
Kuba wirft USA „maritime Belagerung" und „Piraterie" vor – Ölversorgung am Zusammenbrechen

Die Spannungen zwischen Washington und Havanna erreichen einen neuen Höhepunkt. Ein kubanischer Diplomat hat die Vereinigten Staaten der „internationalen Piraterie" beschuldigt, während die Trump-Administration systematisch die venezolanischen Öllieferungen an den sozialistischen Inselstaat abschnürt. Was sich derzeit in der Karibik abspielt, könnte die geopolitische Landkarte der Region nachhaltig verändern.
Kubas schärfste Anklage seit Jahrzehnten
Carlos de Céspedes, Kubas Botschafter in Kolumbien, erhob am Samstag schwere Vorwürfe gegenüber Washington. Die USA hätten eine „maritime Belagerung" über Kuba verhängt – die bedrohlichste und schwerwiegendste Maßnahme seit Jahrzehnten, wie er gegenüber Al Jazeera erklärte. Seine Worte lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Kuba sieht sich mächtigeren US-Drohungen gegenüber als in den 67 Jahren seit der Revolution."
Der Diplomat beschrieb, wie Washington offen Treibstofflieferungen in der Karibik blockiere. Die USA würden „internationale Piraterie im Karibischen Meer" betreiben, die das Eintreffen von Öl in Kuba einschränke und verhindere. Das kubanische Außenministerium konterte mit der Feststellung, jedes Land habe das Recht, Treibstoff „ohne Einmischung" zu importieren – niemand diktiere Kuba, was es zu tun habe.
Trumps Druckkampagne zeigt Wirkung
Die Strategie der amerikanischen Regierung ist kein Geheimnis. Präsident Trump verkündete bereits am 5. Januar unmissverständlich: „Kuba ist bereit zu fallen. Kuba hat jetzt kein Einkommen mehr. Sie bezogen all ihre Einnahmen aus Venezuela, aus dem venezolanischen Öl. Sie bekommen nichts mehr davon. Kuba ist buchstäblich bereit zu fallen."
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Havanna erhielt bislang geschätzte 35.000 Barrel Öl täglich von seinem langjährigen Verbündeten Venezuela. Nach der Pentagon-Operation vom 3. Januar, die zur Absetzung und Festnahme von Präsident Nicolás Maduro führte, sind diese Lieferungen praktisch zum Erliegen gekommen. Die Ölflüsse von Venezuela nach Kuba sind bereits nahezu vollständig zusammengebrochen.
Humanitäre Katastrophe droht
Die Bedingungen auf der Insel haben sich dramatisch verschlechtert. Stromausfälle und Engpässe bei Grundnahrungsmitteln und alltäglichen Gütern prägen zunehmend den Alltag der Bevölkerung. Dennoch erwägt die US-Administration weiterhin eine vollständige Energieblockade gegen Kuba – ein Schritt, der eine humanitäre Katastrophe auslösen könnte.
Das kubanische Regime hat jedoch bereits harte US-Sanktionen und das umfassende Handelsembargo über Jahrzehnte überstanden – und sogar den Fall der Sowjetunion nach dem Kalten Krieg überlebt.
Geopolitisches Kalkül mit Risiken
Kritiker der kubanischen Regierung, insbesondere republikanische Hardliner, dürften den Vorschlag einer vollständigen Ölblockade begrüßen. Doch Bedenken bleiben: Ein plötzlicher Zusammenbruch der kubanischen Regierung könnte eine regionale Migrationskrise auslösen und die gesamte Karibik destabilisieren. Die Erinnerungen an frühere Flüchtlingswellen aus Kuba sind in Florida noch allzu präsent.
Berichten zufolge arbeitet das Weiße Haus bereits daran, Personen innerhalb der kubanischen Regierung zu identifizieren, die für einen Deal empfänglich sein könnten – nach dem „Venezuela-Modell". Allerdings verfügt der kubanische Geheimdienst über jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit dem amerikanischen Gegner. Der Schattenkrieg zwischen beiden Nationen währt schließlich seit über sechs Jahrzehnten.
Was auch immer die kommenden Wochen bringen werden: Die Entwicklungen in der Karibik verdeutlichen einmal mehr, wie fragil die globale Ordnung ist – und wie schnell sich geopolitische Machtverhältnisse verschieben können, wenn eine Supermacht ihre wirtschaftliche Hebelwirkung konsequent einsetzt.
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