
Kiew erhebt schwere Vorwürfe: Moskau soll gezielt US-Konzerne bombardieren
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat Russland eine systematische Kampagne gegen amerikanische Wirtschaftsinteressen in der Ukraine vorgeworfen. Nach einem Raketenangriff auf eine Produktionsanlage des US-Agrarriesen Bunge in Dnipro spitzt sich die diplomatische Lage weiter zu. Die Attacke sei keineswegs ein Versehen gewesen, sondern Teil einer kalkulierten Strategie des Kremls.
Sonnenblumenöl-Fabrik mehrfach unter Beschuss
In der Nacht zum 13. November 2025 trafen russische Raketen die Bunge-Anlage in Dnipro, die der Produktion von Sonnenblumenöl dient. Sybiha betonte auf der Plattform X, dass russische Streitkräfte mehrfach versucht hätten, diese zivile Industrieanlage zu treffen. Ein Irrtum? Ausgeschlossen, so der ukrainische Chefdiplomat.
Die Liste der angeblich gezielten Angriffe auf amerikanische Unternehmen ist dabei erschreckend lang. Boeing-Büros in Kiew seien ebenso getroffen worden wie Einrichtungen eines US-Elektronikherstellers in der Westukraine – weit hinter der eigentlichen Frontlinie. Besonders alarmierend: Nach Angaben Sybihas hätten rund die Hälfte aller Mitglieder der US-Handelskammer in der Ukraine Schäden an ihren Standorten erlitten.
Putin ignoriert Trumps Friedensbemühungen
Der ukrainische Außenminister nutzte die Gelegenheit, um die Angriffe in einen größeren politischen Kontext zu stellen. Die gezielten Attacken auf amerikanische Interessen würden unmissverständlich zeigen, dass Kremlchef Wladimir Putin "komplett kein Interesse" an den Friedensbemühungen von US-Präsident Donald Trump habe. Internationale Vorschläge zur Beendigung des Krieges würden schlichtweg ignoriert.
Diese Attacken haben keine militärische Logik, sondern dienen allein dem Terror gegen Menschen, Unternehmen und das normale Leben.
So hatte Sybiha bereits im August 2025 nach ähnlichen Angriffen auf US-Firmen argumentiert. Die Botschaft aus Kiew ist eindeutig: Moskau führe einen Wirtschaftskrieg gegen westliche Investoren, um die internationale Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.
Schweigen aus Moskau – Nervosität bei Investoren
Russland hat auf die schwerwiegenden Vorwürfe bislang nicht öffentlich reagiert. Das ukrainische Außenministerium interpretiert die Angriffe jedoch als Teil einer gezielten Einschüchterungsstrategie. Ausländische Investoren und politische Unterstützer der Ukraine sollten offenbar verunsichert werden.
Sybiha forderte die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf Moskau zu verstärken und die ukrainische Luftabwehr weiter auszubauen. Nur so könnten zivile Infrastruktur und ausländische Investitionen besser geschützt werden. Die Frage bleibt jedoch, ob diese Appelle in Washington auf offene Ohren stoßen werden – oder ob die Trump-Administration andere Prioritäten setzt.
Der Konflikt in der Ukraine zeigt einmal mehr, wie fragil die internationale Ordnung geworden ist. Während Europa weiterhin mit den Folgen einer verfehlten Energiepolitik kämpft und Deutschland unter der Last einer ideologiegetriebenen Wirtschaftspolitik ächzt, eskaliert der Krieg im Osten weiter. Die Frage, wer am Ende die Zeche zahlt, dürfte auch den deutschen Steuerzahler noch lange beschäftigen.
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