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Kettner Edelmetalle
23.03.2026
06:31 Uhr

Krieg am Golf trifft Europas Industrie ins Mark: Deutschlands Mittelstand kämpft ums Überleben

Als hätten die vergangenen Jahre nicht schon genug Verwüstung angerichtet, rollt nun die nächste Krisenwelle über Europas industrielles Herzland hinweg. Der Krieg im Nahen Osten – ausgelöst durch die Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran – treibt die Energiekosten erneut in schwindelerregende Höhen und schnürt europäischen Unternehmen die Luft ab. Was sich derzeit in den Fabrikhallen und Büros des deutschen Mittelstands abspielt, gleicht einem industriellen Überlebenskampf.

Ein Familienunternehmen am Abgrund

In Kleinkarlbach, einem unscheinbaren Ort rund 25 Kilometer westlich von Ludwigshafen, sitzt Martina Nighswonger in ihrem schmucklosen Büro bei der Chemiefirma Gechem. Das Unternehmen, gegründet im Jahr 1861, blickt auf eine 165-jährige Geschichte zurück – doch diese Geschichte könnte bald ein jähes Ende finden. Nighswonger hält mittlerweile tägliche Krisensitzungen ab und lässt ihre Frustration an einem Boxsack aus. „Es gibt einfach keine Verschnaufpause. Jedes Jahr werden die Gewinne ein bisschen kleiner, und irgendwann sind sie weg", beschreibt sie die Lage.

Gechem mischt Chemikalien für Haushaltsreiniger und füllt Bremsflüssigkeit für die Automobilindustrie ab. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr 46 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt 165 Mitarbeiter. Doch nun wurde ein Einstellungsstopp verhängt, und zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten schließt die Geschäftsführung Stellenstreichungen nicht mehr aus. Investitionspläne für eine neue Abfüllanlage und den Ausbau der Solaranlage – zusammen mehrere Millionen Euro schwer – liegen auf Eis.

Ölpreis verdoppelt, Hoffnung halbiert

Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache. Irans Blockade der Straße von Hormus hatte bereits die Ölexporte empfindlich getroffen, bevor gegenseitige Angriffe auf gigantische Gasanlagen im Iran und in Katar den Rohölpreis auf fast 120 Dollar pro Barrel katapultierten – eine Verdopplung seit Jahresbeginn 2026. Katar hat seine LNG-Exporte inmitten der militärischen Auseinandersetzungen eingestellt, was Europas Gas- und Strompreise weiter in die Höhe treibt.

Allein Deutschlands Wirtschaft drohe laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ein Schaden von 40 Milliarden Euro über zwei Jahre, sollte der Ölpreis bei 100 Dollar pro Barrel verharren. Und dabei liegt er bereits deutlich darüber. Die deutschen Großhandelsstrompreise gehören mit 132 Dollar pro Megawattstunde zu den höchsten weltweit – fast dreimal so hoch wie die 48 Dollar in den Vereinigten Staaten. Selbst der EU-Durchschnitt von 120 Dollar liegt noch darunter.

„Europa steht auf dem Hackblock und hat schlicht nicht die Marge, um einen zweiten Energieschock in so kurzer Zeit zu verkraften", warnt Ipek Ozkardeskaya, Senior-Analystin bei der Schweizer Bank Swissquote. Deutschland und Großbritannien seien am verwundbarsten.

Der Mittelstand – Rückgrat einer Nation, das zu brechen droht

Gechem ist nur ein Beispiel, doch es steht stellvertretend für 3,4 Millionen mittelständische Unternehmen in Deutschland, die über 33 Millionen Menschen beschäftigen und mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt erbringen. Dieses Rückgrat der deutschen Wirtschaft wird seit Jahren systematisch geschwächt – durch eine Pandemie, durch den Ukraine-Krieg, durch US-Zölle und nun durch den Golfkrieg.

Die Insolvenzstatistiken zeichnen ein düsteres Bild: 24.064 überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen meldeten im Jahr 2025 Insolvenz an – der höchste Wert seit 2014. Und das war noch vor der jüngsten Eskalation im Nahen Osten. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass diese Zahl 2026 noch deutlich übertroffen werden dürfte.

Bei Gechem ist der Preis für Sulfaminsäure, die das Unternehmen von asiatischen Lieferanten bezieht und in Toiletten- sowie Spülmaschinentabletten verarbeitet, bereits um ein Fünftel gestiegen. Allein dadurch seien die Kosten in diesem Jahr um 300.000 bis 400.000 Euro gestiegen, berichtet Nighswonger. Neben Öl und Gas seien auch die Lieferketten für Düngemittel, Schwefel, Helium, Aluminium, Polyethylen und andere kritische Rohstoffe durch Irans Würgegriff an der Straße von Hormus massiv gestört. Die Frachtkosten explodierten zusätzlich.

Großkonzerne im Krisenmodus

Der Druck pflanzt sich längst die gesamte Wertschöpfungskette des 635 Milliarden Euro schweren europäischen Chemiesektors hinauf fort. Der Spezialchemiekonzern Lanxess, mit einem Jahresumsatz von 5,7 Milliarden Euro, kündigte die Streichung von 550 Arbeitsplätzen an und erhöhe die Preise, sobald die eigenen Kosten stiegen. „Wir beobachten die Lage im Nahen Osten jetzt täglich", erklärte Vorstandschef Matthias Zachert. Ein geplanter Verkauf einer Joint-Venture-Beteiligung sei abgeblasen worden – die sich verschlechternden Marktbedingungen infolge des Iran-Krieges hätten dabei eine Rolle gespielt.

Evonik-Chef Christian Kullmann räumte ein, dass sich zwar ein Teil der Mehrkosten an Kunden weitergeben lasse, aber sicherlich nicht alle. BASF, der weltweit größte Chemiekonzern, habe einige Preise bereits um mehr als 30 Prozent angehoben. Henkel verzeichne indirekt höhere Rohstoffpreise. „Unsere Unternehmen operieren im vollen Krisenmodus", fasste Wolfgang Grosse Entrup, Geschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), die Lage zusammen.

Ganz Europa unter Druck

Die Erschütterungen reichen weit über Deutschland hinaus. Peter Voser, Verwaltungsratspräsident des Schweizer Industriekonzerns ABB, warnte, ein langanhaltender Golfkrieg werde die Weltwirtschaft durch Energieknappheit und höhere Preise schwer treffen. Kurzfristig könnten Unternehmen, die Gas als primäre Energiequelle nutzten, sogar ihre Produktionslinien stilllegen müssen. „Aber die wirklichen globalen Auswirkungen kommen später. Je länger der Krieg dauert, desto tiefer wird der Einschnitt auf der Nachfrageseite sein."

In Frankreich berichtete Marc-Antoine Blin, Präsident des Kunststoffrohr-Herstellers Elydan, dass asiatische Zulieferer aus Vietnam und Thailand höhere Gewalt erklärt hätten und keine Rohstoffe mehr liefern könnten. Elydan betreibt ein halbes Dutzend Fabriken in Europa und verarbeitet jährlich 40.000 bis 50.000 Tonnen Polymere. Sollte der Konflikt andauern, müsse er die höheren Kosten weitergeben. „Ich glaube nicht, dass wir einen solchen Schock selbst absorbieren können, indem wir unsere Margen opfern."

Selbst der dänische Spielzeugriese LEGO spürt die Auswirkungen. Zwar setzt das Unternehmen verstärkt auf recycelten und biobasierten Kunststoff, doch die endlose Kette von Krisen – Corona, Inflation, Ukraine-Krieg, US-Zölle und nun der Golfkrieg – bereite Sorgen. „Volatilität ist natürlich nie gut", sagte CEO Niels Christiansen mit bemerkenswertem Understatement.

Europas fatale Energieabhängigkeit – ein hausgemachtes Problem

Was sich hier offenbart, ist nicht nur die Konsequenz geopolitischer Verwerfungen, sondern auch das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlentscheidungen. Deutschlands Energiepolitik der vergangenen Dekade – der überhastete Atomausstieg, die ideologiegetriebene Energiewende, die naive Abhängigkeit von russischem Gas – hat das Land in eine Position der Verwundbarkeit manövriert, die nun mit voller Wucht zuschlägt. Während die USA mit Strompreisen von 48 Dollar pro Megawattstunde ihre Industrie wettbewerbsfähig halten, zahlen deutsche Unternehmen fast das Dreifache.

Die Stahllobby WV Stahl warnte bereits, der Iran-Krieg habe Europas „enorme Verwundbarkeit" offengelegt, und forderte weitere politische Unterstützung zur Stabilisierung der Gas- und Strompreise. Doch die europäischen Regierungen verfügen über deutlich weniger fiskalischen Spielraum als noch 2022, um die Industrie mit massiven Subventionen abzuschirmen. Deutschland hat sich mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Großen Koalition bereits tief verschuldet – Geld, das künftige Generationen durch Steuern und Abgaben werden finanzieren müssen.

Sollte der Ölpreis in Richtung 130 Dollar pro Barrel steigen, drohe laut Karl Pettersen von Scope Ratings ein signifikant höheres Ausfallrisiko für Sektoren wie Metalle und Chemie. „Europas Wettbewerbsfähigkeit hängt davon ab, die Versorgung mit sicherer, bezahlbarer Energie zu verbessern", mahnte er.

Wenn Politik versagt, muss der Bürger vorsorgen

Die bittere Wahrheit ist: Wer sich auf die Weitsicht der Politik verlässt, hat in den vergangenen Jahren regelmäßig den Kürzeren gezogen. Krise folgt auf Krise, und jedes Mal sind es die fleißigen Mittelständler, die Arbeitnehmer und die Sparer, die die Zeche zahlen. In Zeiten, in denen Rohölpreise explodieren, Währungen unter Druck geraten und die Inflation erneut anzuziehen droht, erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten. Gold und Silber kennen keine Force Majeure, keine Lieferkettenprobleme und keine geopolitischen Blockaden – sie sind schlicht da, greifbar und wertbeständig.

„Europas Wettbewerbsfähigkeit hängt davon ab, die Versorgung mit sicherer, bezahlbarer Energie zu verbessern." – Karl Pettersen, Scope Ratings

Die Frage, die sich jeder deutsche Bürger stellen sollte, lautet nicht mehr, ob die nächste Krise kommt – sondern nur noch, wann. Und ob er dann vorbereitet sein wird.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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