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Kettner Edelmetalle
25.02.2026
08:38 Uhr

Merz auf Kuschelkurs in Peking: Vom „Systemrivalen" zum „Partner" in Rekordzeit

Es ist eine bemerkenswerte Wandlung, die Bundeskanzler Friedrich Merz da vollzieht. Der Mann, der einst als harter Transatlantiker galt und China durchaus kritische Töne entgegenbrachte, reist nun mit einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation nach Peking – und das Wort „Systemrivale" hat er offenbar irgendwo über dem Ural aus dem Fenster geworfen. Stattdessen spricht er von „großem Potenzial für weiteres Wachstum" und einer „ausgewogenen Partnerschaft". Man reibt sich verwundert die Augen.

Fünf Leitlinien – und ein verschwundenes Wort

Vor seinem Abflug nach Peking gab der Kanzler fünf Leitlinien für seinen zweitägigen Antrittsbesuch aus. Was dabei auffällt, ist weniger das, was gesagt wurde, als vielmehr das, was fehlt. Die einst von der Vorgängerregierung geprägte Formel, wonach China gleichzeitig Wettbewerber, Partner und Systemrivale sei, wurde stillschweigend entkernt. Das Wort „Rivale" sucht man in den Merz'schen Leitlinien vergeblich. Eine diplomatische Kosmetik, die Bände spricht.

Merz betonte stattdessen, man wolle europäische Stärke als Grundlage der China-Politik nutzen, eine Risikominderung statt Entkopplung anstreben, fairen Wettbewerb einfordern, international mit China zusammenarbeiten und die China-Politik europäisch einbetten. Klingt vernünftig. Klingt nach Realpolitik. Doch die Frage drängt sich auf: Ist das noch strategische Klugheit – oder bereits vorauseilende Unterwürfigkeit gegenüber der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt?

Hühnerfüße und Sportrechte statt harter Verhandlungen

Die konkreten Ergebnisse des ersten Besuchstages lesen sich dann auch eher ernüchternd. Fünf Vereinbarungen und Absichtserklärungen wurden unterzeichnet. Darunter: ein Protokoll zum Import von wärmebehandelten Geflügelfleischerzeugnissen – im Klartext geht es um den Export deutscher Hühnerfüße nach China. Dazu eine Vereinbarung zur Bekämpfung von Tierseuchen und zwei Abkommen zu Sportübertragungsrechten mit der China Media Group, eines davon mit der Deutschen Fußball Liga, das andere mit dem Deutschen Tischtennisbund.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Deutschland, einst Exportweltmeister und industrielles Kraftzentrum Europas, feiert als diplomatischen Durchbruch den Handel mit Hühnerfüßen und Fußball-Übertragungsrechten. Wo bleiben die harten Verhandlungen über den Zugang deutscher Unternehmen zum chinesischen Markt? Wo die konkreten Zusagen bei den seit April 2025 geltenden Exportbeschränkungen für seltene Erden, die unsere Industrie massiv behindern?

Die Abhängigkeit wächst – und niemand will es wahrhaben

Gerade die Frage der seltenen Erden offenbart das ganze Dilemma deutscher China-Politik. Unsere Automobilindustrie, unsere Technologieunternehmen, ja selbst die Rüstungsindustrie – sie alle sind in erschreckendem Maße von chinesischen Rohstoffen abhängig. Und was tut die Bundesregierung? Sie redet von „Risikominderung" und „Diversifizierung", während gleichzeitig die Abhängigkeit von Jahr zu Jahr zunimmt. Merz selbst räumte ein, dass eine Entkopplung von China bedeuten würde, sich „ins eigene Fleisch zu schneiden". Eine ehrliche Einschätzung – aber eben auch ein Eingeständnis der eigenen Schwäche.

Ukraine-Krieg: Naive Hoffnungen auf Pekings Einfluss

Besonders aufschlussreich war die Äußerung des Kanzlers zum Ukraine-Krieg. Merz sagte wörtlich, wenn Xi Jinping dem russischen Präsidenten Putin morgen sagen würde, er solle aufhören, dann müsse dieser übermorgen aufhören. Eine bemerkenswert naive Einschätzung für einen Mann, der sich als außenpolitischer Realist inszeniert. Denn warum sollte Peking seinen wichtigsten geopolitischen Verbündeten vor den Kopf stoßen – ausgerechnet zugunsten eines Europas, das nicht einmal in der Lage ist, seine eigene Verteidigung zu organisieren?

Die Realität ist eine andere: China profitiert massiv vom Ukraine-Krieg. Russisches Öl und Gas fließen zu Vorzugspreisen nach Osten, während Europa unter den Sanktionsfolgen ächzt. Peking hat keinerlei Interesse daran, diesen für sich äußerst vorteilhaften Zustand zu beenden. Merz' Hoffnung auf chinesische Vermittlung wirkt vor diesem Hintergrund geradezu rührend weltfremd.

Taiwan: Erst schroff, dann zahm

Auch in der Taiwan-Frage vollzog der Kanzler eine bemerkenswerte Kehrtwende. Noch in der Vorwoche hatte er deutlich schroffere Töne angeschlagen. Nun betonte er brav, dass die Bundesregierung an ihrer Ein-China-Politik festhalte – fügte allerdings hinzu, deren genaue Ausgestaltung bestimme man selbst. Ein diplomatischer Eiertanz, der zeigt, wie schnell sich Grundsätze verflüchtigen, wenn man erst einmal auf chinesischem Boden steht.

Europäische Einbettung – oder europäischer Wettlauf nach Peking?

Merz betonte, seine China-Politik solle europäisch eingebettet sein. Es sei kein Zufall, dass neben ihm auch der französische Präsident Macron und der britische Premierminister Starmer innerhalb weniger Wochen nach Peking reisten. Doch genau hier liegt das Problem: Wenn alle gleichzeitig nach Peking pilgern, entsteht kein koordiniertes europäisches Auftreten, sondern ein Wettlauf um die Gunst der chinesischen Führung. Peking versteht es meisterhaft, europäische Staaten gegeneinander auszuspielen – und die Europäer machen es ihnen denkbar leicht.

Am Donnerstag steht dann noch der Besuch der Verbotenen Stadt auf dem Programm, gefolgt von einer Präsentation autonom fahrender Mercedes-Fahrzeuge und einer Weiterreise in die Technologie-Metropole Hangzhou. Dort wird Merz unter anderem den chinesischen Roboter-Hersteller Unitree besuchen. Man darf gespannt sein, ob der Kanzler bei dieser Gelegenheit auch die Frage stellt, wie viel deutsches Know-how in diesen Robotern steckt – und auf welchem Wege es dorthin gelangt ist.

Was wirklich zählt: Deutschlands wirtschaftliche Zukunft sichern

Die grundsätzliche Frage, die sich bei diesem China-Besuch stellt, ist eine andere: Hat Deutschland überhaupt noch die Verhandlungsmasse, um in Peking auf Augenhöhe aufzutreten? Die deutsche Wirtschaft stagniert, die Energiekosten sind nach wie vor exorbitant hoch, die Bürokratie erstickt jede unternehmerische Initiative. Und während Merz in Peking über Hühnerfüße verhandelt, steigen daheim die Staatsschulden ungebremst weiter – nicht zuletzt dank des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens, das künftige Generationen belasten wird.

In Zeiten solcher wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es für den einzelnen Bürger ist, sein Vermögen breit aufzustellen und nicht allein auf die Versprechen der Politik zu vertrauen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn Währungen schwächeln und politische Großwetterlagen unberechenbar werden. Als Beimischung in einem diversifizierten Portfolio bieten sie einen Schutz, den weder Hühnerfüße-Exporte noch Sportübertragungsrechte je ersetzen können.

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