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Kettner Edelmetalle
29.05.2026
06:04 Uhr

KI-Wahnsinn auf Rekordniveau: Anthropic überholt OpenAI und kratzt an der Billion-Dollar-Marke

Es sind Zahlen, die selbst hartgesottene Wall-Street-Veteranen schlucken lassen: Das amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hat sich in einer neuen Finanzierungsrunde sage und schreibe 65 Milliarden Dollar frisches Kapital gesichert – und wird damit auf astronomische 965 Milliarden Dollar bewertet. Damit hat Anthropic seinen Erzrivalen OpenAI vom Thron gestoßen und ist nunmehr das wertvollste KI-Startup im Silicon Valley. Der Schritt über die Billionen-Schwelle dürfte nur noch eine Frage von Wochen sein.

Vervielfachung der Bewertung in Rekordzeit

Was hier abgeht, sprengt jeden vernünftigen Rahmen. Noch im Februar wurde Anthropic mit 380 Milliarden Dollar bewertet – inzwischen hat sich diese Zahl beinahe verdreifacht. Geführt wurde die Series-H-Runde von Schwergewichten wie Altimeter Capital, Dragoneer, Greenoaks und Sequoia Capital. Mit von der Partie sind außerdem bereits zugesagte Investitionen in Höhe von 15 Milliarden Dollar, darunter fünf Milliarden vom Tech-Giganten Amazon, der sich offenbar nicht die Butter vom Brot nehmen lassen will.

OpenAI, der bisherige Platzhirsch unter den KI-Unternehmen, wurde Ende März auf 852 Milliarden Dollar taxiert – nach einer eigenen Rekord-Finanzierungsrunde von 122 Milliarden Dollar. Doch nun haben die Konkurrenten von Anthropic die Nase vorn.

Claude Code als Goldgrube

Der Umsatzmotor des Unternehmens läuft glühend heiß. Anthropic vermeldet einen sogenannten Revenue Run Rate von 47 Milliarden Dollar – ein Sprung von 30 Milliarden Dollar zu Jahresbeginn. Vor gerade einmal einem Jahr lag dieser Wert noch bei zehn Milliarden Dollar. Hauptverantwortlich für diesen Höhenflug ist der KI-Programmierassistent Claude Code, der sich offenbar wie geschnitten Brot verkauft. Erst am Donnerstag stellte das Unternehmen mit Claude Opus 4.8 sein neuestes Modell vor, ergänzt um eine ausgewählte Cybersecurity-Variante namens Claude Mythos Preview, die nur einem erlauchten Kreis ausgesuchter Unternehmen vorbehalten sein soll.

Finanzvorstand Krishna Rao ließ verlauten, Claude werde für die wachsende globale Kundschaft zunehmend unverzichtbar. Die frischen Milliarden sollen helfen, die historische Nachfrage zu bedienen und an der Forschungsfront zu bleiben.

Das Wettrennen zum Börsengang

Die KI-Branche bereitet sich derzeit auf einen wahren Börsen-Marathon vor. Elon Musks SpaceX, Mutterkonzern seines KI-Ablegers, hat bereits seinen Börsenprospekt eingereicht. Nach der Fusion im Februar wurde das Konglomerat mit 1,25 Billionen Dollar bewertet. OpenAI bereite seinen vertraulichen IPO-Prospekt vor und peile einen Börsengang bereits im September an. Auch Anthropic arbeite im Hintergrund an einer Börsennotierung – wenngleich der Zeitplan noch fließend sei.

Erinnerungen an die Dotcom-Blase werden wach

Wer einen Moment innehält und diese Zahlen auf sich wirken lässt, kommt nicht umhin, an die späten 1990er Jahre zurückzudenken. Damals jagte eine Bewertung die nächste, Unternehmen ohne nennenswerte Gewinne wurden mit dem Mehrfachen etablierter Industriekonzerne bewertet – bis die Blase platzte und Billionen an Vermögenswerten innerhalb weniger Monate in Rauch aufgingen. Ob die heutigen Bewertungen tatsächlich durch nachhaltige Geschäftsmodelle gerechtfertigt werden können, oder ob hier eine neue Spekulationsblase historischen Ausmaßes herangezüchtet wird, müsste die nahe Zukunft zeigen.

Denn eines darf nicht vergessen werden: Bewertungen sind keine Realitäten. Sie sind Versprechen auf eine Zukunft, die noch geschrieben werden muss. Während die Tech-Welt im Goldrausch schwelgt, suchen kluge Anleger seit Jahrtausenden Schutz in Werten, die nicht durch Algorithmen, Hypes oder Wagniskapitalisten neu erfunden werden können. Physisches Gold und Silber haben jede Spekulationsblase, jeden Crash und jeden technologischen Umbruch überdauert – während ganze Industrien kamen und gingen.

Was bedeutet das für deutsche Sparer?

Während in Übersee Milliarden in spekulative Tech-Werte fließen, kämpfen deutsche Bürger mit Inflation, ausufernden Energiekosten und einer Politik, die immer neue Schuldenpakete schnürt. Die geplanten 500 Milliarden Euro Sondervermögen der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz werden den Geldwert weiter unter Druck setzen. Gerade in solchen Zeiten zeigt sich, wie wichtig eine gesunde Vermögensstreuung ist. Eine sinnvolle Beimischung von physischen Edelmetallen wie Gold und Silber im Anlageportfolio kann als bewährter Anker dienen, wenn die spekulativen Märkte einmal mehr ihre wahre Natur offenbaren.


Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel dargestellten Inhalte stellen ausschließlich die Meinung der Redaktion auf Grundlage der vorliegenden Informationen dar und sind keine Anlageberatung. Wir betreiben keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und für seine Anlageentscheidungen selbst die volle Verantwortung zu übernehmen. Für Entscheidungen, die auf Basis dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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