
Krieg am Golf eskaliert: US-Angriffe treiben Ölpreise nach oben – und der Bürger zahlt die Zeche
Es ist die vierte Angriffswelle innerhalb einer einzigen Woche – und die Welt hält den Atem an. In der Nacht zum Montag ließen die Vereinigten Staaten erneut ihre Bomben auf den Iran regnen. Die Reaktion der Märkte ließ nicht lange auf sich warten: Die Ölpreise schnellten um rund vier Prozent in die Höhe, und mit ihnen wächst die Sorge, dass die geopolitische Feuersbrunst am Persischen Golf schon bald in den Geldbeuteln der Deutschen ankommt.
Wenn Bomben fallen, steigen die Preise
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die Nordseesorte Brent kletterte auf 79,11 Dollar, das US-Leichtöl verteuerte sich auf 74,37 Dollar. Auslöser: Teheran behauptet, die für den weltweiten Ölhandel lebenswichtige Straße von Hormus abgeriegelt zu haben. Durch diese schmale Meerenge fließt ein Fünftel des globalen Ölhandels. Wer glaubt, das gehe uns hier in Deutschland nichts an, der irrt gewaltig. Höhere Ölpreise bedeuten teurere Energie, teurere Transporte, teurere Lebensmittel – kurz: die nächste Inflationswelle, die auf uns zurollt, während die Regierung in Berlin mit Sondervermögen in Billionenhöhe jongliert.
An den asiatischen Börsen herrschte prompt Katerstimmung. Der japanische Nikkei-Index sackte um mehr als zwei Prozent ab. Und auch die vermeintlich sicheren Häfen der digitalen Zocker-Generation erwiesen sich einmal mehr als Luftschloss: Der Bitcoin verlor rund 1,8 Prozent und notierte bei knapp 54.900 Euro. Wer in solchen Krisenzeiten auf Kryptowährungen setzt, sollte sich fragen, was ein Vermögenswert taugt, der bei jeder Erschütterung ins Wanken gerät.
Neue Waffen, alte Muster
Das US-Zentralkommando CENTCOM setzt bei seinen Angriffen offenbar auf neue Taktiken. Erstmals kamen laut eigenen Angaben Einweg-Kampfdrohnen aus der Luft sowie unbemannte Kamikaze-Boote zum Einsatz. Experten vermuten, dass die USA dabei kostengünstige Modelle nutzten, die dem Vorbild der berüchtigten iranischen Shahed-Drohnen nachempfunden sind. Krieg wird billiger, tödlicher und anonymer – ein bitterer Fortschritt.
Der Iran wiederum reklamierte Angriffe auf US-Stützpunkte in gleich drei Ländern für sich: Jordanien, Kuwait und Bahrain. In Kuwait behaupteten die Islamischen Revolutionsgarden, Treibstofflager und Patriot-Luftabwehrsysteme zerstört zu haben. Jordanien meldete, vier iranische Raketen abgefangen zu haben. Und in Bahrain, einem der wichtigsten US-Verbündeten in der Region, heulten offenbar zum dritten Mal in kurzer Zeit die Sirenen. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben stehe bislang aus – wie so oft in diesem Krieg, in dem Propaganda und Wahrheit kaum noch voneinander zu trennen seien.
Die Geisterflotte des Golfs
Besonders bezeichnend ist, wie die Wirtschaft auf das Chaos reagiert. Weil Öltanker im Persischen Golf zwischen den Attacken auf ihre Weiterfahrt warten, setzen immer mehr Reedereien auf Heimlichkeit. Laut Bloomberg schalteten am Sonntag sämtliche sechs erfassten Frachtschiffe ihre Ortungssysteme ab, um unentdeckt durch die Gefahrenzone zu schlüpfen. Der sichtbare Schiffsverkehr sei nahezu zum Erliegen gekommen. Eine Geisterflotte, die im Dunkeln fährt – ein Sinnbild für eine Weltordnung, die aus den Fugen gerät.
Wenn Religion zum Todesurteil wird
Abseits der militärischen Schlagzeilen offenbart der Konflikt auch die hässliche Fratze des Teheraner Regimes. Menschenrechtsorganisationen werfen dem Iran vor, die Glaubensgemeinschaft der Bahai – die größte nichtmuslimische Minderheit des Landes – seit Jahresbeginn noch brutaler zu verfolgen. Dutzende seien allein wegen ihres Glaubens festgenommen worden. Berichtet werde von Folter, erzwungenen Geständnissen und Hausdurchsuchungen. Seit Kriegsbeginn gälten die Bahai mehr denn je als vermeintlicher „Feind im Innern“. Ein islamistisches Regime, das seine eigenen Bürger drangsaliert, während es sich als Opfer der Weltmächte inszeniert.
Was das für den deutschen Sparer bedeutet
Während in Berlin über Klimaneutralität im Grundgesetz und Sondervermögen debattiert wird, zeigt dieser Konflikt einmal mehr, wie fragil unsere von Energieimporten abhängige Wirtschaft ist. Jede Eskalation am Golf schlägt direkt auf die Preise durch. Und wer glaubt, Papierwerte, Kryptowährungen oder aufgeblähte Aktienindizes böten in solchen Zeiten Schutz, der wird bei jeder Krise aufs Neue eines Besseren belehrt. In Zeiten geopolitischer Verwerfungen zeigt sich, was echter Werterhalt bedeutet.
Gold und Silber kennen keine Fahnen und keine Regierungen. Sie sind seit Jahrtausenden das, was Papier niemals sein wird: krisenfest.
Wer sein Vermögen gegen die Turbulenzen einer aus den Fugen geratenen Welt absichern möchte, kommt an physischen Edelmetallen als sinnvoller Beimischung eines gesunden, breit gestreuten Portfolios kaum vorbei. Denn eines lehrt uns die Geschichte immer wieder: Wenn die Krisen kommen, glänzt am Ende nur, was wirklich Wert hat.
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