
Machtkampf in Kiew: Während Millionen frieren, liefern sich Selenskyj und Klitschko einen erbitterten Schlagabtausch

Minus 18 Grad, kein Strom, keine Heizung, kein Warmwasser. Während in der ukrainischen Hauptstadt Kiew rund 1,5 Millionen Menschen in der schlimmsten Versorgungskrise seit Kriegsbeginn ausharren, gönnen sich Präsident Wolodymyr Selenskyj und Bürgermeister Vitali Klitschko einen öffentlichen Machtkampf, der an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist. Was sich derzeit in den Führungsetagen der Ukraine abspielt, gleicht weniger einer Krisenbewältigung als vielmehr einem vorgezogenen Wahlkampf auf dem Rücken einer verzweifelten Bevölkerung.
Die humanitäre Katastrophe als Kulisse für politische Intrigen
Die Fakten sind erschütternd: Nach russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur am 9. Januar sind weite Teile der Drei-Millionen-Metropole von der Versorgung abgeschnitten. Rund die Hälfte aller Wohnhäuser steht ohne Fernwärme da, Hunderte Gebäude sind auch mehr als eine Woche später noch unversorgt. Die Menschen erhalten im Notbetrieb nur wenige Stunden Strom am Tag, während die Temperaturen nachts auf lebensbedrohliche Werte fallen.
Doch statt gemeinsam anzupacken, nutzt Selenskyj seine abendliche Videoansprache für einen gezielten Seitenhieb gegen den Bürgermeister. Der Vergleich mit dem frontnahen Charkiw, das seit Kriegsbeginn unter schwerem Beschuss steht und sich angeblich besser vorbereitet habe, ist dabei besonders perfide. Die implizite Botschaft ist unmissverständlich: Klitschko hat versagt.
Klitschko kontert mit schweren Vorwürfen
Der ehemalige Boxweltmeister lässt sich die Attacken nicht gefallen. Auf Telegram bezeichnet er die Kritik des Präsidenten als „ununterbrochenen Hass", der die selbstlose Arbeit der Krisenhelfer minimiere. Bereits im Mai 2025 hatte Klitschko in einem Interview mit der Times zum Frontalangriff ausgeholt und von Razzien, Verhören und konstruierten Strafverfahren gegen seine Verwaltung berichtet. Sein vernichtendes Urteil damals: „Ich habe einmal gesagt, dass es in unserem Land nach Autoritarismus riecht. Jetzt stinkt es danach."
Die Spannungen zwischen beiden Politikern reichen bis zur Präsidentenwahl 2019 zurück, als sie als Konkurrenten galten. Der informelle Burgfrieden, der wegen des Krieges innenpolitisch in der Ukraine herrschen sollte, erweist sich zunehmend als Fassade. Die Ernennung eines neuen Leiters der Kiewer Militärverwaltung durch Selenskyj hat den Konflikt weiter angeheizt.
Wahlen als Hintergrund des Machtkampfs
Mit Blick auf mögliche Friedensverhandlungen gewinnt der Streit zusätzliche Brisanz. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, den Krieg innerhalb von höchstens drei Monaten beenden zu wollen. Sollte ein Waffenstillstand zustande kommen und das Kriegsrecht aufgehoben werden, könnten in der Ukraine wieder Wahlen stattfinden. Klitschko gilt trotz gegenteiliger Beteuerungen als potenzieller Herausforderer Selenskyjs.
Bei den letzten Kommunalwahlen vor der Eskalation des Konflikts erlitt Selenskyjs Partei „Diener des Volkes" eine vernichtende Niederlage. Keinen einzigen Bürgermeisterposten konnte sie für sich gewinnen. Der jetzige Machtkampf dürfte also auch vor diesem Hintergrund zu sehen sein.
Ein Lehrstück in politischer Verantwortungslosigkeit
Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack. Während der Westen Milliarden an Hilfsgeldern in die Ukraine pumpt und die Bevölkerung unter unvorstellbaren Bedingungen ausharrt, liefern sich die politischen Führungsfiguren des Landes einen erbitterten Machtkampf. Die 1200 sogenannten „Punkte der Unbeugsamkeit", an denen sich Menschen aufwärmen und ihre Geräte aufladen können, wirken angesichts des Ausmaßes der Krise wie ein Tropfen auf den heißen Stein.
Die Frage, die sich deutsche Steuerzahler stellen müssen, ist unbequem, aber berechtigt: Wie viel Vertrauen verdient eine politische Führung, die selbst in der größten Not nicht in der Lage ist, persönliche Animositäten hintanzustellen? Die Ukraine kämpft nicht nur gegen einen äußeren Feind, sondern offenbar auch gegen sich selbst.
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