigt in diesen Tagen wie unter einem Brennglas, was passiert, wenn staatliche Strukturen über Jahrzehnte hinweg erodieren und kriminelle Netzwerke in das entstehende Vakuum vorstoßen. Es wäre fatal, wenn Europa aus dieser Lektion nicht die richtigen Schlüsse zöge.

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