
Lufthansa im Dauerchaos: Fünfte Streikwelle lähmt Deutschlands größte Airline
Während die Lufthansa eigentlich ihren 100. Geburtstag feiern wollte, versinkt das einstige Aushängeschild der deutschen Luftfahrt in einem beispiellosen Arbeitskampf. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat ihre Piloten erneut zu einem zweitägigen Streik am Donnerstag und Freitag aufgerufen – bereits die fünfte Streikwelle innerhalb kürzester Zeit. Der wirtschaftliche Schaden geht längst in die Millionen, und ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht.
Hunderte Flüge gestrichen – Passagiere als Leidtragende
Allein am Dienstag musste die Lufthansa an ihren beiden Drehkreuzen in Frankfurt am Main und München mehr als 900 Starts und Landungen absagen. Neunhundert. Man lasse sich diese Zahl auf der Zunge zergehen. Betroffen sind sowohl die Kerngesellschaft als auch die Regionaltochter Cityline. Und als wäre das nicht genug, legen am Mittwoch und Donnerstag zusätzlich die Flugbegleiter ihre Arbeit nieder. Ein perfekter Sturm, der Hunderttausende Reisende in Geiselhaft nimmt.
Die Tourismusbranche schlägt bereits Alarm und warnt vor massiven Millionenkosten sowie einem erheblichen Imageschaden für den Standort Deutschland. Denn wer als internationaler Geschäftsreisender oder Tourist nicht einmal darauf vertrauen kann, dass sein Flug stattfindet, der bucht beim nächsten Mal eben bei der Konkurrenz. So einfach ist das.
Jubiläumsfeier im Schatten des Arbeitskampfes
Die Ironie könnte kaum bitterer sein: Ausgerechnet zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa planen die Gewerkschaften eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen. Der feierliche Festakt im neuen Besucherzentrum, zu dem unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz und Verkehrsminister Patrick Schnieder erwartet werden, dürfte damit zur Farce verkommen. Statt Champagner und Lobeshymnen gibt es Streikposten und Protestplakate.
Man fragt sich unwillkürlich, was Bundeskanzler Merz bei diesem Anlass wohl sagen wird. Vielleicht ein paar warme Worte über die Bedeutung der Luftfahrt für den Wirtschaftsstandort Deutschland? Schön und gut – doch was nützen warme Worte, wenn die Flieger am Boden bleiben?
Schlichtung als letzter Ausweg?
Immerhin: Die VC hat eine Schlichtung vorgeschlagen, mit der der Streik noch abgewendet werden könnte. Die Lufthansa habe sich grundsätzlich bereit erklärt, eine solche Schlichtung zu allen derzeit strittigen Tarifthemen einzugehen. Ob daraus tatsächlich etwas wird, steht freilich auf einem anderen Blatt. Die Erfahrung lehrt, dass zwischen grundsätzlicher Bereitschaft und tatsächlicher Einigung oft Welten liegen.
Was bleibt, ist das Bild eines Unternehmens, das einst den Stolz der deutschen Wirtschaft verkörperte und nun zum Symbol für den schleichenden Niedergang des Industriestandorts Deutschland geworden ist. Überregulierung, explodierende Kosten, endlose Tarifkonflikte – die Lufthansa steht exemplarisch für die Probleme, die dieses Land seit Jahren vor sich herschiebt, anstatt sie entschlossen anzupacken. Deutschland braucht keine Festakte und keine Sonntagsreden. Deutschland braucht eine Politik, die den Rahmen schafft, damit Unternehmen wie die Lufthansa wieder das tun können, wofür sie gegründet wurden: fliegen.
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